Sonntag, 21. Mai 2017

Rezension: "Gejagt - Die Chronik des eisernen Druiden 6) - Kevin Hearne

Titel: Gejagt - die Chronik des eisernen Druiden (6)
Autor: Kevin Hearne 
TB, 358 Seiten
Preis: 16,95 €
Genre: Fantasy
Reihe: Ja, Band 6


Gejagt - Die Chronik des eisernen Druiden (6) - Kevin Hearne 




Inhalt

Granuaile hat ihre 12jährige Ausbildung zur Druidin mittlerweile abgeschlossen. Leider kommt sie nicht viel dazu, an sich zu arbeiten, denn Sie und Atticus müssen quer über den ganzen Erdball vor den olympischen Göttern fliehen, die Atticus ans Leder wollen, weil er Bacchus weggesperrt hat.
Ein unkomplizierter Fluchtweg scheint verschlossen, da sämtliche Tore zur Feenwelt, wo sie vorläufig in Sicherheit wären, entweder zerstört sind oder von ihren Feinden bewacht werden.

Und dann sind auch noch der irre gewordene Loki und seine Tochter Hel unterwegs und auf dem besten Weg, Ragnarök auszulösen.
Und so fliehen Atticus und Granuaile zu Fuß durch Europa, begleitet von dem treuen Wolfshund Oberon, und versuchen, den Göttern ein Schnippchen zu schlagen, ihre Leben zu retten und nebenher auch noch die ganze Welt.
 

Beurteilung

Mittlerweile ist die Chronik des eisernen Druiden ein Kult für mich – und auch beim sechsten Band angelangt kein Stück langweilig.
Mit der neuen Druidin Granuaile hat der Autor hier genau den richtigen Pepp reingebracht, und Götter gibt es ja zum Glück so viele, dass hier immer genug Stoff für Abwechslung vorhanden ist.

Mit dem gewohnt trockenen Humor werden Gottheiten von A bis Z hier mit ihren Stärken und Schwächen sowie teilweise erstaunlichen Fähigkeiten dargestellt.
Die Auflockerung kommt wie immer durch den lieben Oberon, dessen größte Sorge trotz der Hetzjagd um ihr Leben immer noch willige Pudeldamen und Würstchen sind.
Insgesamt ist „Gejagt“ diesmal sehr actionreich und auch kampflastig geworden. Da gibt es einige ziemlich brutale Szenen, etliche zertrennte Körper, Blut und Leichen, aber da ja Götter und Druiden die  Eigenart haben, immer wieder doch wieder am Leben zu bleiben, ist das ganze harmloser als es klingt.

Trotzdem müssen wir uns in diesem Band (vorerst?) auch von einer gefürchteten, aber dennoch liebgewonnenen Nebenprotagonistin verabschieden – aber wer weiß, für wie lange. Zu meiner Freude haben wir aber ziemlich viel Kommunikation mit Elementaren in diesem Band – ich finde das ja so herzig, diese telegrammartigen Unterhaltungen, und ich stelle mir die total niedlich vor, obwohl sie nirgendwo beschrieben werden.
Einen Band 7 wird es wohl auf jeden Fall geben, denn der Autor lässt uns am Ende mit einem ziemlichen Cliffhanger und unglaublich neugierig zurück, da muss es einfach bald weitergehen. 

Fazit: So gut wie immer, kein Stück langweilig und hat deswegen mal wieder 5 von 5 Sternchen verdient.

Rezension: "Aegeria - Seelenruf" von Katelyn Erikson

Titel: Aegeria - Seelenruf
Autor: Katelyn Erikson
Verlag und Info: SP, Infos z.B. auf lovelybooks.de
TB, 410 Seiten
Preis: 12,99 €
Genre: Urban Fantasy
Reihe: Ja, Band 1



 Aegeria - Seelenruf - Katelyn Erikson


Inhalt

Als Logan in einem Krankenhaus zu sich kommt, ist er vor allem eins: Sehr wütend. Natürlich weiß er nicht, was ein Krankenhaus ist. Denn er ist schließlich der König von Aegeria, ein Gott unter Menschen, und diese müssen im gehorchen.
Seine Frau Celestia begegnet ihm im Krankenhaus – doch sie erkennt ihn nicht. Was ist nur geschehen? Wo ist er? Und warum nennt sich seine Frau Elenya und behauptet, sie sei Ärztin? Und gehorcht ihm nicht?

