Sonntag, 12. März 2017

Rezension: "Creature - Gefahr aus der Tiefe" von Morton Rhue

Titel: Creature - Gefahr aus der Tiefe
Autor: Morton Rhue 
Verlag und Infos: Ravensburger Buchverlag
HC, 476 Seiten
Preis: 17,00 €
Genre: Dystopie
Reihe: Nein

Creature - Gefahr aus der Tiefe  -  Morton Rue


Inhalt

Eine dystopische Variante des Moby Dick Klassikers, der aber bis auf die Namen Ahab und Ismael nicht viele Gemeinsamkeiten aufweist.

Auf der Erde ist das Leben unerträglich geworden. Die Menschen können nur noch unter Kuppeln leben, Wasser ist knapp und die Ressourcen für die künstliche Sauerstofferzeugung neigen sich langsam aber sicher dem Ende zu.
Es gibt nur eine Chance, genug Geld zu verdienen, um dem sicheren Ende zu entkommen: Man lässt sich in eine andere Welt transportieren, um dort für einen befristeten Zeitraum zu arbeiten und sich so eine bessere Zukunft zu schaffen. Der Haken: Man kann leider nicht mitbestimmen, wo man hinkommt, mit wem und was man dort tun muss.

Ismael verschlägt es nach Cretacea auf einen Walfänger. Allerdings stellt sich heraus, dass der seltsame Kapitän eine persönliche Fehde mit der schlimmsten Kreatur des ganzen Meeres offen zu haben scheint, die er, ungeachtet des eigentlichen Auftrags, erbarmungslos jagt. 

Trotzdem geht es Ismael und seinen Kameraden auf ihrem Schiff nicht schlecht. Doch immer mehr Dinge erscheinen Ismael seltsam und die Ungereimtheiten häufen sich. Wo genau ist er eigentlich, warum bekommt er so selten Nachricht von seinen Eltern und was hat es mit den seltsamen Ratschlägen auf sich, die ihm sein Onkel Ben kurz vor dem Start mitgegeben hat?

Doch Ismael braucht dringend das Geld, dass er mit seiner Arbeit verdienen kann, wenn er sich beweist, und so geht er immer wieder auf waghalsige Aktionen ein - bis es vielleicht irgendwann eine zuviel ist...


Beurteilung 

Cover, Titel und Klappentext passen hier einfach wie die Faust aufs Auge und stimmig zusammen - der Titel macht neugierig, der Klappentext noch mehr. Auch wenn ich Anfangs gemischte Gefühle hatte, als ich merkte, das es sich anscheinend um ein "Remake" von Moby Dick handelt, wurde ich schnell eines Besseren belehrt:

Bis auf einige Annäherungen haben beide Geschichten nicht viel miteinander zu tun. Obwohl ich Seeabenteuer nicht unbedingt als meinen favorisierten Lesestoff bezeichnen würde, hat mich Ismael als Charakter fast sofort für sich eingenommen, und ich bin gerne mit ihm nach Cretacea abgetaucht.

Das Buch ist wirklich toll geschrieben und durch die Andeutungen der ganzen Seltsamkeiten und dem dystopischen Hintergrund bleibt man die ganze Zeit am Ball, weil man sich sicher ist, da passiert noch was großes. Und die Spannung baut sich wirklich von der ersten Seite an auf und lässt auch nicht nach. Alle Figuren in dieser Handlung sind toll und lebendig beschrieben.

Die Aufklärung relativ am Ende des Buches fand ich total überraschend und unerwartet, da wäre ich niemals während des Lesens der Geschichte drauf gekommen. Wenn man dann im Nachhinein drüber nachdenkt, wird einem klar, dass man sich von seinem eigenen Kopf hat austricksen lassen - mehr will ich aber gar nicht verraten! 

Ich hätte mir am Ende gewünscht, dass der Autor etwas länger und detaillierter auf den tatsächlichen Sachverhalt eingegangen wäre und die Abläufe noch etwas genauer erklärt hätte, aber darauf mussten wir leider verzichten.

Das hat aber absolut keinen negativen Einfluss auf den Lesespaß, auch wenn zum Ende hin Fragen offen bleiben. 

Das Buch kann ich jedem nur empfehlen, hat total Spaß gemacht und einen solchen Klassiker bekommt man auch nicht alle Tage so komplett neu durchgemischt auf den Tisch. Diese Kombination aus altem Stoff und modernem Jugendbuch ist dem Autor wirklich toll gelungen.

Dafür gibt es von mir auch 5 von 5 Rezisternchen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen