Sonntag, 25. Juni 2017

Rezension: "The Ark - die letzte Reise der Menschheit" von Patrick S. Tomlinson

Titel: The Ark - die letzte Reise der Menschheit 
Autor: Patrick S. Tomlinson
Verlag und Info: Knaur Verlag
TB, 416 Seiten
Preis: 9,99 €
Genre: Dystopie / Science Fiction
Reihe: nein

The Ark - die letzte Reise der Menschheit  -  Patrick S. Tomlinson


Inhalt

Die letzten 50.000 Exemplare der Spezies Mensch sind auf der Ark unterwegs, um einen neuen Planeten zu besiedeln. Seit vielen Jahren und Generationen ist die Ark unterwegs und nun kurz vor dem Ziel.

Doch auf dem Mammutschiff haben nur wenige etwas zu sagen: Außer der Besatzung und einigen wenigen wichtigen Funktionen werden die Menschen nur als "Vieh" bezeichnet - nichts weiter als ein notwendiges Übel, um den Genpool aufrechtzuerhalten. Jeder Mensch hat einen Chip, der nicht entfernt werden kann, mit dem man ihn jederzeit orten und auslesen kann.

Alle menschlichen Schwächen wie Kriminalität, genetische Defekte usw. wurden vor Abflug nach Möglichkeit ausgemerzt. 

Doch wenige Wochen vor der Landung auf dem neuen Planeten, der den Fortbestand der Menschheit sichern soll, geschehen auf der Ark immer mehr Anschläge, die die Zielerreichung und das Leben auf der Ark gefährden, in Folge des Verschwindens eines zentralen und für das Projekt sehr wichtigen Wissenschaftlers.

Wer übt die Anschläge aus und mit welchem Ziel? Dieses Rätsel gilt es zu lösen, bevor die Ark kurz vor dem Ziel untergeht.


Beurteilung 

Mit der Beurteilung von "The Ark" tue ich mich etwas schwer. Ich hatte mir hier eher eine Dystopie erwartet, das ganze war dann doch aber sehr Science Fiction lastig, solche Raumschiffromane mag ich eigentlich gar nicht so sehr.

Leider fand ich die ganze Geschichte auch ziemlich unpersönlich und die Protagonisten - bzw. der Protagonist, nämlch der Ermittler, der versucht, die aktuellen Verbrechen aufzudecken - konnte mich nicht so wirklich für sich einnehmen. 

Ohne etwas zu verraten, finde ich die "Auflösung" am Ende allerdings ziemlich genial - leider kommt das in meiner Bewertung nicht so sehr zum tragen, da diese nur einen relativ kleinen Bestandteil der Gesamtstory ausmacht und zu wenig auf die Hintergründe eingegangen wird.

Spannend ist die Geschichte allemal und auch gut geschrieben, so dass ich trotz der Kritikpunkte recht schnell durch war. Langweilig ist der Roman nicht. 

Faszinierend finde ich die Idee des Antriebs der Ark - mit tausenden von Atombomben als Antrieb unterwegs zu sein, hat etwas Beängstigendes, doch seien wir mal ehrlich - bei der Besiedlung eines anderen Planeten handelt es sich um eines der am häufigsten angewandten wahrscheinlichen Zukunftszenarien, die wir uns für die Menschheit vorstellen, falls der Planet nicht mehr zu retten ist, und alle anderen Optionen sind dann doch zu futuristisch.

Ob das technisch tatsächlich möglich wäre, kann ich als absoluter Physiklaie nicht beurteilen, aber es ist zumindest etwas, das ich mir annährend im Kopf vorstellen kann, was  ich beim Lesen auch immer sehr wichtig finde.

Die Raumfahrt wird hier nicht glorifiziert, sondern sachlich und nüchtern dargestellt, samt verrosteten und tropfenden Rohren und kaputten Raumkapseln.

Was ist nun mein Fazit? Da es doch recht gut zu lesen war, gebe ich 4 von 5 Sternen, auch wenn mich das Buch nicht wirklich gepackt hat, da muss man wohl etwas Science-Fiction-begeisteter sein als ich.



Geburtshilfe für Buchbaby "Der Hüter-Stadt der Tiefe" von Jasmin Jülicher gesucht!

"Der Hüter - Stadt der Tiefe" -  Autorin: Jasmin Jülicher 


Hallo Ihr Lieben,

heute kündigen wir für Euch ein tolles Buch an, das noch etwas Geburtshilfe benötigt! 

Und wir sind mit die Ersten, die Euch das fertige Cover präsentieren dürfen *freu*

Jasmin Jülicher hat Ihren Debütroman "Der Hüter - Stadt der Tiefe" vollendet, der der Auftakt zu einer  Reihe werden soll, aber auch in sich abgeschlossen ist.

Biota handelt in einer alternativen Vergangenheit Ende des 19. Jahrhunderts, in der die Menschen nach dem Krieg unter der Meeresoberfläche in Biota leben. Es ist eine Mischung aus Fantasy, Steampunk und Krimi.

Ich durfte bereits in der digitalen Version querlesen und bin schon total begeistert - sowohl von der Entwicklung der Handlung, als auch vom Schreibstil der Autorin. 

Hier ist der Klappentext:

„Biota, 1888



Biota – Die Stadt, die nach dem Großen Krieg auf dem Meeresboden gebaut worden ist. Für die Bewohner ist sie eine sichere Heimat, denn die Oberen haben dafür gesorgt, dass jede gewalttätige Tendenz in den Menschen zusammen mit ihren Erinnerungen ausgelöscht wurde.

Doch dann taucht eine grausam zugerichtete Leiche auf,  die es nie hätte geben dürfen. Alexander, oberster Hüter der Stadt, und die Biologin Nic ermitteln und stellen bald fest, dass dieser Mord erst der Anfang war. Denn Biota ist längst nicht die sichere Zuflucht, die sie zu sein scheint …

Sie müssen sich entscheiden: Ist die Wahrheit es wert, dass sie dafür ihr eigenes Leben und die Existenz der gesamten Stadt aufs Spiel setzen?“


Das kann sich nur lohnen! 

