Samstag, 2. September 2017

Rezension: "Eryleion" von Lani Sommerfeld


Titel: Eryleion
Autor: Lani Sommerfeld
Verlag und Info: SP, Autorenseite Amazon
TB, 604 Seiten
Preis: 17,11 €
Genre: Fantasy
Reihe: Nein

Eryleion - Lani Sommerfeld


Inhalt

Daniel und sein Freund Frank, zwei Spielefreaks, werden in einem Gamerladen von einem mysteriösen Fremden angesprochen.
Dieser lockt sie in sein Geschäft, wo sie unversehens und unfreiwillig den Übergang in die geheimnisvolle und unendliche Welt Eryleion vollziehen.

Da sie keinen Rückweg mehr finden, bleibt ihnen vorerst nichts anderes übrig, als sich in dieser fremden Welt zurecht zu finden, damit sie einen Weg zurück finden.


Als erstes treffen Sie auf das Volk der Kelauin, ein im Wald lebendes, spirituelles und naturverbundenes Völkchen, dass die Beiden bei sich aufnimmt.

Dort lernen Sie die Sprache Eriyleions, außerdem das Überleben in der Natur, jagen, reiten und vieles mehr. Doch schnell lernen sie, dass Eryleion von einer dunklen Macht bedroht wird, und wollen den Menschen dort, soweit sie es können, helfen. Doch ganz dringend wollen sie auch den Weg zurück in ihre Welt finden.

Um den Weg zurückzufinden, wollen die Beiden den Weisen Ashgard aufsuchen, doch keiner weiß, wo dieser sich aufhält. Und so begeben sich die Beiden in Begleitung der Tochter des Stammesältesten, Shiria, auf eine unbekannte, lange und gefahrvolle Reise quer durch Eryleion, bei der sie die Vielfältigkeit, aber auch die Gefahren dieser Welt, und vor allem auch sich selbst besser kennen lernen.

Während der Reise verändern sich beide durch ihre Erlebnisse so sehr, dass sie verschiedener Wege gehen - ob Sie sich jemals wiedertreffen werden und welche Schicksale auf sie warten mögen, wissen Beide nicht....

 
Beurteilung

 
Nachdem ich vom gleichen Autor unter anderem Pseudonym eine zweiteilige Dystopie gelesen habe, hatte ich große Hoffnungen in das Buch gesetzt.
 
Leider muss ich Euch sagen, dass es absolut nicht meins war, weshalb ich auch fast einen Monat gebraucht, um das Buch mit gut 600 Seiten zu beenden. Mehrfach war ich kurz davor abzubrechen, habe dann aber doch durchgehalten. Ich werde auch versuchen zu erklären warum.

Geschmäcker sind verschieden - Das Buch hat bislang auch sehr gute Beurteilungen, aber ich wiederhole mich, es war einfach nicht meins.

Vorweg: Der Plot ist nicht schlecht. Eine Parallel-Fantasy-Welt zu unserer Realität ist nicht neu, bietet aber unglaublich viel Potential, und der Beginn, wie Frank und Daniel nach Eryleion gelangen, hat mir supergut gefallen und war auch spannend. Auch die Idee mit der Seele des Landes Erileyon fand ich wirklich toll.

Aber das war es leider auch schon fast mit den von mir positiv zu erwähnenden Punkten.

Ich will jetzt einfach mal die Punkte nennen, die für mich zu der nicht so guten Bewertung geführt haben - ist meine ganz persönliche Sichtweise:

Die Charaktere Shiria, Daniel und Frank sind für mich über die komplette Lektüre hinweg zweidimensional geblieben. Sie waren für mich nicht lebendig und authentisch genug, ich konnte mich einfach mit keinem von Ihnen anfreunden - falls doch, dann noch am ehesten mit Frank.

Wieder und wieder und wieder und wieder wiederholen sich die gleichen Gedanken, Beschreibungen und Gefühle. Das NERVT mit der Zeit richtig. Das ganze Buch hätte man locker, ohne etwas am eigentlich Plot zu verändern, um mindestens 200 Seiten kürzen können, wenn nicht noch mehr. Der Schreibstil war für mich so anstrengend, dass ich je nach Tagesform nur zwischen 20 bis maximal 50 Seiten am Stück lesen konnte, dann ging nichts mehr.

Außerdem hatte ich den Eindruck, der Autor versucht wirklich möglichst viele oder sogar alle bekannten Fantasywelten und Fantasyelemente in dieses eine Buch zu packen. Vielfalt und Komplexität ist wunderbar, doch es erschien mir irgendwie zusammengekupfert und wahllos - ein Waldvolk, eine Eisstadt, eine Wüste, ein einsamer Berg, ein Labyrinth, eine räuberische Stadt... usw. usw. - es wurde einfach alles aneinander gereiht, was es so geben könnte.

Am meisten ging mir persönlich auf den Keks, dass Daniel und Shiria einfach nicht die Klappe aufbekommen und mal Klartext miteinander reden konnten. Shiria ist ja quasi eine Überfrau - spirituell, eine tolle Jägerin und Reiterin, selbständig, soll mal ein Volk anführen, bekommt es aber nicht hin, mit Daniel, von dem sie weiß, dass er keine Ahnung von Erileyon und sich selbst hat, mal ihre Meinung und ihre Gefühle ins Gesicht zu sagen, nein, wenn sie mal was sagt, dann kryptisch und in Rätseln. Das ging mir UNGLAUBLICH auf den Nerv.

Am besten Gefallen hat mir noch Franks Entwicklung - sowohl am Anfang als auch später mit der Fischerstochter Lea. Aber auch hier fand ich die Wandlung von Frank einfach ziemlich unglaubwürdig.
 
So, jetzt bin ich schon am Ende - es gibt wie gesagt auch durchweg positive Meinungen von diesem Buch, so dass ich nochmal darauf hinweisen möchte, dass es sich bei dieser Bewertung einfach nur um meinen persönlichen Geschmack und meine Meinung handelt, bevor jetzt wieder ein Shitstorm losgeht- am Besten macht Ihr Euch selbst ein Bild!

 

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