Donnerstag, 3. November 2016

Rezension: "Caspar und der Meister des Vergessens" von Stefanie Taschinski





Titel: Caspar und der Meister des Vergessens
Autor: Stefanie Taschinski
Verlag und Info: Oetinger Verlag
HC, 285 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: Kinderbuch ab 10 Jahren

Caspar und der Meister des Vergessens 

Stefanie Taschinski


Inhalt: 

Caspar lebt mit seinen Eltern und zwei Geschwistern in Kopenhagen als Sohn der sehr erfolgreichen Puppenspielerfamilie Winter.

Eines Tages kommt ein seltsamer Mann in den Kartenvorverkauf und leiht ihm ein Messer, mit dem er versucht, eine kaputte Marionette zu reparieren.
Kurz darauf ist sein Bruder Till verschwunden - und mit ihm all seine Sachen, sein Zimmer und die Erinnerung seiner Eltern an ihn.
Nur er und seine Schwester Emma können sich noch erinnern.

Was ist nur passiert? Der Puppenmachergeselle Anatol und treuer Freund der Familie scheint etwas darüber zu wissen und bringt Caspar auf eine erste Spur. 

Er ist fest entschlossen, seinen Bruder zurückzuholen, und die Erinnerung seiner Familie zurückzubringen. Er entdeckt unheimliche Machenschaften und begibt sich selbst in allergrößte Gefahr. 

Beurteilung 

Der Titel und der Klappentext haben mich gleich angesprochen, ebenso wie das geheimnisvolle Bild auf dem Cover. 
Das Buch ist zwar ab 10 Jahre, aber darauf gebe ich bei Büchern (glücklicherweise) schon lange nichts mehr. 
Ich lese genauso gern Kinder- und Jugendbücher wie auch Bücher für Erwachsene, denn oft sind die Grenzen fließend und Kinderbücher können für Erwachsene eine ebenso wertvolle Botschaft transportieren als für Kinder - vielleicht sogar noch wertvoller, da Kinder meist Werte selbstverständlich leben, die uns Erwachsenen manchmal verloren gehen.

Doch genug philosophiert! Caspar und der Meister des Vergessens ist einfach ein wundervolles Buch, dass ich überhaupt nicht kindisch oder kindlich fand und atemlos in mich hineingelesen habe.

Caspar ist ein sehr lieber und sympathischer Protagonist, genau wie seine Geschwister, und man kann sich in die beschriebenen Situationen wunderbar hineinversetzen. Die Sprache ist leicht und verständlich, die Autorin trifft genau die richtige Mischung aus Beschreibung, Dialog und Handlung, so dass es mit keinem Satz langweilig wird und man einen wunderbaren Lesefluss genießen kann.

Zugegebenermaßen, auch wenn ich keine konkreten Beispiele nennen kann, sind die Elemente der Handlung nicht ganz neu: Unheimliche Marionetten und durch magische Machenschaften vergessene Menschen gab es schon in anderen Geschichten. ABER: Das macht überhaupt nichts! Hier kommt nichts abgekupfert rüber, die ganze Geschichte ist zeitlos und vermittelt uns, was wichtig ist und was man mit Zusammenhalt unter Freunden, Geschwistern und der ganzen Familie alles erreichen kann. 

Und das I-Tüpfelchen ist die Prise Fantasy, die durch den Meister und seine Fäden ins Spiel kommt, wobei interessanterweise auch bis zum Ende das Rätsel, was und wie genau der Meister mit den Kindern angestellt hat, nicht gelöst wird. 

Mein Fazit und mein Aufruf an alle Leseratten von 10-100, das Buch ist auf jeden Fall ein Gewinn und sollte gelesen werden!

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