Damit wir dieses wunderschöne Cover nicht nur digital, sondern auch live und in Farbe bewundern dürfen, hat Jasmin ein Crowdfunding für den Buchprint ins Leben gerufen.

Wir bitten Euch sehr herzlich, sie dabei zu unterstützen, damit wir in den vollen Genuss der altmodischen Buchlektüre kommen :-)

Hier ist der Link zum Crowdfunding: http://www.visionbakery.com/stadtdertiefe

Im Crowdfunding findet ihr auch Zugriff auf eine Leseprobe und weitere Informationen zum Roman. Etwa 1/4 des Betrags ist schon beisammen - den Rest schaffen wir auch noch! 

Sollte es mit dem Print klappen, wird sich Jasmin auch sicher eine kleine Aktion für Euch überlegen.

Seid dabei und wenn ihr Fragen zum Buch habt, oder neugierig seid wie es weitergeht, folgt Jasmin auf Ihrer Facebook-Autorenseite:  Jasmin Jülicher Autorin

Die vollständige Rezension zum Buch bekommt ihr natürlich in Kürze von uns! 

Nun drücken wir die Daumen, das es mit dem Buchdruck klappt! 


Eure Buchfeen 



Donnerstag, 22. Juni 2017

Rezension: "Ausgerechnet Muse" von Carola Wolff

Titel: Ausgerechnet Muse
Autor: Carola Wolff
Verlag und Info: Fabulus Verlag
HC, 320 Seiten
Preis: 16,95 €
Genre: Urban Fantasy
Reihe: Nein

Ausgerechnet Muse - Carola Wolff


Inhalt 

Apollonia Parker ist die Tochter einer Muse. Sie hat die Musengabe geerbt, hat aber absolut keine Lust darauf, als Muse zu arbeiten, da sie am Beispiel ihrer Mutter Miranda sieht, das man so von den Menschen nur ausgenutzt wird.

Auch ihr Mentor, der Rabe Lyngx, der sich bevorzugt mit Zitaten alter Dichter mitteilt, kann sie nicht umstimmen.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Rezension: "Das Herz der Nacht" von Fabienne Siegmund

Titel: Das Herz der Nacht 
Autor: Fabienne Siegmund 
Verlag und Info: Acabus Verlag
TB, 316 Seiten
Preis: 14,00 €
Genre: Fantasy


Das Herz der Nacht - Fabienne Siegmund 


Inhalt 

Eines Morgens erwacht der erfolglose Straßenillusionist Matéo seine Augen und seine Liebste Anisa ist einfach verschwunden - genauso wie andere Straßenkünstler Venedigs, der Stadt, in der es seit einer Woche keine Dunkelheit mehr gibt.

Auf der Suche nach ihr stößt Matéo auf einen kleinen Zirkus, in den er aus einem Impuls heraus eintritt in der Hoffnung, dort seine Anisa oder wenigstens Ablenkung zu finden.

Doch der Zirkus scheint wenn nicht verwunschen, dann doch ziemlich seltsam zu sein -

Dienstag, 20. Juni 2017

Rezension: "Alpha One" von Minny Baker

Titel: Alpha One
Autor: Minny Baker
TB; 708 Seiten
Preis: 18,99 €
Genre: Jugendbuch
Reihe: Ja, Band 1

Alpha One - Minny Baker


Inhalt 

UCop ist eine weltweit berühmte Organisation. Sie vereint die weltbesten Tänzer und Sänger, die international reisen und Millionen mit ihren Shows begeistern.
Vor allem die Mitglieder des Alpha-Teams sind absolute Superstars - sie können singen, tanzen und sehen allesamt toll aus.

Rezension: "Nemesis - Hüterin des Feuers" von Asuka Lionera

Titel: Nemesis - Hüterin des Feuers 
Autorin: Asuka Lionera
Verlag und Infos: Drachenmond Verlag
TB, 446 Seiten
Preis: 14,90 €
Genre: Fantasy
Reihe: Nein

Nemesis - Hüterin des Feuers  -  Asuka Lionera


Inhalt

Evelyn Porter alias Nemesis gehört zu den Top10 Gamern der ganzen Welt. Sie ist so gut, dass Sie ihr Hobby zum Beruf gemacht hat - sehr zum Unverständnis ihres Umfelds.

So ist sie Feuer und Flamme, als ihr als einer von 3 Spielern angeboten wird, eine neue Technologie zu testen: Mittels eines implantierten Chips soll sie mittendrin sein in der Spielewelt statt nur vorm Bildschirm.

Doch etwas scheint schief zu gehen: Sie kann sich nicht mehr ausloggen aus Mireia, der Welt, in der sie die Göttin Gaia mit Hilfe ihrer Fähigkeit, das Feuer zu kontrollieren, aus ihrem 100jährigen Schlaf wecken soll - und die Story gefällt ihr noch nicht mal gut. 

Immer weiter wird sie in die Geschichte verstrickt, und so versucht sie verzweifelt,

Samstag, 10. Juni 2017

Rezension: "Fire Witch - Dunkle Bedrohung" von Matt Ralphs

Titel: Fire Witch - Dunkle Bedrohung
Autor: Matt Ralphs
HC, 320 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: Fantasy
Reihe: Ja, Band 2

Fire Witch - Dunkle Bedrohung  -  Matt Ralphs


Inhalt 

Die Hexenverfolgung ist so grausam wie nie zuvor - allen voran General Hopkins, der Herr über Cromwell Island, der neuen Gefangeneninsel.

Hazel hat nur ein Ziel: Ihre Mutter aus der Unterwelt retten, vor der Dämon Baal sie gefangen hält. Doch der einzige, der ihr helfen kann, sitzt unglücklicherweise auf Cromwell Island hinter Gitter: Nicholas Murrell, der ein Tor zur Unterwelt öffnen kann.

Um ihn um Hilfe zu bitten, muss Hazel sich mitten unter die Hexenjäger wagen. Und so schmieden Hazel, ihre Haselmaus Bramley und ihr Begleiter Titus einen selbstmörderischen Plan: Hazel muss selbst zur Hexenjägerin werden, um an Cromwell heranzukommen. 

