Sonntag, 24. September 2017

Rezension: "Als die Bücher flüstern lernten" von Felicitas Brandt

Titel: Als die Bücher flüstern lernten
Autor: Felicitas Brandt
Verlag und Info: Carlsen Verlag
TB, 280 Seiten
Preis: 12,99 €
Reihe: Nein
Genre: Fantasy

Als die Bücher flüstern lernten - Felicitas Brandt


Inhalt 

Hope ist eine jugendliche Waise, die es vorzieht, ihr Leben alleine zu meistern, statt im Heim, wo sie sowieso zu alt ist, um noch von Pflegeeltern zu sich genommen zu werden.

Das Einzige, das sie antreibt, ist: Sie will ihre Bücher wiederbekommen, die man ihr weggenommen hat, als ihre selbst erkorene "Pflegeoma" stirbt und das Jugendamt auf sie aufmerksam gemacht wird.

Damals haben Sam und seine Mutter ihre Abholung beobachtet, und er hat ihr geschworen, sie zu finden - doch er kam nie.
Eines Tages bricht sie in eine Villa ein, da sie dort mindestens eines ihrer Bücher vermutet - denn sie kann ihre Bücher flüstern hören.
Sie wird ertappt, und dann passiert es:
Sie und der junge Mann, den sie in der Villa kennenlernt, werden in eines der Bücher hineingesogen, und sie finden sich in einem Wald wieder, der zu König Artus Schloss führt. Und seltsamerweise scheint Hope dort vielen Menschen bekannt vorzukommen - war sie schon einmal hier? Doch warum weiß sie nichts davon?

Hope und ihr Begleiter versuchen das Rätsel zu lösen und einen Weg zurück nach Hause zu finden. 

Beurteilung 

Ich liebe ja Bücher über Bücher - das kommt bei mir gleich nach Märchenadaptionen, und hier haben wir irgendwie Beides in Einem.

Der Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Und nach dem Lesen kann ich behaupten: Wer zum Beispiel die Tintenwelt von Cornelia Funke oder die Seiten der Welt von Kai Meyer gemocht hat, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen! 

Hope ist eine sehr liebenswerte Protagonistin. Als ihr ihre Bücher weggenommen wurden, hätte ich fast mit ihr geweint - stellt Euch mal vor ihr besitzt nur noch ein paar Bücher und sonst nichts, und dann werden sie Euch entrissen! Man muss sie von ihrer Art her einfach mögen, frech und mutig, aber auch ein bisschen naiv und ziellos ( wie man eben so ist in dem Alter). Auch Sam habe ich ins Herz geschlossen, er ist ein aufrichtiger Junge mit dem Herz am rechten Fleck. 

Die Autorin hat in diesem Buch mit geschickten Übergängen wirklich sehr viele bekannte Sagen, Geschichten und Märchen miteinander verwoben, allen voran natürlich die Sage um Artus und die mystische Insel Avalon. Auch ein bisschen Titanic und Robin Hood kommen nicht zu kurz, ihr dürft also gespannt sein beim Lesen. 

Sogar die Tatsache, die ich am Anfang etwas unrealistisch fand, nämlich das Hope jahrelang allein und unentdeckt in einem Baumhaus ganz in der Nähe einer Stadt lebt, wird sehr gekonnt aufgelöst und erklärt. 

Wie das Coverbild schon impliziert, bin ich förmlich durch das Buch geflogen - zweifellos auf jugendliche Leser zugeschnitten, aber in jedem Lesealter zu genießen. Wer wünscht sich nicht, die Welt seiner Romane betreten und alles aus erster Hand erleben zu können (Na ja mal mehr, mal weniger) - und Felicitas Brandt hat hier die Verknüpfung der Realität und der verschiedenen Geschichten flüssig, unterhaltsam und meisterhaft geschaffen.

Und das Buch kommt sogar (fast) ohne Herz-Schmerz-Romantik aus - ein bisschen ist natürlich immer, hier aber nur sehr angedeutet und am Rande, von daher auch für Anti-Romantiker durchaus noch geeignet :-)

Ein Lesevergnügen, dem ich mit gutem Gewissen 5 von 5 Rezisternchen geben kann.

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