Elenya ist fasziniert von ihrem anscheinend psychisch gestörten Patienten. Er scheint sie buchstäblich magisch anzuziehen. Irgendetwas verbindet die Beiden miteinander.
Wenn er nur nicht behaupten würde, ein König zu sein – anscheinend ist er psychisch völlig gestört.
Doch auch nach dem Verlassen des Krankenhauses begegnet Elenya Logan immer wieder. Es scheint Schicksal zu sein, dass die beiden unabänderlich aneinander bindet…


Beurteilung

Die Äußerlichkeiten zuerst: Das wunderschöne Cover und der vielversprechende Titel laden geradezu dazu ein, das Debut von Katelyn Erikson zu lesen.
Eine faszinierende Version des Themas der Wiedergeburt wurde hier sehr gekonnt umgesetzt. Es hat mir insgesamt viel Spaß gemacht, den Roman zu lesen, der Schreibstil ist sehr flüssig und die Handlung schreitet gut voran.
Dies schicke ich vorweg, denn ab jetzt klingt es so, als hätte mir das Buch nicht gefallen, das stimmt aber nicht. Die GESCHICHTE ist toll, aber die Protagonisten Logan und Elenya könnte ich von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur mit dem Kopf an die Wand klatschen.

Logan ist ein selbstherrlicher Macho, der allen Ernstes der Meinung ist, dass seine Frau ihm gehorchen muss (und alle anderen Menschen auch). Aber eigentlich ist er ein Weichei, das dann auch immer wieder anfängt rumzuheulen und in Selbstmitleid zerfließt, wenn nicht alles so funktioniert wie er es gerne möchte.
Auf der anderen Seite haben wir Elenya, eine junge,hübsche und sehr intelligente junge Frau, die aber offensichtlich bei einem paar hübscher Augen und einem dominanten sexy Typ jegliche Emanzipation vergisst und zum unterwürfigen Spielball wird.
Ganz schlimm finde ich das – zwar haben beide Charaktere auch zwischendurch immer wieder „Vernunftblitzer“ und scheinen normal zu werden, aber sobald sie sich kommt das unmögliche Rollenverhalten wieder durch.

Am liebsten mochte ich die Nebencharaktere in diesem Buch, vor allem Stan, den immer freundlichen, gut gelaunten Arbeitskollegen von Logan, der zwar einen Mafia-Job macht, aber eigentlich vor allem ein gutes Herz hat.
Ich habe wirklich überlegt, ob ich das so ausführlich in die Rezension reinbringen soll, aber ich finde das gehört schon dazu, und ich will nochmal deutlich  machen: Ich unterscheide hier deutlich zwischen den Charakteren und dem Buch an sich! 

Wenn ich ein Buch schließe und sagen kann: Zu diesem Buch habe ich immer wieder gern gegriffen oder habe es sogar anderen Büchern vorgezogen, dann war etwas dran.
Und das ist bei diesem Buch absolut der Fall. Man merkt insgesamt sicherlich, dass die Autorin noch etwas ungeübt ist, ich habe sicherlich schon „geschliffenere“ Stories gelesen, aber es ist hier definitiv nicht so ausgeprägt, das es wirklich negativ auffallen würde.

Die Schauplätze und Szenarien und ebenso die Dialoge sind gut ausgearbeitet und so plastisch, das man sich die Szenen im Kopf gut vorstellen kann. Ich bin auch sehr neugierig geworden auf Aegeria, da leider im Buch nicht sehr viele Details darüber verraten werden. 

Eine Fortsetzung werde ich auf jeden Fall lesen, wenn eine erscheint, und gebe diesem Buch verdiente 4 von 5 Rezisternchen.

Rezension: "Hüter der fünf Leben" von Nica Stevens

Titel: Hüter der fünf Leben
Autor: Nica Stevens
Verlag und Info: Carlsen Verlag
TB, 281 Seiten
Preis: 11,99 €
Genre: Urban Fantasy Jugendbuch
Reihe: Nein

Hüter der fünf Leben - Nica Stevens




Inhalt

Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Vivian bei ihrem gut betuchten, aber sehr strengen Großvater. Die Sommerferien verbringt sie bei ihrem Vater, einem Wildparkhüter, in dessen Fußstapfen sie, sehr zum Missfallen ihres Großvaters, treten möchte.