Ob das ausreicht, um Murrell und die gefangenen Hexen sowie vor allem Hazels Mutter Hecate aus der Unterwelt zu retten, steht jedoch in den Sternen. 


Beurteilung 

Ebenso wie schon in Band eins kommt in "Fire Witch" keine Langeweile auf. Es ist nun schon wieder ein paar Monate her, das ich den ersten Band "Fire Girl" gelesen habe, in dem Hazel von ihrem Trägerinnenerbe erst erfährt, doch ich konnte mich recht schnell wieder an das meiste erinnern.

Mein Lieblingscharakter ist und bleibt Bramley, die Haselmaus, und natürlich auch Dorn, das verzauberte Rotkehlchen. Hazel selbst ist ein supermutiges junges Mädchen, das man für seine Waghalsigkeit nur bewundern kann. 

Was zusätzlich noch für den Gruselfaktor sorgt, sind diesmal nicht unbedingt die Hexen, sondern die gerade durch London grassierende Pest. Sich vorzustellen, wie die Pestärzte und die Leichensammler mit ihren Pestmasken durch die Straßen laufen, stelle ich mir richtig unheimlich vor.

Zudem treibt noch eine geheimnisvolle Kreatur ihr Unwesen, die schon mehrere junge, rothaarige Mädchen wie Hazel umgebracht hat, und die nicht menschlich zu sein scheint. 

Eine abwechslungsreiche Geschichte erwartet den Leser also auf diesen 320 Seiten, die man durch den angenehmen Schreibstil und die liebenswerten Charaktere wie Hazel und den brummigen Titus sehr schnell verschlingen kann. Gut fand ich auch, dass nie wirklich absehbar war, was als nächstes passiert. 

Es wird auf jeden Fall noch weitergehen mit der Geschichte, daher ist das Ende natürlich wieder sehr offen - aber ich freue mich, dass ich Hazel hoffentlich bald weiter begleiten darf.

Die Geschichte erinnert mich doch sehr an eine Mischung aus Jack the Ripper, Abraham Lincoln Vampirjäger und Hänsel&Gretel Hexenjäger - mischt man diese 3 Filme, ist man ungefähr bei dem Szenario, das ich mir für Fire Witch bildlich die ganze Zeit vorgestellt habe.

Da bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass diese Fortsetzung auch wieder ein extrem gelungener und spannender Jugendfantasyroman im historischen Londoner Ambiente ist, wie man es sich nicht besser wünschen kann - diese Reihe gehört auf jeden Fall ins Bücherregal! Daher gebe ich auch hier wieder 5 Sterne. 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Rezension: "Ahren - der 13. Paladin" von Torsten Weitze

Titel: Ahren - Der 13. Paladin
Autor: Torsten Weitze
Verlag und Info: SP, Homepage des Autors
TB, 430 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: High Fantasy
Reihe: Ja, Band 1

Ahren - Der 13. Paladin  -  Torsten Weitze


Inhalt

Ahren lebt in einem abgelegenen Dorf und leidet unter seinem trunksüchtigen Vater. Unerwartet wird er zum Lehrling bei Waldläufer Falk, was für ihn ein absoluter Glücksfall ist.

Er durchläuft seine mehrjährige Ausbildung mit Bravour, bis ein schreckliches Ereignis das Leben im Dorf aus der Bahn wirft:  Ein Dunkelwesen sucht das Dorf heim - von einem schrecklichen Gott zu einem bösartigen Tier gewandelt, das nur darauf aus ist, zu töten und Blut zu vergießen.

Als klar wird, dass das Wesen an Ahren ein ganz besonderes Interesse zu haben scheint, flieht Falk mit Ahren. Falk hat eine Idee, womit das ganze zusammenhängen könnte, weiht Ahren aber nicht ein.

Ahren kann nur rätseln: Was hat es mit dem geheimnisvollen Magier auf sich, der kurz vor ihrer Abreise im Dorf erschien und die Beiden seitdem begleitet? Und was ist an ihm so Besonderes? 

Falk bleibt ihm die Antworten schuldig, doch auf Ihrer Reise zur Heimat der Elfen und Zwerge erfährt Ahren nach und nach, dass die alten Legenden um die Paladine auf Tatsachen beruhen. Und nur die Paladine können den, der die Dunkelwesen erschafft, wieder bezwingen. 

Und Ahren hat dabei eine Schlüsselrolle....


Beurteilung 

"Ahren" ist ein klassischer Fantasyroman, in dem größtenteils Menschen, aber auch uns bekannte magische Wesen eine Rolle spielen: Götter, Elfen, Zwerge, Magier und ein Einhorn begegnen uns hier - unter Anderem; das Rad wird hier nicht neu erfunden. 

Dennoch ist die Geschichte unterhaltsam und man hat nun nicht das Gefühl, einen Abklatsch zu lesen. Vor allem einige Details rund um die magischen Wesen wie die Lebensart der Elfen und die Beschreibung des Einhorns fand ich sehr spannend und auch zum Teil neu.

Mein Lieblingsteil ist der mit dem Welpen - spätestens da hatte Ahren als Charakter bei mir komplett gewonnen. Mehr will ich hier nicht verraten aber die Passage ist einfach herzerwärmend :-)

Ahren ist ein sehr liebenswerter Charakter, mit dem man ganz schnell zurechtkommt und mit dem man mitfiebern kann. Auch den anfangs recht introvertierten Falk lernt man schnell kennen und mögen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und lebendig, und so bekommt man zusammen mit den sympathischen Protagonisten eine gut zu lesende und abwechslungsreiche Geschichte, die Spaß macht und unterhält. 

Immer wieder musste ich beim Lesen auch Schmunzeln, der Autor Torsten Weitze hat hier recht gekommt auch einige humorvolle Szenen eingebaut, vor allem der kindliche Magier Uldini ist ein Nebencharakter, der absolut gelungen ist und den ich mir wunderbar vorstellen konnte. 

