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Freitag, 29. April 2016

Rezension : "Der Zweihundertjährige" - Isaac Asimov



 Titel : Der Zweihunderjährige
Autor : Isaac Asimov
Verlag und Leseprobe : Heyne Verlag  
TB, 287 Seiten
Preis : 8,99 €
VÖ : 1976 ( Original )
Reihe : Foundation-Zyklus, Kurzgeschichten

 Der Zweihunderjährige - Isaac Asimov


Beschreibung : 

In diesem Buch finden sich 8 weitere Kurzgeschichten rund um den Roboter-Foundation-Zyklus von Asimov, die jeweils 20-50 Seiten haben.
Die Geschichten können zusammenhangslos gelesen werden und sind in sich abgeschlossen, haben jedoch alle die Firma U.S. Robot und deren Entwicklung und Entwicklungen im Bereich der Robotik und Androiden zum gemeinsamen Hintergrund.
Die Stories sind inhaltszeitlich ( kann man das so sagen ) mehr oder weniger fortlaufend und zeigen nebensächlich die Entwicklung des Einsatzes und der Ausarbeitung der Roboter von der einfachen Maschine und Haushaltshilfe bis zum vom Menschen kaum noch zu unterscheidenden Androiden auf.
Auch ethische Fragen werden hier diskutiert, die auf der Auslegung der Grundregeln der Robotik kommen ( siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Robotergesetze )

Bewertung

Erstaunlich finde ich auch hier wieder, wie modern sich die Erzählungen von Asimov lesen, wenn man bedenkt, dass er sie größtenteils in den 70er Jahren geschrieben hat und sich seine Zukunftsvision Anfang des 21. Jahrhunderts findet, der ja bereits in unserer Vergangenheit liegt.
Aber gerade wenn man die aktuelle politische und wirtschaftliche  Situation großer Bereiche der Erde betrachtet, haben diese Geschichten nichts von ihrer Aktualität verloren, im Gegenteil, sogar noch gewonnen.
Ich kann nur immer wieder den Hut ziehen, und ganz egal ob man auf Roboter und oder Science Fiction steht, in den Stories bekommt man auch viele wertvolle Denkanstöße zu zeitlosen Themen wie – auch wenn es jetzt irgendwie pathetisch klingt – die globale Gesamtsituation oder das Verhalten des Menschen an sich gegenüber anderen Individuen und seiner Umwelt. 

Inhalt 
 


Die sicherlich faszinierendste Story ist die Titelgeschichte „der 200jährige“ – der Firma U.S. Robot ist es erstmals gelungen, einen Robot herzustellen, der „Kreativität“ besitzt und echte Kunstwerke erschaffen kann. Der Roboter lebt bei einer Familie, die ihn als einen der ihren akzeptiert und nicht wie eine Maschine behandelt. Je mehr sich Andrew ( der Roboter ) mit sich selbst und seiner Umwelt auseinandersetzt, desto mehr wünscht er sich, ein Mensch zu sein. Er kommt diesem Wunsch immer näher, wird immer älter, nimmt den Kampf gegen alle Widrigkeiten auf und lebt ein unglaubliches, einmaliges Leben. Der Unterschied zwischen Mensch und Roboter wird auf einmal geradezu obsolet.
Von den erstaunlichen Auswirkungen eines weiblich gestalteten Roboters in „weibliche Intuition“ ; über Roboterklone, die das Amt des Präsidenten übernehmen und Roboter, die neue Planeten für uns erschließen, finden wir hier viele Nuancen einer fantastischen Zukunft.

Auch weniger roboterlastige Geschichten finden wir hier – der mögliche medizinische Fortschritt ist ebenfalls ein Thema in dieser Sammlung : Die Heilung von Depressionen durch Musik und der Einsatz von Proteinen zur Auslöschung der halben Menschheit ohne Spuren zu hinterlassen.
Auch ein grausiger Gedanke, der bei Asimov immer wieder kehrt, ist der „Multivac“ – der Übercomputer, der zum Ende seiner Entwicklung die ganze Menschheit unter Beobachtung und Kontrolle hat – hier haben die Menschen zu irgendeinem Punkt die Kontrolle an den Computer abgegeben.  Eine ganz schlimme Vorstellung, aber auch das ein aktuelles Thema, das immer wieder heiß umkämpft ist – Mensch gegen Maschine – das fängt schon auf dem aktuellen Arbeitsmarkt an.
So, und ich wiederhole mich auch nochmal kurz aus meiner letzten Rezension zu Asmimov – den Irrglauben, dass „alte Zeugs zu lesen“ lohne sich nicht, den ich im Kopf hatte, den hab ich mir ganz schnell abgewöhnt – und ich kann auch jüngeren Lesern nur empfehlen, probiert Asimov mal aus. 