In diesen Sommerferien begegnet sie Liam wieder, einem Kindheitsfreund und dem Sohn des Kollegen ihres Vaters. Doch etwas hat sich zwischen ihnen verändert. Liam zieht sie magisch an, doch er ist sehr abweisend und benimmt sich äußerst merkwürdig.
Als sie durch Zufall etwas sieht, das nicht für ihre Augen bestimmt war, setzt sie alles daran, hinter Liams Geheimnis zu kommen.

Auch Liam fühlt sich zu Vivian hingezogen, und schließlich kommen die Beiden einem Geheimnis auf die Spur, das Liams merkwürdige Fähigkeiten erklären kann, das aber kaum zu glauben ist. 


Beurteilung 

Hüter der fünf Leben ist ein Urban-Fantasy-Jugendbuch, wie man es sich wünscht.
Eine schöne Romanze zwischen zwei sympathischen Charakteren, ein altes Familiengeheimnis, fantastische Fähigkeiten und ein bisschen Magie und Menschen, die niedere Absichten haben und sich den Protagonisten in den Weg stellen, sind das Erfolgsrezept. 

Ja, das Muster ist nicht neu, aber trotzdem lese ich solche Geschichten immer wieder gern, vor allem, wenn sie so mitreißend geschrieben sind wie in diesem Fall von Nica Stevens.
Ich liebe es, wenn ich ein Buch beginne und mich die erste Seite gleich mitzieht. Ein kurzer, sehr neugierig machender Prolog, dann ein Cut und wir beginnen in einer alltäglichen Situation im Leben der Protagonistin Vivien.

Zugegeben, manchmal nervt es schon beim Lesen, wenn man merkt, dass es irgendwie doch immer das gleiche Schema F ist bei Fantasy-Jugendbüchern.
Dann denke ich mir aber, die jeweiligen Autoren können nichts dafür, es ist eben einfach so, man kann schließlich nicht für jedes Buch das Rad neu erfinden. Wichtig ist, dass man nicht den Eindruck hat, die Geschichte schon mal gelesen zu haben, es ähnelt inhaltlich keinem Buch, das ich kenne, und somit ist die grundlegende Idee dahinter neu. 

Ich möchte hier nicht spoilern und versuche mich deshalb mal möglichst schwammig auszudrücken: Liams hauptsächliche Fähigkeit ist beneidenswert. Ich wünschte, ich könnte auch von so etwas profitieren. Man hat etwas davon, aber doch nicht soviel, dass es einen irgendwann ins Unglück stürzt, denn es ist immer noch absehbar! Der Gedanke daran hat mich eine ganze Weile nach dem Lesen noch beschäftigt. 

Bei dem Ende ist eine Fortsetzung wohl möglich, aber eher unwahrscheinlich, man muss hier also nicht überlegen, ob man mit dem Lesen noch auf das Erscheinen des Folgebands wartet, was ja auch mal eine nette Abwechslung ist :-)

Mein Fazit ist auf jeden Fall: 

Ich habe das Buch weggesuchtet, es ist super leicht und schnell zu lesen, die Idee ist toll, die Charaktere gut ausgearbeitet und leicht gern zu haben. Die Geschichte zieht den Leser von Anfang an in ihrem Bann und wird an keiner Stelle langweilig. Deswegen gebe ich dem Buch 5 von 5 Sternchen.

Sonntag, 14. Mai 2017

Rezension: "Smoke" von Dan Vyleta

Titel: Smoke
Autor: Dan Vyleta
Verlag und Infos: carl's books Verlag
TB, 614 Seiten
Preis: 16,99 €
Genre: Schwierig, Urban Fantasy/Jugendbuch
Reihe: nein

Smoke - Dan Vyleta




Inhalt

In der Nähe von London. Abgeschnitten vom Rest der Welt, ist der ideologische und technologische Fortschritt im späten 18. Jahrhundert verpönt. Die Menschen leben dort noch wie vor  100 Jahren – ohne Telefon, ohne elektrisches Licht. 

In dieser Welt gehen Thomas, der Sohn eines verurteilten Mörders, und Charlie, Sohn eines reichen Industriemagnaten, zusammen auf ein Jungeninternat.
Dort bringt man Ihnen bei, Gentlemen zu sein – und Gentlemen rauchen nicht. Hier ist allerdings der Rauch gemeint, der allen Menschen entströmt, sobald sie eine Sünde begehen, etwas Schlechtes auch nur denken – und desto schlechter die Gedanken und Taten, desto widerlicher der Rauch.