Nun zu den kleinen, aber vorhandenen Kritikpunkten:
 
Insgesamt zieht sich aber meiner Meinung nach vor allem zur Mitte des Romans hin die Handlung etwas sehr in die Länge. Manche "alltäglichen" Ereignisse wie zum Beispiel die Übungen von Ahren, um Waldläufer zu werden, oder auch manche Beschreibungen von den äußeren Umständen, ziehen sich einen Tick zu lange hin. Es ist nicht so übertrieben, das es anstrengend ist weiterzulesen - da bekommt der Autor immer gerade noch rechtzeitig den Dreh hin - aber so 50 Seiten insgesamt weniger hätten dem Buch gutgetan.

Insgesamt sind mir alle Charakter ein bisschen zu "edel" - ich habe dieses Phänomen schon öfter vor allem im Bereich des Selfpublishing erlebt: Zu schnell lösen sich auch die schlimmsten und gefährlichsten Situationen in Wohlgefallen auf, allen geht es noch halbwegs gut und alle verhalten sich zum Schluss immer richtig und haben sich alle lieb. Okay, das ist etwas überspitzt ausgedrückt, aber der Eindruck entsteht. 

Das hört sich jetzt schlimmer an als es ist und manche mögen es bestimmt auch ganz genau so. Mir fällt das nur immer auf, weil die Menschen eben so nun mal nicht sind (zumindest die meisten nicht). 

Die Geschichte um Ahren endet halboffen - der erste Schritt einer größeren "Mission" ist abgeschlossen und wird im bereits entstehenden Folgeband fortgesetzt.  

Mein Fazit: Ein sehr gut zu lesender und unterhaltsamer Fantasy-Roman, mit dem man keinen Fehlgriff macht. Man sollte aber kein ungeduldiger Leser sein, da die Handlung stellenweise recht langsam voranschreitet, und keine atemberaubenden Spannungsmomente erwarten. 
Ahren bekommt von mir 4 von 5 Rezisternchen.

Montag, 5. Juni 2017

Rezension: "Die Feenjägerin - das verbotene Königreich" von Elizabeth May

Titel: Die Feenjägerin - Das verbotene Königreich
Autor: Elizabeth May
Verlag und Info: Heyne Verlag 
TB, 480 Seiten
Preis:;14,99 €
Genre: Fantasy
Reihe: Ja, Teil 2 

Die Feenjägerin - das verbotene Königreich  -  Elizabeth May


Inhalt
Aileana, die Feenjägerin, wurde beim Versuch, das Siegel der gefangenen
Feen zu erneuern, gefangen genommen. Lonnrach, ein mächtiger Feenfürst,
hält sie fern von allen anderen Lebewesen gefangen und quält sie.

Als ihr die Flucht nach langer Zeit mit Hilfe Ihrer Freunde gelingt,
findet sie ihr zu Hause in Schutt und Asche vor. Die Menschen mussten
fliehen und waren gezwungen, eine Zweckgemeinschaft mit den verhassten
Feen einzugehen - die nicht immer störungsfrei verläuft.

Was kann Aileana tun, um das Ende von allem abzuwenden? Sie weiß nicht,
ob Sie Kiaran noch trauen kann. Weiterhin wird sie von Lonnrach
verfolgt. Ihre beginnende Beziehung zu dem Dunkelelf Kiaran scheint
keine Zukunft zu haben.

Die Situation ist völlig verzwickt, doch Aileana schöpft Hoffnung, als
sie erfährt, das einige Ihrer Freunde die letzten Monate überlebt haben,
und sie nimmt den Kampf gegen die Feen von Neuem auf. Doch diesmal steht
ihr ein mächtigerer Gegner entgegen als Sorcha,die Mörderin Ihrer
Mutter: Die tausende von Jahren alte Herrscherin aller Feen selbst, die
der Legende in einer Welt jenseits der Realität überdauert und die
Fäden spinnt.

Auf dem Weg zum finalen Kampf erfährt Aileana viel über die Geschichte
von Kiaran und den anderen Feen, mit denen sie in Berührung kommt - auch
Dinge, die ihr Weltbild völlig auf den Kopf stellen.

Ob Aileana stark genug ist, aus dem Kampf zwischen diesen beiden
Völkern mit den Menschen als Siegerin hervorzugehen?


Beurteilung

Die Feenjägerin - das verbotene Königreich ist auf jeden Fall mal
wieder super geschrieben. Es liest sich einfach wunderbar leicht.
Aileana ist eine extrem gut und detailliert dargestellte Protagonistin,
die viel Tiefe hat und die man einfach gern haben muss.

Von den anderen Protagonisten mochte ich am liebsten Aithinne - über
sie hätte ich gerne noch mehr erfahren. Ein faszinierender Charakter,
der Aileana gar nicht so unähnlich ist. Am besten gefallen hat mir die
Geschichte von der Entstehung der Falknerinnen und auch die Mortair -
faszinierende Geschöpfe, die mich ein bisschen an Transformers erinnert
haben :-)

Die Bilder, die hier mit Worten "gemalt" wurden, um den Zustand und die
Optik der Schauplätze zu beschreiben, fand ich wie schon in Band 1
einmalig. Das ist der Autorin in diesen beiden Büchern wirklich selten
gut gelungen. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen, sowohl den
Anblick der "realen" Welt, als Aileana aus dem Feengefängnis entkommen
kann, als auch die Schauplätze auf der anderen Seite in der Welt der
Feen. Ich könnte mir das ganze richtig gut als Filmumsetzung vorstellen
mit bombastischen Bildern - das wäre episch!

Zum Ende hin hat sich die Entwicklung der Geschichte allerdings sehr in
die Länge gezogen, die letzten 100 Seiten des Buches musste ich mich ein
bisschen quälen - das hätte man sicherlich etwas straffen können. Da
wird mir das ganze doch ein wenig zu rührselig.

Ich finde es sehr schade, das bislang wohl keine Fortsetzung mehr in
Sicht ist, denn ich denke die hier gestrickte Welt bietet unglaublich
viel Potential für Geschichten in alle möglichen Richtungen, es wäre
eine Verschwendung, dies ruhen zu lassen, und ich hoffe sehr, das es
noch irgendwann weitergeht!  


