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Donnerstag, 23. April 2020

Rezension: "Zweite Heimat - Die Reise der Celeste" von Madeleine Puljic

Titel: Zweite Heimat - Die Reise der Celeste
Autorin: Madeleine Puljic 
Wertung: 5/5 Sterne 
TB, 304 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: Dystopie / Science Fiction
Reihe: nein
VÖ: 2020
© Droemer Knaur 

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Zweite Heimat: Die Reise der Celeste - Madeleine Puljic 

Inhalt 

Die Erde ist in einem miserablen Zustand. Die letzte Hoffnung: Eine erste Mars-Kolonie, die den Grundstein für die Besiedlung des roten Planeten und die Flucht von der Erde legen soll. 

Alles läuft eigentlich nach Plan - doch kurz vor der Ankunft stellt sich heraus, dass die Menschen scheinbar doch nicht die einzigen Interessenten für ein Leben auf dem Mars sind.

Das Zusammentreffen ist unvermeidlich - und die Menschen sehen sich mit der Erkenntnis konfrontiert, dass durchaus Leben im Universum existiert - und die Menschheit da bislang noch nicht weit über einen universellen Neandertaler-Status hinausgekommen ist.

Ob die Kolonisten es schaffen können, die Prüfung und Beurteilung durch die fremden Wesen zu bestehen und in den Völkerbund aufgenommen zu werden - dafür muss Alvar Lajunen, der Kommandant der Kolonistengruppe, sorgen. Doch er hat noch ganz andere Probleme....



Beurteilung 

Eine ganz toll geschriebene Geschichte! Bei diesem Buch war ich zunächst nicht sicher, wie ich es einkategorisieren soll. Einerseits hat die Geschichte einen dystopischen Hintergrund, spielt jedoch hauptsächlich nicht auf der Erde, sondern im Weltraum / auf einem fremden Planeten, was dann wieder in die Science Fiction reinzählt. Dieses Buch kann beide Genres für sich beanspruchen, was ich sehr gerne mag. 

Vom Schreibstil der Autorin bin ich immer wieder begeistert: Flüssig, mitreißend und sprachlich immer sehr gut verständlich. Ob Fantasy, oder Science Fiction, sie beherrscht mehrere Genre sehr gut und versteht es packende Geschichten zu schreiben.

Was mich hier vor allem auch überzeugt hat war, dass es glaubhaft geschrieben wurde. Keine abgehobenen Wunderwerke à la Star Trek oder Sonstiges, sondern, eine, wie ich finde, realistische Vorausschau auf einen technischen Stand, den wir in den nächsten Jahren oder wenigen Jahrzehnten meiner persönlichen Meinung nach tatsächlich erreichen können - sowohl, was die Raumfahrt angeht, als auch, was die Situation unserer Erde angeht...wenn wir nicht schon viel näher dran sind.

Das macht es für mich glaubhaft und authentisch, und das brauche ich auch, damit mich eine Geschichte einfangen kann. Ob eine Ansiedlung auf dem Mars, die ja schon sehr häufig in Filmen und Büchern thematisiert wurde, wirklich umgesetzt werden kann, lasse ich dahingestellt. 

Madeleine Puljic hat mit jeder Entwicklung - unabhängig von der fremden Lebensform, die im Buch vorkommt - meine eigenen Gedankengänge wiedergespiegelt, was die möglichen Entwicklungen der menschlichen Rasse angeht: Entweder wir packen den Absprung - im wahrsten Sinne des Wortes - oder wir werden früher oder später in die Steinzeit zurückkatapultiert. 
Mit beiden Möglichkeiten spielt die Autorin hier.
Nun kommen wir zum Punkt der außerirdischen Lebensform auf dem Mars - Ja, ausgelutscht, könnte man sagen, da als Idee schon sooooo oft verarbeitet - aber ich fand die Ideen wie das alles umgesetzt wurde, von der Optik über das Verhalten und die Intentionen, wirklich gut und auch kein Abklatsch von irgend etwas anderem. 

Setzt mir ruhig einen gedanklichen Aluhut auf, ist mir egal - aber ich will nicht ausschließen, dass wir uns bereits unwissentlich in einer ähnlichen Vorstufe der Handlung dieser kleinen Zukunftsvision befinden.

Das I-Tüpfelchen bildet dann noch die emotionale Ebene der Reise der Celeste - die Trennung eines Ehepaars, beide mit Verantwortung auf der Mission Mars-Besiedlung, die gerade dadurch für Ihre Überzeugungen einstehen und nicht den glauben daran verlieren, das vielleicht doch noch alles wieder gut werden kann. 

Und was mich auch emotional berührt hat, aber eher in Richtung Wut und Ungläubigkeit, war mal wieder die so gut dargestellte Dummheit und Engstirnigkeit mancher "Gruppierungen" will ich es jetzt mal nennen, die leider an zu einflussreichen Stellen die machthungrigsten und verbohrtesten Typen sitzen haben, denen mal wieder die eigene Jackentasche wichtiger ist als die wirklich wesentlichen Dinge. 

Aber nun genug philosophiert - ich glaube es ist zum Ausdruck gekommen, dass mir die Geschichte von der Celeste und ihrer Reise zum Mars richtig gut gefallen hat - sprachlich, inhaltlich und alles andere auch. Tolle, realistische Beschreibungen von Settings, von Personen, von Emotionen - spannend umgesetzt und erfrischend leicht zu verdauen. 
Von mir gibt es 5/5 Sterne.


offizieller Klappentext

Das Schicksal der Menschheit liegt in ihren Händen ...

Als die CELESTE mit den ersten Kolonisten zum Mars aufbricht, beschließt das außerirdische Volk der E’Kturi, dass eine Beobachtung der Menschheit aus der Ferne nicht länger genügt. Um die von den Menschen ausgehende Gefahr einzuschätzen, senden die Außerirdischen ebenfalls ein Schiff aus, das noch vor den Kolonisten den Mars erreicht. Lajunen, der Kapitän der CELESTE, erhält den Auftrag, für eine positive Beurteilung der E’Kturi zu sorgen – mit allen Mitteln.

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