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Mittwoch, 22. Mai 2019

Rezension: "Dry" von Neal & Jarrod Shusterman

Titel: Dry
Autoren: Neal & Jarrod Shusterman
TB, 336 Seiten
Preis: 15,00 €
Genre: Dystopie
Reihe: nein
VÖ: Mai 2019
© S.Fischer Verlage

Werbung - Dieses Buch wurde mir kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Dry - Neal & Jarrod Shusterman


Inhalt

Schon seit einiger Zeit wird zum Wassersparen aufgerufen, doch keiner nimmt es wirklich ernst. Bis eines Tages von jetzt auf gleich überhaupt kein Wasser mehr verfügbar ist.

Als Alyssas Eltern nach wenigen Tagen von einem Versuch, an eine Ration Wasser zu gelangen, nicht zurückkehren, müssen sich Alyssa und ihr Bruder auf eigene Faust auf den Weg machen - ausgerechnet mit dem etwas unheimlichen Nachbarsjungen, der Alyssa schon seit einiger Zeit stalkt, dessen Vater jedoch ein Weltuntergangsjunkie ist und deswegen in einiger Entfernung einen Fluchtbunker vorbereitet hat, in dem noch ausreichend Wasservorräte locken.

Der Weg dorthin gestaltet sich jedoch sehr viel schwieriger als gedacht, da schon nach wenigen Tagen jeder nur noch sich selbst der nächste ist und sie allerhand Bedrohungen durch ihre Mitmenschen ausgesetzt sind. Dazu müssen sie sich noch darum sorgen, nicht in irgendwelche zwangsweisen Massenevakuierungen zu geraten, die schnell zur Todesfalle mutieren können.

Schnell werden Freunde zu Feinden und die Unglaublichkeit der Gesamtsituation lässt die jungen Menschen schnell verzweifeln. Die Zeit läuft gegen sie und es scheint keine Hilfe in Sicht...



Beurteilung 

Ein echter Shusterman - grandios geschrieben, mitreißend, atemberaubend spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 

Ich kann nur sagen dass hier der Vater offensichtlich sein Talent an den Sohn vererbt hat, denn zusammen haben die Beiden ein wahnsinnig packendes Werk geschaffen.

Die Niederungen der menschlichen Psyche sind hier mal wieder hervorragend herausgearbeitet - und vor allem, wie schnell diese erreicht werden, wenn auf einmal die grundlegende Existenz bedroht wird, indem so etwas zum Überleben elementares wie Wasser zum knappsten Gut wird.

Allerdings finde ich es etwas erschütternd, das anscheinend zwar ein sehr großes, aber doch stark abgegrenztes Areal so mutwillig dem Untergang preisgegeben werden kann. Warum hat da niemand eingegriffen? Kann so etwas wirklich passieren? Ich will es einfach nicht glauben, und doch traue ich es der menschlichen Dummheit absolut zu.

Was mich auch an dem Buch begeistert ist, dass es durchaus auch gute Tipps für die tatsächliche Krisenvorsorge bietet - jeder, der sich in seinem Rahmen ein bisschen auf so viele unglückliche Zukunftsszenarien vorbereiten will, findet hier sicherlich den ein oder anderen wertvollen Hinweis - auch ich, die ich an bestimmte Aspekte von selbst niemals gedacht hätte. 

Wer weiß schon, was in ferner oder naher Zukunft auf uns zukommen kann - von Wasserknappheit, Klimakatastrophen, feindlichen Angriffen durch Atombomben oder EMPs, Meteoriteneinschlag, es gibt so viele Szenarien und man kann sich nicht ausreichend auf alles vorbereiten.

Aber die Shustermans greifen sich hier ein sehr beängstigendes Beispiel und zeigen mit aller Härte und sehr anschaulich, wie sich der Mangel an Flüssigkeit auf den Mensch und eine Gesellschaft auswirkt. 

Vielleicht sollte ich noch nebenher erwähnen, dass die Protagonisten, aber auch die in Nebenrollen auftauchenden Figuren finde ich eine sehr gute Mischung und Beispiele dafür sind, für welche Verhaltensweisen sich Menschen in einer Extremsituation entscheiden: Werden sie nur an sich selbst und ihren Vorteil denken, bis zuletzt versuchen, Gewinn aus der Katastrophe zu schlagen? Werden sie anderen helfen? Werden sie ihre Familie über das große Ganze stellen oder einzelne Opfer in Kauf nehmen, um eine Gesellscchaft zu retten, wenn sich eine Möglichkeit bietet? Werden sie verzweifeln oder den Rücken durchstrecken und das Beste aus der Situation machen? 

Ich feiere dieses Werk, weil es für mich einfach ein Highlight war und mir noch länger nicht aus dem Kopf gehen wird. Es passt einfach alles zusammen, ist hochspannend, meiner Meinung nach authentisch (auch wenn richtig Ende natürlich ein paar Hollywood-Momente nicht fehlen durften^^, aber da sehe ich mal drüber hinweg) - ganz klare Leseempfehlung und 5/5 Sternen.


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