Fazit: Sehr gelungene Fortsetzung, die man aber etwas hätte straffen können. Das Buch bekommt von mir dennoch 5 von 5 Rezisternchen.

Rezension: "Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg


Titel: Blackout - Morgen ist es zu spät
Autor: Marc Elsberg
Verlag und Infos: Blanvalet
TB, 800Seiten
Preis: 10,99 €
Genre: Thriller
Reihe: Nein

Blackout - Morgen ist es zu spät  -  Marc Elsberg


Inhalt:

Binnen weniger Stunden fällt in Europa der Strom aus. Anfangs für viele nur ein seltenes Ärgernis, wird schnell klar: Das Licht bleibt aus.
Die Netzbetreiber kommen nicht hinter den Fehler, und der Ausfall dauert an.

Piero Manzano, ein italienischer ehemaliger Hacker, bemerkt einen seltsamen Code auf seinem intelligenten Stromzähler. Er findet schnell heraus, das dieser Code eine gezielte Fremdabschaltung ist. Doch niemand bei den Behörden nimmt ihn ernst, als er versucht, sie darauf aufmerksam zu machen.

Doch das ändert sich bald, als auch andere Spuren auf eine willentliche Attacke auf das europaweite Stromnetz hindeuten. Doch die vermeintlichen Täter haben ihre Pfade gut verwischt.

Während sich die höchsten Ministerien und Stromlieferanten auf internationaler Ebene  die Köpfe heiß diskutieren und versuchen, das Schlimmste zu vermeiden, bricht die öffentliche Ordnung immer weiter zusammen. Wasser, Lebensmittel, Benzin, Geld, alles wird Mangelware.

Die größte Bedrohung kommt von den Atomkraftwerken, an die zuerst niemand gedacht hat: Immer mehr drohende Kernschmelzen stehen bevor. 

Die Welt steht am Abgrund, und scheinbar hat nur Piero Manzano den richtigen Anhaltspunkt gefunden, um der drohenden Katastrophe Einhalt zu gebieten. Wird er rechtzeitig jemand finden, der ihm Glauben schenkt - und genug Einfluß hat, um seine Informationen an die richtigen Ohren gelangen zu lassen?


Beurteilung

Einfach Wahnsinn. Dieses Buch hat mich persönlich extrem berührt - da ich selbst, vermutlich durch die Einflüsse der unglaublich negativen Meldungen der letzten Monate und Jahre in den Medien, seien es Naturkatastrophen oder Terroranschläge, versuche mich so gut wie möglich auf einen Ernstfall vorzubereiten.

In "Blackout" wird, unglaublich detailliert, recherchiert und für den laienhaften Leser sehr gut verständlich ein Szenario aufgebaut, das uns nicht nur sehr deutlich veranschaulicht, welche Folgen ein länger andauernder Stromausfall für unsere elektronikabhängige Gesellschaft hat, sondern auch sehr genau erklärt, wie der Strom erzeugt, gehandelt und geliefert wird, bevor er aus unserer Steckdose fließt.

An diesem Buch kann man wirklich noch etwas fürs Leben lernen. Bei der Lektüre wird einem erst klar, was eigentlich alles vom unsichtbaren Strom, über den keiner mehr bewusst nachdenkt, alles dranhängt. 

Deswegen appelliere ich an Euch Leser: Es ist nie falsch, genügend Vorräte an Batterien, Kerzen, Wasser,, haltbaren Lebensmitteln und stromunabhängigen Kleingeräten wie Radios oder einem Campingkocher daheim zu haben, um im Ernstfall zumindest einige Tage durchhalten zu können.

Denns o beängstigend das auch klingt - ein solches Szenario ist keinesfalls Science Fiction. Es kann jederzeit über uns hereinbrechen. 

Zum Buch selbst muss ich sagen, dass es unglaublich spannend aufgebaut ist und sich, trotz der Kompexität, des Detailreichtums und den sehr zahlreichen verschiedenen Sichten unterschiedlicher handelnder Personen, an seinen roten Faden hält und gut nachvollziehbar ist.

Der Handlungsverlauf ist nach Tagen des Stromausfalls aufgebaut, von Tag 1 bis Tag 14, und an jedem Tag steht die Menschheit ein bisschen näher mit dem Rücken zur Wand. Denn es ist nicht nur ein Land betroffen - sondern so gut wie alle, was Hilfe von außen fast unmöglich macht.

Das Buch wechselt zwischen den Sichten verschiedener Personen hin und her - mitgezählt habe ich nicht, aber wir befinden uns bestimmt im zweistelligen Bereich. Und trotzdem wird es nicht unübersichtlich, da es einfach extrem gut aufgebaut ist. 

Ich bin total hin und weg und auch immer noch ein wenig erschüttert, wie wenig Zeit uns Menschen in so einem Fall doch bleibt. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bezweifle, dass die Koordination zwischen den einzelnen Ländern, Behörden und Ministerien auf nationaler und internationaler Ebene wirklich so funktioniert wie in diesem Buch beschrieben. Es bleibt nur zu hoffen, denn sonst wären wir wirklich noch viel schneller verloren. 

Mein Fazit: Ein zukunftsweisendes Buch, dass für Laien gut verpackte Informationen in einen extrem spannenden, internationalen Thriller verbaut und noch lange im Kopf nachwirkt. Ich habe die 800 Seiten fast an einem Tag weggelesen. Etwas anderes als 5 Sterne kann man da einfach nicht vergeben. Lesen!!!








Rezension: "Das Traumparadoxon" von Stephanie Tölle

Titel: Das Traumparadoxon
Autor: Stephanie Tölle
Verlag und Infos: SP, Infos z.B. auf Lovelybooks
TB, 216 Seiten
Preis: 8,99 €
Genre: Urban Fantasy
Reihe: (noch) nicht 

Das Traumparadoxon - Stephanie Tölle


Inhalt
Die junge Studentin Samira hat es nicht leicht. Sie versucht sich ein
selbständiges Leben aufzubauen. Sie lebt in einer WG mit ihrem Bekannten
und Freund Azurel und jobbt nebenher.

