Dienstag, 20. Juni 2017

Rezension: "Alpha One" von Minny Baker

Titel: Alpha One
Autor: Minny Baker
TB; 708 Seiten
Preis: 18,99 €
Genre: Jugendbuch
Reihe: Ja, Band 1

Alpha One - Minny Baker


Inhalt 

UCop ist eine weltweit berühmte Organisation. Sie vereint die weltbesten Tänzer und Sänger, die international reisen und Millionen mit ihren Shows begeistern.
Vor allem die Mitglieder des Alpha-Teams sind absolute Superstars - sie können singen, tanzen und sehen allesamt toll aus.
Auch Beth kennt natürlich UCop und findet sie fantastisch.
Die junge Studentin versucht sich von ihren Eltern abzunabeln und hat sich für das Studium eine eigene Bleibe in der Großstadt gesucht. Doch wirklich glücklich ist sie nicht.

Als sie eines Tages mehr zufällig ein Tanzevent in einem Einkaufszentrum gerät, wird sie angesprochen, ob sie nicht mal zu einem Vortanzen kommen will. Eher neugierig als überzeugt, geht Beth hin - und erhält das Angebot, zum UCop Talenttraining zu gehen.

Ab dem Zeitpunkt meint Beth zu träumen. Scheinbar singt und tanzt sie so gut, dass man sie sich sogar für eines der 3 Showteams vorstellen kann! Beth versteht die Welt nicht mehr. Erst, als sie in London ist und die anderen Akteure aus dem Team kennen lernt, merkt sie, dass sich ihr ganzes Leben verändern wird. 

Doch nicht alle sind von Beths erscheinen begeistert, vor allem nicht Henry, die Nummer eins des Alpha Teams, erst recht nicht, als er mit ihr auch noch trainieren soll....


Beurteilung 

Eigentlich sind solche Bücher ja nicht mein Beuteschema, auch wenn ich im Fernsehen Tanzfilme und Talentshows extrem gerne schaue. 
Aber Minny Baker hat mich hier direkt von Anfang an an Beths Seite gezogen und ich finde es so toll, was ihr passiert und das sie dabei so total am Boden bleibt.

Beth geschieht das, wovon Millionen junger Menschen träumen: Sie wird von der Straße weg gecastet und entdeckt. Ich glaube, dieser Wunschtraum ist auch das, was einen bei diesem Buch so gefangen nimmt - in dem man sich in Beth hineinversetzt, kann man sich vorstellen, dass es einem  selbst auch  mal so gehen könnte (ich persönlich bin da vom Alter her natürlich schon raus....^^)

Trotz des Umfangs des Buchs ist es keine langgezogene Geschichte, man fühlt sich da von Anfang bis Ende gut unterhalten und es passiert immer wieder etwas Neues. Ich kann nicht den Finger drauf legen, aber die Entwicklung von Beth und der Beziehung zwischen ihr und dem Team und vor allem Henry hat mich total gefangen genommen.

Etwas nervig ist Beths wirklich schon krankhaft fehlendes Selbstbewusstsein. Wie man so sehr an sich zweifeln kann, obwohl man einen solchen Erfolg hat und einen viele Menschen, die es wissen müssen, bestätigen, geht mir nicht in den Kopf. Manchmal hätte ich Beth am liebsten geschüttelt und rechts und links geohrfeigt, damit sie endlich mal ein bisschen Selbstbewusstsein zeigt.

Um auch etwas formal zu werden: Etwas störend im Lesefluss fand ich, dass bei allen Dialogen so gut wie jede Äußerung mit einem Ausrufezeichen endet. Das mag jetzt spießig klingen, aber 700 Seiten lang das Gefühl zu haben das keiner mal einen Satz mit normaler Betonung äußern kann sondern immer nur laut ausruft, ist schon etwas nervtötend. 

Das sind meine beiden "großen" Kritikpunkte, die aber der Qualität der Geschichte trotzdem keinen Abbruch tun. 

Die Welt von UCop ist hervorragend und realistisch beschrieben, man kann sich komplett gefühlsmäßig und visuell in Beth und ihre Umgebung hineindenken und -fühlen. Ich habe mich sogar dabei ertappt googlen zu wollen, ob es das wirklich gibt :-)

Ich fand es allerdings ziemlich hart, das Beth über ein Jahr lang alles geheim halten musste und sogar über Monate quasi eingesperrt wurde. Wie das ein normaler Mensch aushalten kann ist mir ein Rätsel, da muss man wohl schon ein bisschen komisch sein.

Aber um wieder zur Bewertung des Buchs zurückzukommen, Alpha One hat mir beim Lesen superviel Spaß gemacht. Wer gerne DSDS schaut und/oder ein Fan von Tanzfilmen wie Flashdance ist, ist mit diesem Roman absolut gut bedient! Entgegen der Annahme gibt es in diesem Buch auch KEINE kitschige Lovestory - klar gibt es Szenen in die Richtung, aber keine klassische Schnulze, obwohl man eigentlich die ganze Zeit darauf wartet. Auch mal eine erfrischende Abwechslung! 

Fazit: Ich kann nur empfehlen, bei Tendenz zu dem erwähnten Genre zu diesem Buch zu greifen, es ist toll geschrieben und trotz des Umfangs absolut lesenswert. Nur von den vielen Ausrufezeichen darf man sich nicht zu sehr stören lassen. Ich gebe Alpha One 4 von 5 Sternchen und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. 




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