Es lohnt sich wirklich !

Rezension : "The Wild Hunt" - Mario H. Steinmetz

Titel : The Wild Hunt
Autor : M.H. Steinmetz
Verlag und Leseprobe : Papierverzierer Verlag
VÖ : 28.04.2016
Buch, E-Book : 14,99 €/ 4,99 €
Reihe : nein



The Wild Hunt - M.H. Steinmetz

Inhalt : 

Menschen verschwinden an der Interstate-10 in der Nähe des Kaffs Butte-la-Rose.
Die Leichen sind alle vollständig verschwunden. Mason, ein Journalist, wittert eine Story und mietet sich in dem einzigen Motel in Butte-la-Rose ein.
Im „Hunters Inn“ begegnet er einem finsteren Trupp Jäger, denen er lieber ausweicht, als er durch Zufall mitbekommt, dass diese Gruppe eventuell nicht nur auf normales Jagdwild aus ist.

Eric und Nina, zwei Studenten, sind mit einem Mietwagen derweil unterwegs ins nahegelegene Naturschutzgebiet. Eric will Nina gerne näherkommen, ist aber zu schüchtern, um ihr das eindeutig klarzumachen. Um Sie zu beeindrucken, fährt er eine Abkürzung durch die ursprüngliche Landschaft, um Nina durch die urtümliche Landschaft und ein gutes Essen in einem einheimischen Diner romantisch zu stimmen.
Doch die Stimmung kippt, als Eric scheinbar versehentlich im strömenden Regen ein junges Mädchen anfährt. Aus schlechtem Gewissen fahren die Beiden das Mädchen nach Hause, doch mit der Familie, die in einem abgelegenen Herrenhaus lebt, scheint etwas ganz und gar nicht zu stimmen.

Mehrere unglückliche Zufälle verhindern, das Eric und Nina wieder weiterfahren können. Und so sind sie Gefangen bei den Lafayettes – auf die es anscheinend auch die Jäger abgesehen haben, denen der Schriftsteller Mason begegnet ist.
Alles deutet daraufhin, dass hier eine uralte Fehde auflebt und nun endlich abgeschlossen werden soll. Und offensichtlich ist etwas Übermenschliches im Gange :  In den Sümpfen soll angeblich ein uraltes Monstrum, ein Rougarou, sein Unwesen treiben – eine Art Werwolf, der Menschen auf bestialische Weise tötet.

Langsam erschließt sich Eric und Nina und auch Mason unabhängig voneinander die grausige und blutige Wahrheit – doch da ist es für alle Beteiligten schon zu spät, um sich aus der Affäre zu ziehen, und zum Blutmond beginnt der grauenhafte Showdown.

Zum Buch 

Wer auf Splatterhorror steht, hat hier seinen Meister gefunden ! An blutigen Kämpfen und bestialischen Quälereien und Morden, bei denen die Gedärme, Köpfe und sonstige Körperteile nur so durch die Gegend fliegen, fehlt es hier nicht.

Empfindliche Gemüter mit Kopfkino sollten daher bei der Lektüre dieses Buches eher vorsichtig rangehen, um keine schlaflosen Nächte zu bekommen ! Glücklicherweise bin ich ja von Kind auf ein Horrorfan und daher schon ziemlich abgestumpft gegen solche Grausamkeiten.

Es ist allerdings schon eine großartige Leistung, bei soviel Massaker trotzdem noch eine sogar halbwegs komplexe Handlung beizubehalten -  meist fragt man sich ja bei ähnlichen Büchern oder Filmen, worum es denn da eigentlich ging, aber hier liegt doch zumindest ein zusammenhängender Plot zugrunde und auch die Charaktere sind gut dargestellt und beschrieben – sogar für die eigentlich „bösen“ Protagonisten muss man teilweise Sympathie empfinden.
Überraschenderweise fehlen hier die üblichen klischeehaften billigen Erotikszenen komplett,  was ich dem Autor sehr positiv anrechne. 