Doch sie wird von Albträumen geplagt und kommt kaum zur Ruhe.
Seltsamerweise scheinen ihre Träume sich fortzusetzen, und stets kann
sie sich sehr deutlich daran erinnern. Als auf einmal ein neuer Nachbar
gegenüber einzieht, häufen sich die Merkwürdigkeiten.

Er und sein bester Freund erinnern sie stark an Gestalten aus ihren
Träumen, in denen sie von einer jungen Diebin Sephariel träumt, die
versucht, ihrem grausamen Arbeitgeber zu entkommen und außerhalb der
Diebesgilde auf Beutezug geht, was diese ihr sehr übel nimmt und
beginnt, sie zu verfolgen.

Doch als Samira nach dem Aufwachen feststellt, dass die Spuren Ihrer
Traumerlebnisse auch in der Realität vorhanden sind, wird aus Spaß auf
einmal Ernst.

Bald weiß Sie nicht mehr, wer Freund oder Feind ist, und was noch zum
Traum gehört und was zur Realität. Kann Samira herausfinden, wie real
ihre Träume wirklich sind und was dahinter steckt?


Beurteilung

Zuerst: Wie bin ich auf das Buch gekommen? Der Titel hat mich
regelrecht angesprungen. Leider muss ich sagen, dass mir das Cover und
das Buchformat nicht so gut gefallen haben - das Buch ist mir zu
großformatig, was unbequem beim Lesen ist, und bei Covern stehe ich
eher auf schnörkelige Fantasiebilder.

Allerdings sind die farbigen Illustrationen von einigen der
Hauptprotagonisten, die über das Buch verteilt werden, sehr sehenswert,
gut platziert und gelungen!

Aber das soll ja keinen Einfluss auf die Beurteilung des Inhalts haben!


Ich mag Fantasyromane, die eine Fantasiewelt mit der Realität
vermischen. In "Das Traumparadoxon" verfolgen wir von Beginn an drei
verschiedene Handlungsstränge, die sehr geschickt miteinander
abgewechselt werden.

Im Verlauf der Handlung verknüpfen sich die Handlungsstränge ganz
allmählich miteinander bzw. gehen ineinander über, das wurde hier
wirklich geschickt aufgebaut und die Wechsel finden so statt, dass man
nirgendwo den Faden verliert.

Spannend ist, dass man relativ schnell merkt, wo die Zusammenhänge
liegen, aber beim Erraten der Details kann man stellenweise ordentlich
schiefliegen! Mehr will ich hier nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Der Schreibstil von Stefanie Tölle ist flüssig und angenehm zu lesen -
auch durch die relativ kurzen Kapitel und Sichtwechsel wird eine
Spannung erzeugt, die einen das Buch kaum noch weglegen lassen. Auch
das grundsätzliche Konzept des Buchs, also die Idee, die die Autorin
entwirft, ist faszinierend - und für mich neu, in der Form habe ich noch
keine andere Fantasystory gelesen, soweit ich mich erinnern kann.

Die Protagonisten sind gut beschrieben, in Samira konnte ich mich als
Typ gut hineinversetzen, allerdings finde ich sie auch ein bisschen arg
naiv - also wenn mein neuer Nachbar sich so unverschämt in mein Leben
(und meine Wohnung) drängen würde, würde ich ihm was Husten - den Teil
finde ich ziemlich unrealistisch, denn selbst wenn er noch so toll
aussieht und nett ist, das würde in der Form wohl heutzutage kein
vernunftbegabter Mensch wirklich zulassen.

In der zweiten Hälfte wurde die Geschichte mal kurz etwas verworren und
es fielen ein paar Begriffe, die mich fürchten ließen, dass wir jetzt in
ein ziemlich abgedroschenes Fantasythema abrutschen, doch das wurde zum
Glück schnell wieder abgefangen.

Einige der Auflösungen zum Ende des Buchs hin sind wirklich grandios,
da wäre ich niemals drauf gekommen - berechenbar ist diese Geschichte
ganz bestimmt nicht!

Fazit:

Ein Buch, das mich sehr gut unterhalten hat, spannend mit einer neuen
Idee und vielseitigen Charakteren. Ich freue mich, mal wieder einen
Fantasyroman gelesen zu haben, der auch mal ohne Fee, Dämon & Co.
auskommt (auch wenn ich die natürlich ebenfalls mag :-)
Einzig störend für mich wie gesagt das Format und doch noch einige
Satzbau- und Rechtschreibfehler in dieser Auflage, über die man
hinweglesen muss.

Das Traumparadoxon bekommt von mir trotzdem 5 von 5 Sternen.

Samstag, 27. Mai 2017

Rezension: "AchtNacht" von Sebastian Fitzek

Titel: AchtNacht
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag und Infos: Knaur Verlag
TB, 400 Seiten
Preis: 12,99 €
Reihe: nein
Genre: Thriller

AchtNacht - Sebastian Fitzek 


Inhalt
Im Internet grassiert eine neue Seite: www.achtnacht.de. Stell Dir
vor, Du könntest einen Menschen nominieren, der in einer Nacht im Jahr
straffrei und sogar gegen Belohnung getötet werden kann. Du müsstest nur
eine geringe Gebühr für Deine Anmeldung bezahlen.
Würdest Du es tun?

Aus einer interessanten Meldung wird auf einmal bitterer Ernst: Immer
mehr Menschen springen auf den Zug auf. Und Benjamin Rühlmann,
geschieden, erfolglos und Vater einer Tochter, die durch einen von ihm
verusachten Autounfall beide Beine verloren hat und nach einem
Selbstmordversuch im Koma liegt, scheint auf einmal zur Zielscheibe zu
werden.

Auf einmal ist er auf der Flucht. Er weiß nicht: Wer kennt die
Achtnacht? Ist sie ernst oder fake? Wieso ist ausgerechnet er nominiert?
Und was ist mit der zweiten Nominierten Arezu Herzsprung?

Hat er eine Chance, die Nacht zu überleben, wenn mehrere 1000 Menschen
hinter ihm her sind? Benjamin Rühlmann muss es schaffen, bis zum
nächsten Morgen sein Leben und das seiner Familie und Freunde zu
schützen....



