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Samstag, 8. Februar 2020

Rezension: "The Haven - Im Untergrund" von Simon Lelic

Titel: The Haven - Im Untergrund
Autor: Simon Lelic
Verlag und Info: Loewe Verlag
Wertung: 4/5 Sterne
TB, 300 Seiten
Preis: 9,95 €
Reihe: Ja, Band 1
Genre: Jugendbuch
VÖ: 2020
© Loewe Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

The Haven - Im Untergrund -  Simon Lelic


Inhalt

Ein perfektes Verbrechen - nichts weniger müssen Ollie und die Jugendlichen der Geheimorganisation "The Haven" verhindern. Doch während die Kinder versuchen, einem schon lange gehegten Verdacht nachzugehen, ist Ollie vor allem noch von einem weiteren Wunsch beseelt: Den unnötigen Tod seiner Pflegemutter Nancy, die als Polizistin scheinbar den gleichen Verbrechern auf der Spur war, rächen. 

Ollie hat eigentlich nicht den Wunsch, "The Haven" dauerhaft beizutreten - doch sie scheinen seine Hilfe dringend zu brauchen, und er findet es irgendwie auch sehr faszinierend, wie sich die Gruppe organisiert hat. 
Und so wird er unversehens mitten hineingezogen in eine Geschichte, die ihn im schlimmsten Fall sogar das Leben kosten kann.


Beurteilung

Wenn ich "London" und "Untergrund" lese, ist es ja schon um mich geschehen, sofern es sich nicht um einen 08/15 Krimi handelt. Und das ist "The Haven" definitiv nicht, auch wenn relativ am Anfang jemand zu Tode kommt. 

Dies ist eine der Geschichten, in der Kinder und Jugendliche sich selbst, (fast) ohne Erwachsene, organisieren und versuchen, eine geschlossene Gesellschaft zu bilden. Und das scheint bei "The Haven" ziemlich gut zu funktionieren - so scheint es zumindest anfänglich für Ollie, der bereits zum zweiten Mal in seinem Leben von einem Tag auf den anderen allein auf der Welt dasteht.

Das Erfolgsrezept des Autors ist in diesem Fall, dass er das Setting in ein etwas alternatives London umbaut, dessen Jugendliche, die irgendwo durch das soziale Raster gefallen sind, in ein fast über die ganze Stadt verteiltes Netz aus verschiedenen Gangs integriert sind. Dazu ist ein wenig Geheimagenten-Feeling gemixt, da zumindest The Haven ein nicht unbeachtliches Arsenal an Gadgets und Technik zur Überwachung Londons zu haben scheint. 

Diese Mischung gefällt mir an dem Buch sehr gut, dazu kommt, dass es für ein Jugendbuch eine gar nicht so oberflächliche Handlung beinhaltet und mehrere Themen verfolgt: Zum einen die recht actionreiche Haupthandlung, in der die Jugendlichen der unterschiedlichen Gangs gleichermaßen von einer fiesen Verbrecherbande bedroht werden, aber es wird auch das sehr viel ernstere Thema des Schicksals von vielen Kindern und Jugendlichen behandelt, die keine heile Familie haben, und das Buch zeigt, dass Kinderleid absolut nichts ist, wovon nur in den Geschichtsbüchern geschrieben steht, sondern was heute noch so aktuell oder sogar aktueller ist als jemals zuvor. 

Ollie als Protagonist ist ein sympathischer Junge, gegen den man eigentlich nichts haben kann - an ihm ist eigentlich nichts besonderes, aber gerade dass er so normal ist, keinen großen Freundeskreis hat, eher ein schüchterner und unscheinbarer Typ ist, macht ihn so menschlich und man kann sich gut in ihn hineinversetzen. 

Insgesamt kann man der Geschichte höchstens vorwerfen, dass es an manchen Stellen ein bisschen arg klischeehaft rüberkommt - wenn ich zum Beispiel an die Beschreibungen der Razors denke oder an die "Anführer" der unterschiedlichen Gangs, kommen diese doch irgendwie so archetypisch rüber für die Guten und die Bösen, dass ich es ein wenig belächeln musste. 
Auch das Finale dieses ersten Teils fand ich ein wenig zu sehr hollywoodlike und überzogen, aber realistisch ist wohl der ganze Plot nicht besonders :-)

Die Idee hinter "The Haven" finde ich auf jeden Fall gut, und es ist nie falsch, im Rahmen einer erfundenen Geschichte auf durchaus ernste Themen aufmerksam zu machen. Eigentlich erschreckend, wenn man darüber nachdenkt, wie nah an der Realität zumindest die vermutete Reaktion von Regierung & Co. auf solche Institutionen wie "The Haven" beschrieben sind - traurig, das so etwas nicht die offizielle Unterstützung finden würde. Aber womit es kein Geld zu verdienen gibt...wir kennen das ja alle.

Fazit: Der Auftakt dieser jugendlichen Action-Reihe hat mich eingefangen, es war spannend, eine tolle Mischung aus Thriller, Action und Drama, die Handlung ging flott voran und es lies sich sehr flüssig lesen. Teilweise fühlt es sich wie ein Abklatsch typischer ähnlicher Geschichten an, das Rad neu erfunden wurde hier nicht, trotz allem finde ich die Geschichte gelungen und vergebe 4/5 Sterne.



offizieller Klappentext

Unter den Straßen Londons liegt er verborgen, versteckt vor den Augen der Erwachsenen: The Haven. Ein geheimer Zufluchtsort für Flüchtlingskinder, Straßenkids und Waisen – wie Ollie. 

Gerade noch war Ollies Leben vollkommen normal und plötzlich ist er Teil der geheimen Untergrundorganisation Haven. Innerhalb von 24 Stunden muss er gemeinsam mit dem Ermittlungsteam den Sohn des berüchtigten Gangchefs Danny Hunter finden – oder einer von ihnen wird sterben.
Ein turbulentes Rennen gegen die Zeit beginnt, doch je näher Ollie und seine Freunde ihrem Ziel kommen, desto klarer wird ihnen, dass noch eine weitaus größere Bedrohung auf sie wartet.

„Im Wesentlichen helfen wir Kindern und Jugendlichen.“
„Kindern? Was für Kindern?“
„Kinder, die uns brauchen, die nirgendwo sonst hinkönnen.“
„Wie … obdachlose Kinder, meinst du?“
„Obdachlose. Flüchtlinge. Waisen. Kids, die es mit Banden zu tun bekommen. Die Enkelin der Queen, wenn sie unsere Hilfe bräuchte. Wir sind wirklich nicht wählerisch.“
„Und was ist mit den Erwachsenen? Wo sind sie?“
Dodge grinste. „Das ist das Coolste an der ganzen Sache. Hier gibt es keine Erwachsenen.“

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