„The Wild Hunt“ fängt direkt mit Action an und bleibt bis zum Schluss spannend, auch wenn mir persönlich das letzte Drittel des Buches dann doch ein bisschen zu viel des blutigen Massakers anbietet – ich mag eher den paranormalen Horror mit Geistern und so….aber ab und zu ein bisschen Splatter darf ruhig sein J Die Sicht der Erzählung wechselt zwischen dem, was Mason mit den Jägern wiederfährt, und dem, was Eric und Nina gemeinsam erleben, und so werden dem Leser langsam aber kontinuierlich die Zusammenhänge und die Historie der Geschehnisse immer weiter erläutert, bis zum Schluss gut aufgeklärt ist, wie es zur aktuellen Situation gekommen ist.

Also,  alle horrorgewöhnten und hartgesottenen Leser :  Spannend und auf jeden Fall lesenswert.  Empfindsame Gemüter : Vorsicht, der Horror ist alles andere als subtil. Da die Beschreibungen zum Teil sehr detailliert sind, geht das Kopfkino automatisch an !
!

Mittwoch, 27. April 2016

Rezension : "Sanctuary-letzte Zuflucht" - Andreas Kammel

Titel : Sanctuary - letzte Zuflucht
Autor : Andreas Kammel
Verlag und Leseprobe : Droemer-Knaur Verlag
TB, 810 Seiten
Preis : 14,99 €
VÖ : Juli 2015
Reihe : Nein



„Sanctuary – letzte Zuflucht“ – Andreas Kammel

Auf genau 810 Seiten ist Andreas Kammel mit seinem Debütroman ein erstklassiger Endzeit-Thriller gelungen.

Das ist der Inhalt : 

Christopher lebt mit seiner Freundin Max in einem kleinen Dorf in Tansania und unterrichtet dort einheimische Kinder.  Eines Tages entdeckt die kleine Waise Mtoto eine schwarze, schwebende Kugel und zeigt sie Christopher und Max.
Die Kugel wächst, und alles, was sie berührt, verschwindet in ihrem Inneren – auch Menschen. Schon nach kurzer Zeit begreifen alle, dass die Kugel sich ausdehnt – wie eine Wand, die zu den Seiten und nach oben stetig wächst und ihr Wachstum immer weiter beschleunigt.
Den Menschen bleibt nur die Flucht. Zur gleichen Zeit entsteht auf der anderen Seite der Erde aus dem Nichts ein kompletter, neuer Kontinent – mitten im Pazifik. Unerklärlich, ist er eines Morgens auf einmal da.
Catherine,  hochgestellte und wichtige Mitarbeiterin bei mehreren geheimen Projekten des Pentagons und Christophers Exfreundin, entdeckt mit ihrem technischen Equipment beide Phänomene als eine der ersten der westlichen Welt – stellt aber zunächst keine Verbindung her.
Die Wand derweil wächst und wächst und bald ist klar : Der ganze Planet wird von der Wand verschlungen und scheinbar kann nichts und niemand die Wand aufhalten – und sie ist tödlich. Der neue Kontinent scheint die unerklärliche letzte Zuflucht für die ganze Menschheit zu sein.
Hat Gott seine Hand im Spiel ? Aliens ? Eine große Verschwörung der amerikanischen Regierung ? Die Medien quellen über vor Vermutungen, und überall auf der Welt bricht Panik aus, als den Menschen klar wird : Keiner hat die Absicht oder auch nur die Möglichkeiten, sie alle auf den neuen Kontinent zu evakuieren.
Die großen und mächtigen Nationen beginnen einen Wettstreit, wer zuerst das meiste Land auf dem neuen Kontinent „Pacifica“ in Anspruch nehmen kann. Und trotz des drohenden Endes von allen sind die Regierungen der führenden Nationen anscheinend nicht in der Lage, sich in dieser Notlage zusammenzuschließen.
Das Buch beschreibt die atemberaubende Flucht von Christopher, Max und Mtoto quer über die Kontinente vor der Wand und den Versuch, nach Amerika zu kommen, wo die Wand als letztes ankommen wird, und es eventuell sogar mit Catherines Hilfe nach Pacifica zu schaffen.
Catherine derweil versucht mit Ihren Mitteln, die Beiden durch den Wahnsinn bis nach Pacifica zu lotsen und gleichzeitig, auf Pacifica eine Zuflucht für so viele Menschen wie möglich aufzubauen. Doch auf Pacifica geht nicht alles mit rechten Dingen zu : Es gibt keinerlei Tiere und die Herkunft des Kontinents bleibt weiterhin rätselhaft….