Beurteilung

Mein erster Fitzek. Und auch nur, weil ich ein Fan von dem Film "the
Purge" bin, an den das Buch ja ganz offiziell anlehnt. Das Buch wurde im
Vergleich mit anderen Büchern des Autors eher schlecht beurteilt, da es
aber mein erster Roman des Autors ist, kann ich unvoreingenommen
herangehen.

Und was soll ich sagen: Ein sehr packender Thriller, und was bei diesem
Genre besonders wichtig ist: Bis zum Ende unvorhersehbar (zumindest für
mich).

Benjamin Rühlmann und Arezu Herzsprung sind zwei hervorragend
ausgewählte Charaktere, die so gut wie nichts gemeinsam haben, außer
dass beide psychisch schwer belastet sind: Ben ein Versager auf der
ganzen Linie - sein es beruflich oder familiär - und Arezu eine junge
Frau mit einer unglücklichen Kindheit, die sie immer noch nicht
überwunden hat. Das ganze in der Umgebung einer kalten und anonymen
Großstadt, in der in der Realität irgendwo jeder sich selbst überlassen
wird, sobald man von der gewünschten gesellschaftlichen Norm abweicht.

Und ich glaube ganz fest, dass in so einer Gesellschaft eine Szenerie
wie die Achtnacht tatsächlich ein Eigenleben entwickeln könnte -
traurig, aber wahr, man kann gar nicht mehr glauben, wie viele Menschen
es gibt, die auf diesen Trend aufspringen würden, aber die Nachrichten
beweisen es uns jeden Tag aufs Neue.

Und wie sich ganze Nationen aufgrund von der Idee einer einzigen Person
infizieren lassen können, sei sie noch so wahnwitzig, hat uns die
Vergangenheit auch schon mehr als einmal gezeigt.

Ich fand die Story durchgehend spannend, das Buch hat mich direkt von
Anfang an gepackt. Und immer wenn man denkt, man weiß jetzt, in welche
Richtung es geht, tauchen wieder unerwartete Situationen und
Erkenntnisse auf.

Was ich auch gut fand, war, dass nicht ewig nichts passiert und zum
Schluss ein bombastischer Showdown kommt, sondern die "rasanteren"
Szenen wechseln sich mit den ruhigeren das ganze Buch durch immer wieder
ab.

Es gibt auch immer wieder Blickwinkelwechsel, die aus der Sicht der
verschiedenen "Drahtzieher" geschrieben sind und es uns erlauben, einen
Rundumblick auf die Geschehnisse der Achtnacht zu haben, und nicht nur
das, was die Protagonisten erleben. Meistens sind diese Einschübe aber
eher kurz gehalten.

Also, für mich ist Achtnacht ein echt guter und gekonnter Thriller, der
das Thema Massenpsychologie an einem extrem interessanten und
beängstigenden Szenario anpackt und uns vor Augen führt, wie einfach
es sein kann, Menschen in großen Mengen zu hypen und zu gewünschten
Handlungen zu bringen.

Jeder, der dieses Buch liest, ist hoffentlich zuerst mal gut
unterhalten, sollte aber auch mal einen Augenblick bewusst darüber
nachdenken, vielleicht künftig nicht mehr jeden Post, Tweet oder
sonstige Meldungen in den sozialen Medien einfach fraglos aufzunehmen,
sondern auch mal kritisch zu hinterfragen.

Hat mich sehr gut und auf einem hohen Niveau unterhalten - 5 von 5
Rezisternchen.

Rezension: "Stormheart - die Rebellin" von Cora Carmack

Titel: Stormheart - Die Rebellin
Autor: Cora Carmack
Verlag und Info: Oetinger Verlag
HC, 464 Seiten
Preis: 19,99 €
VÖ: Mai 2017
Reihe: Ja, Band 1
Genre: High Fantasy für Jugendliche

Stormheart.Die Rebellin  -  Cora Carmack


Inhalt

Eine Welt, in der die Stürme regieren. Tornados, Gewitter, Feuer-,
Sandstürme und andere Unwetter greifen Menschen und Ansiedlungen gezielt
an. Nur die Herrscherfamilien, die Sturmmagie besitzen, sind in der
Lage, die Stürme zu besiegen und ihre Völker zu schützen.

Der jungen Thronfolgerin Aurora graut vor der unlösbaren Aufgabe, denn
bis heute scheint sie keinen Funken Sturmmagie zu besitzen und sie und
ihre Familie tun alles, damit dieser Makel, der sie regierungsunfähig
macht, nicht nach außen dringt.

Prinz Cassius aus einem benachbarten Königreich ist ihr fremd, doch
ihre einzige Chance: Auch er ist ein mächtiger Sturmling, und durch ihre
Hochzeit mit ihm soll ihr Geheimnis gewahrt bleiben.

Doch durch Zufall erfährt Aurora, dass es einen anderen Ausweg für Sie
geben könnte als eine erzwungene Heirat. Doch dafür muss Sie alles
aufgeben und dem rätselhaften Sturmjäger Lock uns seiner Truppe ins
ungezähmte Wildland folgen, um ausgebildet zu werden.

Das die Probleme im Land noch viel größer sind als sie ahnt, erfährt
sie erst im Laufe ihrer Reise - und muss dann alles daran setzen, nicht
zu spät zu kommen...


Beurteilung

Auf dieses Buch habe ich mich schon sehr lange gefreut. Mit einer
entsprechend relativ hohen Erwartung habe ich mich daher an die Lektüre
gemacht, muss aber sagen, dass ich anfangs enttäuscht war.

Es hat ungefähr bis zum ersten Drittel des Buchs gedauert, bis ich mit
den Protagonisten warm werden konnte. Es ist nicht schlecht geschrieben,
aber es ist mir auf den ersten Seiten nicht gelungen, einen Bezug zu
Aurora oder Cassius herzustellen.

Auch hätte ich es gut gefunden, wenn die Art und Weise der Magie, die
die Sturmlinge inne haben, gleich am Anfang etwas besser erläutert
worden wäre - da dies mir anfangs gefehlt hat, konnte ich wahrscheinlich
auch nicht nachvollziehen, wo genau jetzt eigentlich das Problem liegt.


