Freitag, 18. März 2016

Rezension : "Moxyland" von Lauren Beukes

Titel : Moxyland
Autor : Lauren Beukes
Verlag und Leseprobe : Rowohlt Verlag
TB, 351 Seiten
Preis : 9,99 €
Reihe : Einzelroman




„Moxyland“ von Lauren Beukes

Inhalt : 

Dieser Roman spielt in Kapstadt, wir wissen nicht genau in welcher Zeit, aber auf jeden Fall in der nicht allzu fernen Zukunft.

Die Technik ist weit fortgeschritten und wir sind wahrhaft zum gläsernen Bürger geworden. Die Polizei kontrolliert uns über unsere Mobiltelefone. Gängige Bestrafungen für Ordnungswidrigkeiten und Straftaten : Elektroschocks über das Handy oder gar Abschaltung – das Handy funktioniert gar nicht mehr.
In Kapstadt ist man nur etwas, wenn man zu einer Firma gehört. Diese Zugehörigkeit erkauft uns Zutritt zu den höhergestellten Kreisen der Gesellschaft.
Ohne Handy können wir in Kapstadt nichts mehr – nicht bezahlen, nicht essen, nicht mal unsere Haustür öffnen. 

Die Jugendlichen verbringen Ihre Freizeit mit Designerdrogen und Onlinespielen, die soweit entwickelt sind, das sie teilweise in der Realität stattfinden und über Mobiltelefone von den Spielefirmen gesteuert werden.
Dazu ist die Nanotechnik soweit ausgereift, dass die Polizei von manipulierten Hunden unterstützt wird und Firmen uns Nanos injizieren, damit wir Ihnen als Werbefläche dienen.
Was keiner sehen will, sind die, die durch das Netz fallen – die Armen, die Obdachlosen, die Handylosen, die nicht im System sind und trotzdem irgendwie versuchen, zu überleben. Diese leben in ärmlichsten Verhältnissen.

In dieser Welt gibt es Personen, die dagegen ankämpfen : 

Toby, der von heute auf morgen lebt, dem Einfluss seiner Zickenmutter entkommen will und ein Mädchen nach dem anderen abschleppt und immer auf der Suche nach dem nächsten Drogentrip.
Kendra, eine junge Künstlerin, die versucht mit analogen Fotos bekannt zu werden und sich Nanos injizieren lässt und eine lieblose Beziehung führt.
Tendeka, der Idealist, der versucht, obdachlosen Jugendlichen zu helfen, aber sein eigenes Leben nicht richtig auf die Reihe bekommt. Er ist verheiratet mit einer Immigrantin, die hochschwanger ist und derzeit illegal in Kapstadt lebt.
Lerato, eine Programmiererin der renommierten Firma Communique, die mit ihrer unbequemen Mitbewohnerin Jane immer wieder Probleme hat.
Das Schicksal dieser vier Personen verknüpft sich, bis es zum unerwarteten Showdown kommt…

Zum Buch : 

Moxyland ist schwer zu beschreiben. Der überwiegende Eindruck, zummindest von der ersten Buchhälfte : chaotisch. Ideenreich, grotesk. Man wird mit Beschreibungen, Modewörtern und verbalen Bildern überflutet und ist etwas überfordert damit, sich diese skurrile Welt vorzustellen UND noch der Handlung zu folgen.
Das macht den Einstieg in die Geschichte finde ich sehr schwierig. Zu Beginn sind die Zusammenhänge zwischen den oben beschriebenen Protagonisten noch etwas schwierig nachzuvollziehen und die wechselnde Sichtweise zwischen den Personen bringt einen etwas durcheinander.
Doch etwa bei der Hälfte kippt das Ganze – man meint, auf einmal irgendwie durchzublicken, die Story bekommt ihre Zusammenhänge und Hintergründe, es wird hochspannend und ich als Leser konnte Moxyland zum Schluss nicht mehr weglegen.
Das Ende kommt unerwartet gewaltig, schockierend und plötzlich – und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück.
Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes, ich kann nur raten : Traut Euch ran und legt das Buch nicht nach den ersten Seiten weg ! Der Einstieg ist chaotisch, aber am Ende hat es sich gelohnt. 

Moxyland hebt sich durch seinen eigenwilligen Stil anderen Dystopien gegenüber deutlich ab, und das ist auf jeden Fall eine Leseerfahrung wert !



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