Zum Buch

Wo soll ich anfangen ?  Ich nehme mal das Ende ( keine Angst, ich spoilere nicht ) : Auf das Ende wäre ich NIEMALS gekommen – es ist schon fast ein bisschen sehr abgehoben, aber warum nicht ?
Und das Ende verrät übrigens auch, warum ich diesen Effekt beim Rezensionsfoto gewählt habe^^
Auf jeden Fall ist das Buch end-spannend, und trotz der über 800 Seiten ist keine dieser Seiten zuviel.
Ein bisschen hat es mich am Anfang ja an „die Arena“ bzw. „The Dome“ erinnert, aber das gibt sich, es ist überhaupt nicht miteinander zu vergleichen.
Als realistisch würde ich den Thriller nicht bezeichnen, die ganze Story ist eher fantastisch und entbehrt glaube ich jeder wissenschaftlichen Grundlage, wer diesen Anspruch stellt ist da falsch – aber das ist ja auch nicht die Absicht des Schreibers, nehme ich mal an.
Es ist sehr sympathisch, dass die Hauptpersonen – Christopher, Max, Catherine und Mtoto – nicht als Überhelden dargestellt werden, sondern sich mit Ihren Zweifeln und Ängsten rumplagen müssen, verletzt werden und auch mal Fehler machen. Man kommt aber gar nicht so sehr dazu, sich über die Charaktere Gedanken zu machen, da einen die Handlung immer wieder sehr rasant weiterträgt und man durchaus beim Lesen auch mal vergisst, den Mund wieder zuzumachen J
Die Story switcht immer wieder zwischen der Flucht durch Afrika, Europa und Amerika von Christopher, Max und Mtoto,  und der Entwicklung von Pacifica und den Bemühungen, gegen die fortschreitende Wand anzukommen. Diese parallele Sicht von 3 „normalen“ Menschen auf der Flucht und einer Angehörigen der „Elite“ macht das Ganze noch spannender.
Eine Erklärung der Situation erwartet und wirklich erst sehr, sehr nah am Ende des Buches und ich dachte nur „Wow, also das ist jetzt wirklich abstrus“ – aber irgendwie fand ich es auch total faszinierend, da ich vom Grundsatz her ähnliche Theorien auch schon anderweitig  gelesen habe und somit vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit dran sein könnte….
Aber lasst Euch überraschen. Es lohnt sich wirklich !




Sonntag, 24. April 2016

Rezension : "Vampire Cocktail" - Geschichten aus der Vampirwelt - Art Skript Phantastik Verlag

Titel : Vampire Cocktail -  Geschichten aus der Vampirwelt
Autor : Diverse
Verlag und Info : Art Skript Phantastik Verlag
TB, 279 Seiten
Preis : 12,10 €
VÖ : 2012
Reihe : nein


 „Vampire Cocktail“ – Geschichten aus der Vampirwelt

 Wieder einmal eine wunderbare Geschichtensammlung aus dem Art Skript Phantastik Verlag und sogar die allererste Anthologie, die veröffentlicht wurde ! 