Ich muss aber auch sagen, dass sich das Buch zum Ende hin wahnsinnig
steigert. Je mehr über die "Beziehung" zwischen den Menschen und den
Stürmen bekannt wird, desto toller wird es.

Zum Ende hin wurde es soooo toll - könnt ihr Euch vorstellen, Mitleid
mit einem Gewitter zu haben? Nein? Ich auch nicht, aber ich hatte es.
Mehr sage ich nicht! Aber ich glaube, ich werde künftig wenn es blitzt
und donnert ganz anders darüber denken als bisher. Wieder eine neue
Fantasiewelt in meinem Kopf, die mir geschenkt wurde :-)

Die Charaktere lassen mich mit gemischten Gefühlen zurück. Aurora mag
ich ganz gern - sie ist eben ein junges Mädchen, das Angst vor der
Zukunft hat und aufgrund ihres Makels und ihres Standes sehr
abgeschottet groß wurde und keine Ahnung von der Welt und den Problemen
der einfachen Menschen hat. Sie hat aber ein gutes Herz, ist mutig und
ehrgeizig und offen und ich konnte nicht anders, als vor allem zum Ende
hin mit ihr mitzufiebern.

Der Sturmjäger Lock ging mir ein bisschen auf den Keks. Ständig
schwankt er zwischen dem harten Kerl und dem verliebten Trottel, und
scheint in Anwesenheit Auroras sein Blut nicht dauerhaft im Kopf
behalten zu können. Ich hasse solche Weicheier in Fantasybüchern. Wenn
mein Freund solche Stimmungsschwankungen in so kurzer Zeit hätte, würde
ich ihn mal zum Arzt schicken, ehrlich! Aber es ist ja eine Fantasywelt,
also was soll es :-)

Vom Schreibstil her war das Buch sehr angenehm zu lesen, das kann man
gut an einem regnerischen Nachmittag am Stück durchlesen. Es ist auf
jeden Fall ein Jugendroman, von daher nicht allzu komplex gehalten, aber
doch mit einer gut erdachten High-Fantasy-Welt, über die wir einige
Dinge erfahren, uns aber nicht jeden Stein 3 Seiten lang betrachten
müssen, wie das ja in manchen Büchern dieses Genres so ist. Von daher
angenehm zügig zu lesen.

Folgebände sind bereits in Vorbereitung.

Fazit: Nach einem etwas schwerfälligen Einstieg steigert sich die Story
zum Ende hin extrem und hat im letzten Drittel tolle Highlights. Daher
absolute Leseempfehlung und für ungeduldige Leser: Nicht abbrechen,
durchlesen lohnt sich! Ich gebe Stormheart daher 4 von 5 Rezisternchen.

Sonntag, 21. Mai 2017

Rezension: "Gejagt - Die Chronik des eisernen Druiden 6) - Kevin Hearne

Titel: Gejagt - die Chronik des eisernen Druiden (6)
Autor: Kevin Hearne 
TB, 358 Seiten
Preis: 16,95 €
Genre: Fantasy
Reihe: Ja, Band 6


Gejagt - Die Chronik des eisernen Druiden (6) - Kevin Hearne 




Inhalt

Granuaile hat ihre 12jährige Ausbildung zur Druidin mittlerweile abgeschlossen. Leider kommt sie nicht viel dazu, an sich zu arbeiten, denn Sie und Atticus müssen quer über den ganzen Erdball vor den olympischen Göttern fliehen, die Atticus ans Leder wollen, weil er Bacchus weggesperrt hat.
Ein unkomplizierter Fluchtweg scheint verschlossen, da sämtliche Tore zur Feenwelt, wo sie vorläufig in Sicherheit wären, entweder zerstört sind oder von ihren Feinden bewacht werden.

Und dann sind auch noch der irre gewordene Loki und seine Tochter Hel unterwegs und auf dem besten Weg, Ragnarök auszulösen.
Und so fliehen Atticus und Granuaile zu Fuß durch Europa, begleitet von dem treuen Wolfshund Oberon, und versuchen, den Göttern ein Schnippchen zu schlagen, ihre Leben zu retten und nebenher auch noch die ganze Welt.
 

Beurteilung

Mittlerweile ist die Chronik des eisernen Druiden ein Kult für mich – und auch beim sechsten Band angelangt kein Stück langweilig.
Mit der neuen Druidin Granuaile hat der Autor hier genau den richtigen Pepp reingebracht, und Götter gibt es ja zum Glück so viele, dass hier immer genug Stoff für Abwechslung vorhanden ist.

Mit dem gewohnt trockenen Humor werden Gottheiten von A bis Z hier mit ihren Stärken und Schwächen sowie teilweise erstaunlichen Fähigkeiten dargestellt.
Die Auflockerung kommt wie immer durch den lieben Oberon, dessen größte Sorge trotz der Hetzjagd um ihr Leben immer noch willige Pudeldamen und Würstchen sind.
Insgesamt ist „Gejagt“ diesmal sehr actionreich und auch kampflastig geworden. Da gibt es einige ziemlich brutale Szenen, etliche zertrennte Körper, Blut und Leichen, aber da ja Götter und Druiden die  Eigenart haben, immer wieder doch wieder am Leben zu bleiben, ist das ganze harmloser als es klingt.

Trotzdem müssen wir uns in diesem Band (vorerst?) auch von einer gefürchteten, aber dennoch liebgewonnenen Nebenprotagonistin verabschieden – aber wer weiß, für wie lange. Zu meiner Freude haben wir aber ziemlich viel Kommunikation mit Elementaren in diesem Band – ich finde das ja so herzig, diese telegrammartigen Unterhaltungen, und ich stelle mir die total niedlich vor, obwohl sie nirgendwo beschrieben werden.
Einen Band 7 wird es wohl auf jeden Fall geben, denn der Autor lässt uns am Ende mit einem ziemlichen Cliffhanger und unglaublich neugierig zurück, da muss es einfach bald weitergehen. 

Fazit: So gut wie immer, kein Stück langweilig und hat deswegen mal wieder 5 von 5 Sternchen verdient.