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Samstag, 28. September 2019

Rezension: "Der letzte Magier von Manhattan" von Lisa Maxwell

Titel: Der letzte Magier von Manhattan
Autorin: Lisa Maxwell
Wertung: 4/5 Sterne 
TB, 570 Seiten
Preis: 16,99 €
VÖ: 2019
Genre: Urban Fantasy
Reihe: Teil 1 einer Dilogie 
© Verlagsgruppe Droemer Knaur 

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Der letzte Magier von Manhattan - Lisa Maxwell


Inhalt 

Die magisch begabte Trickdiebin Esta muss in eine andere Zeit reisen, um ein magisches Artefakt zu bergen, dass ihr und allen anderen Magiern ermöglichen soll, die seit vielen Jahren bestehende magische Schwelle, die alle magisch begabten Menschen daran hindert, Manhattan zu verlassen, zu durchbrechen. 

Doch das wird nicht einfach, denn jede Handlung in der Vergangeheit kann direkten Einfluss auf die Zukunft nehmen, und das Artefakt wird höllisch gut bewacht. Wie sich zeigt, ist sie nicht die einzige, die von der Macht des Gegenstands gehört hat, und so beginnt ein gewagter Tanz auf dem Drahtseil in einer Gruppe, die nur zusammen das Ziel erreichen kann, in der jedoch jeder seinen eigenen, verborgenen Plan hat.... 


Beurteilung

Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen. 

Der letzte Magier von Manhattan ist für mich als Titel allerdings etwas irreführend, ich hatte mir da ein bisschen etwas anderes darunter vorgestellt. Aber zum Schluss des Buchs habe ich dann auch den Titel verstanden.

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen des 20. Jahrhunderts, der Großteil in den 1900-1920er Jahren. Die Geschichte ist eigentlich ein Genremix: History, Adventure, Thriller, Fantasy, Steampunk - es ist von allem ein wenig dabei. 
Die Geschichte lebt aber vor allem durch ihre guten Protagonisten. Esta, die talentierte Diebin, ist auf jeden Fall die herausragende Hauptakteurin, da sie diejenige ist, die durch die Zeit reist und eigentlich alle Handlungsstränge miteinander in Verbindung bringt. Sie ist eine toughe Frau, die aber trotzdem auch ab und zu mal irrt und sich von ihren Gefühlen ablenken lässt, und das macht sie auch sehr sympathisch. 
Doch erst vor dem Hintergrund ihres Teams, dem sie sich gezwungenermaßen anschließen muss - der rabiaten Viola, dem rätselhaften Nibs, dem Boss Dolph Saunders, dem undurchsichtigen Jianyu und nicht zuletzt dem verkannten Magier Harte Darrigan - sie alle zusammen ergeben eine kunterbunte Mischung, die immer wieder für explosive Situationen sorgt. 

Trotz relativ vielerer handelnden Personen, verschiedenen Zeitebenen und einem nicht ganz unkomplizierten Gefüge von Intrigen, Gesellschaften, Gangs und politischen Zielen kann man der Erzählung überraschend gut folgen. Entgegen vieler Bücher mit komplexeren Handlungen kann man in "Der letzte Magier von Manhattan" auch relativ lange Abschnitte am Stück lesen, ohne abzuschweifen, denn Lisa Maxwell schreibt einfach locker, unterhaltend und mitreissend, sie schweift nicht ab und lässt immer wieder neue Dinge entdecken und geschehen, die den Leser bei der Stange halten und dafür sorgen, dass er sich freut, wundert oder ärgert. 

Warum ich dann trotzdem nur 4 Sterne gebe? Mir ist das auf diesen fast 600 Seiten einfach irgendwann too much geworden, dieses ewige Hin und Her zwischen "alles ist verloren" und "vielleicht gibt es doch noch eine Chance", die doppelten und dreifachen Spielchen, die manche der Akteure treiben, jeder versucht den anderen zu übertölpeln und hat seine eigene Planung, die er/sie vor allen anderen verbirgt. 
Auch hat es mich zwar gut unterhalten, mich aber nicht wirklich überrascht, denn trotz dass die Erzählung gut strukturiert und durchdacht ist und wie gesagt auch viele Genres genial kombiniert, sind einfach keine wirklich neuen Ideen dabei, die mich jetzt überrascht hätten. Die Geschichte besteht aus einer neuen Kombination von Elementen, die man aus anderen Geschichten einfach alle schon kennt. 

Da aller guten (und nicht so guten) Dinge 3 sind, noch mein dritter kleiner Kritikpunkt - die Idee mit der "Schwelle" hat mir gut gefallen (allerdings ebenfalls ein Element dass ähnlich schon in anderen Geschichten vorkam), ein besonderes Highlight war es für mich, als sich hier in Manhattan auf einmal eine bedeutende Veränderung ergibt - allerdings konnte ich dem "wissenschaftlichen" Erklärungsversuch der Funktionsweise der Schwelle nicht wirklich folgen. Das wurde für mich als Leser unverständlich und hat mich nicht abgeholt. Ich habe zwar die Wirkung verstanden, aber die Ursache blieb mir unklar. 

Auch wenn das jetzt nach viel Kritik klingt, fand ich das Buch dennoch sehr gut, das sei hier nochmal wiederholt! 

Fazit: Es ist auf jeden Fall lesenswert und ich werde auch die Fortsetzung lesen, weil der Cliffhanger am Ende mich natürlich wieder angefixt hat. Trotz der Komplexität ist es unterhaltsam geschrieben und man kann dem roten Faden sehr gut folgen. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und schaffen es, den Leser mit in ihre Welt zu nehmen. Hoher Unterhaltungswert, abwechslungsreich und magisch, auch wenn nicht wirklich umwerfende neue Ideen zu finden sind - 4/5 Sterne.



Der offizielle Klappentext 


Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen zwei Fraktionen von Magiern: Während die einen sich dem mächtigen Orden Ortus Aurea angeschlossen haben, fristen die anderen ein Schatten-Dasein im Untergrund. Zu ihnen gehört die junge Diebin Esta, die von ihrem Mentor ins New York des Jahres 1901 geschickt wird, um ein Buch zu stehlen, das als Waffe gegen den Orden dienen soll. Esta schließt sich einer Gang von Magiern an, die wie sie den Orden bekämpfen. Sie gewinnt deren Vertrauen und mehr – und weiß doch, dass sie jeden in der Vergangenheit betrügen muss, wenn sie die Zukunft retten will.
Eine junge Diebin, das New York der Gangs und Gaslaternen und ein uralter Krieg der Magier.

1 Kommentar:

  1. Hallo Buchfee

    Ich bin um das Buch auch schon herumgeschlichten und habe mir überlegt, es auf meine Wunschliste zu packen, deshalb war ich neugierig, wie deine Meinung dazu ausfällt. Mich schreckt noch etwas die Komplexität der Geschichte ab, auch wenn du schreibst, dass man sich gut zurechtfindet. Aus Erfahrung weiss ich, dass ich oft sehr Mühe habe, komplexen Geschichten zu folgen :D Was hattest du dir den anders unter dem Titel vorgstellt?

    Liebe Grüsse
    paperlove

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