Man übt sich also darin, möglichst wenig zu rauchen. Doch als Charlie und Thomas in den Ferien die Familie eines Jungen besuchen, erfahren sie eine unglaubliche Wahrheit, die ihre Welt und ihr Weltbild auf den Kopf stellt.
Fortan ist der Rauch für sie nicht mehr gottgegeben – denn sie treffen eine Gruppe von Menschen, die den Rauch erforschen und der Meinung sind, das man ihn beherrschen kann.

Unversehens werden sie in eine Verschwörung verstrickt, die sie nicht überschauen können, und bringen sich damit in tödliche Gefahr.


Beurteilung

Ich habe sehr kontroverse Meinungen zu diesem Buch gehört und war deshalb sehr gespannt, da mich persönlich der Klappentext des Buchs sehr angesprochen hat.
Eine faszinierende Idee. Zuerst fragt man sich, wie das rein physiologisch möglich sein soll – Sünde soll durch Rauch, der aus dem Körper kommt, in verschiedenen Konsistenzen und Farben, angezeigt werden.  Obwohl es erst einmal wie eine hanebüchene Idee erscheint – was haben die Mediziner noch vor wenigen 100 Jahren über die Vorgänge im menschlichen Körper gedacht? 

Aus einer Sicht von vor fast 200 Jahren betrachtet, erscheint das Rauchen durchaus möglich zu sein.Mit diesem Blickwinkel sollte man auch an dieses Buch herangehen.
Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen – die Ausdrucksweise ist etwas altmodisch und gestelzt, passt aber absolut zur Geschichte und gibt die Atmosphäre der steifen englischen Gesellschaft perfekt wieder. Es ist trotzdem sehr gut geschrieben und gut zu lesen, doch man fliegt nicht so leicht darüber hinweg wie in manch anderem Roman und muss sich schon konzentrieren beim Lesen.

Für mich schwierig waren auch teilweise die Wechsel der Blickwinkel zwischen den handelnden Personen – manchmal wurde ein kürzeres Zwischenkapitel aus der Sicht einer Nebenfigur geschrieben, um Lücken in der Handlung, die die Protagonisten nicht selbst erlebt haben, auszufüllen. Nicht immer wird sofort deutlich, wer jetzt gerade erzählt – es wird aber immer beim bewussten Lesen klar, wer spricht.

Zu den Personen: Die Jungen Thomas und Charlie und die junge Olivia Naylor sind die 3 Hauptprotagonisten in der Handlung. Sie sind sehr gut beschrieben, allerdings finde ich alle drei ein wenig naiv und beschränkt in ihrer Weltanschauung, jeden auf seine Weise. Vor allem Livia ist unglaublich anstrengend, auch wenn sie im Laufe der Geschichte die deutlichste Wandlung durchmacht.

Wie oben schon beschrieben geht es in dem Buch darum, dass das Thema Rauch in Frage gestellt wird. Leider muss ich sagen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, das der Autor irgendwo bei der Hälfte nicht mehr so recht wusste, wie es eigentlich weitergehen soll.
Nachdem ich, trotz der ungewöhnlichen Ausdrucksweise des Autors, die erste Hälfte des Buchs total fesselnd und spannend fand, hat mich die zweite Hälfte ziemlich angestrengt.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Gründe und Ziele der oben genannten „Verschwörer“, man könnte auch Wissenschaftler oder Rebellen sagen, nicht mehr wirklich nachvollziehen konnte und auch den physikalischen Erklärungen des Phänomens Rauch nicht mehr folgen konnte. Irgendwie fand ich das alles nicht mehr zusammenhängend und schlüssig dargestellt und hatte auch keine Lust mehr alles 4 mal zu lesen oder rauszuschreiben in der Hoffung, da doch noch den Durchblick zu behalten. 

Zum Schluss hatte ich zwar den Sinn und Zweck im Kern verstanden – glaube ich – aber der Weg und die Mittel dorthin haben sich mir trotzdem nicht erschlossen.
Dadurch fällt meine Bewertung für das Buch, das so vielversprechend angefangen hat, deutlich schlechter aus als anfangs gedacht.


Mein Fazit:  Sehr interessante und ungewöhnliche Idee die dennoch fesselnd umgesetzt wurde, jedoch verlor sich der rote Faden ungefähr bei der Hälfte der ca. 600 Seiten und es wurde etwas konfus und schwer nachzuvollziehen.  Daher kann ich Smoke leider nur 3 von 5 Sternen geben.