Samstag, 16. Juli 2016

Rezension: "Stern der Göttin" von Sandra Melli (Dämmerlande 1)

Titel: Stern der Göttin
Autor: Sandra Melli
Verlag und Info: Droemer Knaur
TB, 512 Seiten
Preis: 14,99 €
Reihe: Dämmerlande, Band 1 von 6



 „Stern der Göttin“ von Sandra Melli (Dämmerlande 1)

Es handelt sich hierbei um den ersten Teil der bislang 6-teiligen High-Fantasy-Reihe „Dämmerlande“  von Sandra Melli (Band 6 erscheint diesen Herbst).

Der Hintergrund

Die Welt der Dämmerlande wird von 6 magischen Farben beherrscht: Gelb, weiß, grün, und die „Gegenfarben“ blau, schwarz und violett.
Zu jeder der Farben gehören verschiedene Herrscher, Länder und Magier. Die Länder haben sich  mit Hilfe von Göttern und götterähnlichen Wesen über Jahrzehnte bekriegt.
Zum Zeitpunkt der Geschehnisse des ersten Bandes sind die Götterkriege Geschichte, und die Götter haben sich zurückgezogen. Dennoch herrschen Feindschaft und Intrigen zwischen den gegnerischen Farben, und nur wenige mutige Kämpfer wollen wieder Frieden stiften.
In der Welt der Dämmerlande ist alles möglich – und es gibt nicht nur Menschen, sondern außer den Magiern auch noch viele andere fantastische Kreaturen und Wesen – abgesehen von den Katzenmenschen und Magiern zum Beispiel auch noch Bärenmenschen, Nixen und Einiges mehr.

Inhalt

Vor diesem Hintergrund wird die junge Katzenfrau Laisa durch ihre Neugier von ihrem Stamm getrennt und in eine ihr völlig fremde und unheimliche Welt versetzt: Die Dämmerlande. Hier soll sie den Weißmagier Kathon bei der wichtigen Mission unterstützen, ein mächtiges magisches Artefakt zu bergen.
Doch Laisa weiß davon nichts, nur ihre magischen Instinkte leiten sie auf Umwegen in Kathons Richtung. Auf diesem Weg besteht Laisa viele Abenteuer, sie verhilft einem Prinzen zu seinem Thron und rettet von Gaunern gefangene magische Wesen vor der Versklavung. Dadurch schließt Laisa sehr ungewöhnliche Freundschaften und reist bald mit einer ganzen Gesellschaft von Abenteuer zu Abenteuer. Als sie schließlich auf Kathon trifft, ist das Abenteuer aber noch lange nicht zu Ende.

Beurteilung:

Insgesamt hat mir der erste Band sehr gut gefallen.
Die Hauptfigur ist die Katzenfrau Laisa. Sie ist wundervoll charakterisiert und man hat sie schon nach den ersten Zeilen, die man über sie gelesen hat, gern und will wissen, wie ihr Abenteuer ausgeht.
Die Autorin hat hier eine wundervolle, große, fantastische Welt erschaffen, die unglaublich viel Potential bildet und die Fantasie unendlich anregt. Dem Leser wird hier viel Freiraum gelassen, sich die Welt gedanklich auszumalen.
Sehr detailliert (aber ohne zu langatmige Beschreibungen) und spürbar mit Herzblut hat Sandra Melli die Dämmerlande und alle darin vorkommenden Figuren erschaffen und mit Leben gefüllt. Dafür erstmal „Chapeau“ – eine so große Welt muss man erst einmal erfolgreich erschaffen können!
Die ganze Geschichte der Dämmerlande ist jedoch extrem vielschichtig, so dass ich auch nun, da ich schon die Hälfte von Band zwei beendet habe, immer noch nicht richtig durchblicke zwischen den ganzen Feindschaften, Freundschaften und Intrigen der Länder, der Farben und der Magier.
Es werden sehr viele Rückblicke in die geschichtliche Vergangenheit und Entstehung der Dämmerlande genommen, die verschiedenen Götter, Herrscher und Verbandelungen kann man am Anfang schwer nachvollziehen und so hat es auch einige Dutzend Seiten gedauert, bis ich zu einem richtigen Lesefluss gekommen bin.
Man muss sich beim Lesen schon sehr konzentrieren, vor allem weil stellenweise bei Kapitelwechsel zwischen mehreren Handlungssträngen hin und hergeschaltet wird, so dass man nach einem längeren Kapitel an Schauplatz 1 schon den Faden für Schauplatz 2 verloren hat und sich erst wieder reinlesen muss.
Positiv: Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, das die Personen, Völker und Länder nochmals beschreibt. 
Negativ: Es fehlt eindeutig eine Landkarte, wie man sie in vielen Fantasybüchern findet, sowie eine Tafel, auf der die Beziehungen zwischen den verschiedenen Ländern angezeigt werden.
Die Dämmerlande bilden ein sehr komplexes Konstrukt, so dass man sich als Leser sicherlich sehr viel leichter tun würde, wenn man zwischendurch den Faden verliert und mal nachschauen könnte.

Mein Fazit: 

Ich bin gerade bei Teil 2 und will unbedingt weiterlesen, da mich die Dämmerlande faszinieren und ich mir sicher bin, dass Sandra Melli noch einige Überraschungen hat. Laisa hat mich sowieso schon gefesselt und auch andere Protagonisten habe ich schon ins Herz geschlossen.
Wer gerne große High-Fantasy-Zyklen liest, sollte die Dämmerlande nicht auslassen, sich aber auch dessen bewusst sein, dass es sich um eine vielschichtige und komplexe Geschichte handelt, bei der man viel verliert, wenn man sie „auf die Schnelle“ oder nebenher liest.
Nehmt Euch also die Zeit und lest diese Geschichte etwas langsamer, um in den Genuss der liebevoll gestalteten Details dieser Reihe zu kommen!

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