Montag, 8. Mai 2017

Rezension: "The U-Files - Die Einhorn-Akten" - Anthologie Hrsg. Sandra Florean

Titel: The U-Files - Die Einhorn-Akten
Autor: Hrsg. Sandra Florean
Verlag und Info: Talawah Verlag
TB, 373 Seiten
Preis: 13,90 €
Genre: Anthologie, Fantasy

The U-Files - Die Einhorn Akten - Hrsg. Sandra Florean, div. Autoren




Wie immer bei Anthologien halte ich diese Rezension nicht unterteilt in Inhalt und Meinung, sondern vermische es ein wenig, da es bei Kurzgeschichten ja nicht „die Eine“ Inhaltsangabe gibt.

Zuerst das Formale: Dieses Cover. Dieses Cover!!!! Ist es nicht wun-der-schön?? Es war Liebe auf den ersten Blick und seit ich es zum ersten Mal gesehen habe, geiere ich diesem Buch hinterher. Und endlich halte ich es in meinen Händen :-)

Übrigens spendet der Verlag für jedes Print 1 € und für jedes E-Book 0,50 € an das Tierheim in Kiel! Das verdient einen "Chapeau"! 

„The U-Files –die Einhorn-Akten“ ist eine Anthologie mit insgesamt 23 Kurzgeschichten mit, um und über eines unserer liebsten und sagenumwobensten Fabelwesen: Das Einhorn.
Traurige und lustige Geschichten, Hoffnung machende und märchenhafte Erzählungen von ausnahmslos tollen Autoren: Jörg Fuchs Alameda, Tina Alba, Valerie Gaber, Tanja Hammer, Anne Haubner, Anna Holub, Laurence Horn, Agga Kastell, Lillith Korn, Daniela Perndl, Lyakon, Liane Mars, Linn Peltzer, Jasmin Aurel, Matthias Ramtke, Ida Reizenstein, Veronika Rothe, Michael Schäfer, Adrian Schwarzenberger, Nele Sickel, Silke Vorg, Jessi Weber und Jenny Wood erzählen uns, an was für Einhörner sie glauben.

Auch wenn jede Geschichte es verdient hätte, in dieser Rezension besprochen zu werden, würde das leider den Rahmen sprengen, weshalb ich Euch nur zu meiner „Top 5“ etwas mehr erzählen möchte, was die anderen Geschichten nicht weniger toll macht!
Aber ich hoffe, damit auch die Vielfältigkeit der Erzählungen deutlich machen zu können, denn entgegen den Mythen sind Einhörner weder immer weiß, noch immer nett, noch zeigen Sie sich nur Jungfrauen mit reinem Herzen.


„Lichtbringer“ von Tina Alba zum Beispiel:  Die Protagonisten sind hier Obdachlose, unter denen seit kurzem seltsame Morde geschehen. Zwei von Ihnen beschließen, den Mörder auf frischer Tat zu ertappen. Ratet selbst, wer die Morde begangen hat….Zum Schluss kann auf jeden Fall echte Liebe und Freundschaft ein Einhorn davon überzeugen, dass die Menschheit noch Gutes in sich hat.

Wer es lieber lustig mag, muss „Sascha“ von Agga Kastell lesen: Hier wird mal der aktuelle Einhorn-Trend so richtig durchgehechelt – ein regenbogenpupsendes Einhorn das durch dreimaliges Reiben eines Horns herbeigerufen wird und gerne vor dem Fernseher mal einen über den Durst trinkt, da ist wenig märchenhaftes dran :-)

Ganz wundervoll fand ich „Einhornwut“ von Liane Mars. Ja, sie leben unerkannt unter uns! Und Sie versuchen, ihre Wälder und ihre Erde vor der Bebauungswut von uns Menschen zu schützen. Zum Glück gibt es noch ein paar Menschen, denen die Natur auch am Herzen liegt und die den Einhörnern helfen, wenn Sie sich denn zu erkennen geben….

Auch sehr gut gefallen hat mir „die Wahl“ von Veronika Rothe. Hier wird ein junges Mädchen, das gezwungenermaßen als Diebin für seine Eltern unterwegs ist, sehr unfreiwillig der ausgewählte Begleiter eines Einhorns, was bei heimlichen Häusereinbrüchen eher unvorteilhaft ist…
und zu guter Letzt fand ich die Idee von Silke Vogt in „Fabelhaft ( r )evolutionärer Einhorn-Streif(en)zug“ fantastisch: Einhörner gab (gibt?) es wirklich! Ihr wolltet schon immer mal wissen, wie Zebras zu Ihren Streifen kommen? Hier ist die Geschichte dazu!


Auch die anderen Geschichten bieten uns viel:  Vom kleinen Prequel zu Frankenstein bis zur wahren Geschichte des letzten Einhorns ist alles dabei. 

Und doch haben alle Geschichten eines gemeinsam: Egal, ob die Einhörner wunderbar von Gestalt oder pummelig sind, ob schwarz oder weiß, echt oder mechanisch, gut oder böse, wild oder zahm, unter uns lebend oder aus der Anderswelt kommend:
Letzen Endes wollen diese Einhörner nur Eines: Ihre Welt und Ihre Natur, ihre Magie beschützen, das Gute in den Menschen wecken und manchmal auch die Bösen ihrer gerechten Strafe zuführen.

Und wenn ein Einhorn als Böse dargestellt wird, wird meist schnell klar, dass es nur so geworden ist, weil es von einem Menschen oder der Menschheit an sich immer wieder enttäuscht wurde und die Menschen in seinen (oder ihren) Augen einfach kein Recht mehr haben, auf Ihrer Welt zu weilen.

Mein Rat beim Lesen: Legt das Buch nach 1,2 Geschichten erst einmal zur Seite und lasst die Erzählungen für sich wirken! Sie sind alle so anders und so besonders, das jede Story für sich es verdient hat, das man sie nachwirken lässt. So kann man das Buch deutlich mehr genießen, als wenn man alle Geschichten hintereinander wegliest.

Mein Fazit: Eine tolle Sammlung, die meine Erwartungen erfüllt hat und deren Geschichten so unterschiedlich sind wie ihre Autoren. Ein Buch, das nicht im Regal fehlen darf. 5 Sterne!

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