In „Vampire Cocktail“ handelt es sich um Kurzgeschichten rund ums Thema Vampire – wie der Titel schon erahnen lässt.
Auch wenn es nicht der Hauptinhalt der Stories ist, sind doch in jeder Geschichte Cocktails oder andere Getränke mit im Spiel und Bars oder ähnliche Lokalitäten einer der Hauptspielorte, womit wir auch schon die Begründung für die Titelzusammensetzung hätten :-)

Auch wenn ich kein Vampirfan bin weiß ich mittlerweile, dass dieser Verlag wirklich nur erstklassige Geschichten auswählt, egal um welches Thema es sich dreht, und habe somit auch diese Zusammenstellung wieder mit Begeisterung verschlungen.  Manche Vampirmythen werden bestätigt, manche wiederlegt, neue kommen hinzu, und die unterschiedlichsten Situationen werden dargestellt, und zwar in den meisten Fällen aus Sicht des Vampirs bzw. der Vampirin, so dass diese regelrecht sympathisch werden, trotz der unangenehmen Nahrungsgrundlage !
 

Sehr beeindruckt hat mich zum Beispiel „Garvamore, der beste Single Malt der Welt“ von Nina Sträter.   An einem Ort, der angeblich verflucht sein soll, weil dort vor langer Zeit ein Vampir gelyncht wurde, stand einmal eine Destillerie. Diese gab, vom Fluch verfolgt, bald auf. Und nun sind einige 1000 Flaschen des damals abgefüllten Whisky aufgetaucht – und der Verkaufsstart wird nun einer illustren Gesellschaft von Reichen und Reportern in einem besonderen Verkostungsevent verkündet. Der Event verläuft für die 2 Reporter, aus deren Sicht die Story spielt, nicht ganz so wie erwartet.
Sehr spannend geschrieben und mit vielen kleinen humoristischen Elementen schön ausgeschmückt.

 Auch als positiv aus dem Rahmen fallend empfunden habe ich „Pisco Sour, Pishtaco Sour“ von Sabrina Zelezny – weil diese kleine Geschichte sich nicht nur um Vampire, sondern auch noch andere mystische Gestalten dreht, in einer urtümlichen Umgebung spielt und trotz der Kürze der 16 Seiten doch sehr viel Atmosphäre aufbaut und unerwartete Wendungen nimmt. 

Ebenso bietet „Spielhölle“ von Olaf Lahayne eine Abwechslung zu den üblichen Blut trinkenden Übeltätern, denn hier hat der Unsterbliche eine Gabe, die er – ganz ohne Blut zu trinken – weitergeben kann. 

Als letztes hervorheben möchte ich hier auch noch „der perfekte Cocktail“  von Jana Oltersdorff – eine gelungene Verknüpfung der Möglichkeiten der modernen Welt mit der jahrtausendealten Tradition des Bluttrinkens und ein findiger vampirischer Barbesitzer, der die Lebensmittelkontrolleurin optimal einzusetzen weiß…;-) Eine Zapfstation an den Blutspender zu hängen, auf die Idee muss man auch erst einmal kommen.

Generell ist auffallend in diesen Geschichten, dass des Öfteren die Autoren Gnade vor Klischee haben ergehen lassen und einige der Vampire doch in der Lage sind, ihre Opfer lebend und bei guter Gesundheit zu hinterlassen, immerhin ! 

Wie schon gesagt kann ich hier leider nicht jede Geschichte im Detail ansprechen – ich kann jedoch nur allen Autoren, die hier ausgewählt wurden, mein Lob aussprechen : Generell ist es, könnte ich mir vorstellen, nie leicht, auf so wenig Seiten eine vollständige Geschichte zu entwickeln, die trotz der Kürze nicht abgeschnitten und oberflächlich daherkommt, sondern Tiefe besitzt und Spannung sowie Stimmung erzeugt. Das haben hier eindeutig alle geschafft. 

Und ganz nebenbei bekommt man beim Lesen wirklich Lust, auf den einen oder anderen Cocktail – vor allem den Pisco Sour muss ich glaube ich wirklich mal selbst probieren, die Beschreibungen in den Geschichten machen manchmal echt Durst J
Für alle, die es nach dem Lesen gar nicht mehr aushalten, enthält das Büchlein am Ende noch das vollständige Rezept für eine perfekte Bloody Mary, eine Kurzvorstellung aller Autoren inklusive deren Homepages, so dass man sich bei denen, die einem besonders gefallen, auch direkt nach weiteren Werken erkundigen kann. 

Vielen Dank liebe Grit Richter für diese weitere wundervolle Zusammenstellung und ich hoffe, es werden noch viele, viele Weitere folgen !