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Dienstag, 12. Januar 2021

Rezension: "Der Zwillingscode" von Margit Ruile



Titel: Der Zwillingscode
Autorin: Margit Ruile
Verlag und Info: Loewe Verlag
TB, 320 Seiten
Bewertung: 5/5 Sterne
Preis: 14,95 €
Reihe: nein
Genre: Jugendthriller / Dystopie
VÖ: 2020
© Loewe Verlag 

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Der Zwillingscode - Margit Ruile 

Inhalt 

Vincent lebt zusammen mit seinem Vater in einem Haus, das ihnen vom Staat bald weggenommen wird, denn das Viertel bekommt ein Upgrade und da Vincent und sein Vater nur C-Status haben, können sie einfach rausgeworfen werden.

Vincent sieht nur eine Möglichkeit: Er braucht ein Upgrade. Doch das auf legalem Weg in so kurzer Zeit zu bekommen, ist unmöglich. Durch die Beziehungen, die seine illegale Nebentätigkeit mit sich bringt, spricht er jemanden an, der ihm dabei vielleicht helfen kann - und gerät unversehens auf eine Spur in seine Vergangenheit, die nicht nur seine Herkunft, sondern das ganze herrschende System auf einmal in Frage stellt.  

Beurteilung 

Die Welt wird von künstlicher Intelligenz gesteuert. Die Menschen werden nach einem Punktesystem klassifiziert: A - D - D sind die Verbrecher, ab C abwärts ist man eigentlich schon ein Loser, der fast keine Rechte mehr hat.

Das finde ich schon mal eine ziemlich spannende Sache. Sind wir noch weit von so einer Gesellschaft weg? Ich glaube nicht. Wir haben zwar noch keine Punkte, aber irgendwie werden wir doch ständig bewertet und klassifiziert - nach unserer Bonität, unserem Einkommen, unseren Noten, unserem Job, unserem Kontostand, der Anzahl unserer Freunde und Likes, und so weiter.

Wie werde ich besser, wie bekomme ich mehr? Das ist doch die grundlegende Frage, nach der der Großteil unserer Gesellschaft strebt.

Die Bewertung in dieser Welt wird von einer sogenannten Simulation durchgeführt, eine künstliche Intelligenz, die kein Mensch mehr wirklich im Griff hat. Durch Zufall gerät Vincent auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine eigene Bewertung zu verbessern, auf die Spur dieser Simulation, und bekommt mit, dass da etwas am ganzen System gewaltig hinkt.

Ein bisschen hat diese Geschichte für mich was von Matrix, teilweise bin ich auch selbst nicht mehr ganz durchgestiegen bei diesem Konstrukt, das zwar sehr fantasievoll, aber sicherlich im Detail nicht mehr besonders realistisch ist. Dennoch fand ich die Story von A bis Z äußerst spannend, auch wenn die einzelnen Teile alle in irgendwelchen Filmen oder Büchern schon mal vorkamen, ergeben sie doch in dieser Kombination eine neue spannende Erzählung: künstliche Haustiere, Spiegel, die sich als Portale in eine virtuelle Welt entpuppen, holographisch gespeicherte Erinnerungen, ein Kampf von Gut gegen Böse, Mensch gegen Maschine.

Das ganze bleibt auf einem recht oberflächlichen Niveau, dennoch ist alles sehr packend konstruiert. Ein bisschen Schade fand ich es, dass es gegen Ende in so eine klassische Held gegen Antiheld - Situation ausgelaufen ist - da hab ich mich fast gefühlt wie in einem Comic. Auch wenn die Settings durchaus sehr interessant und abwechslungsreich sind, und auch so gut beschrieben, dass man sie bildhaft vor sich sieht. 

Alles in allem hat mich die Autorin aber überzeugt - es ist ja immer noch ein Buch für Jugendliche, dass unterhalten soll, und das tut es. Sehr spannend ist es obendrein, toll geschrieben und es regt auf jeden Fall auch zum Nachdenken an. Vor allem widmet es sich der immer aktueller werdenden Frage, wie intelligent die Maschinen noch werden sollen - und ob irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem wir sie nicht mehr kontrollieren können.

Ob das möglich ist? Keine Ahnung, ich bin kein Fachmann. Aber ich bin auf jeden Fall für Chancengleichheit für alle - egal, wer die Eltern sind und was sie getan haben oder aus welcher gesellschaftlichen Schicht man kommt.

Trotz der oben erwähnten Kritikpunkte hat mich Margit Ruile überzeugt - Der Zwillingscode bekommt von mir 5/5 Sterne. 

Klappentext

Vincent ist siebzehn und eine Doppel-C-Seele. Sein Sozialpunktestand ist so niedrig, dass an ein Studium nicht zu denken ist. Stattdessen repariert er heimlich die mechanischen Haustiere der Firma Copypet.
Eines Tages bringt eine alte Frau eine Katze zur Reparatur. Und die führt Vincent geradewegs in die Simulation – eine virtuelle Welt, in der alle unsere Gegenstände ihr digitales Leben führen. Verborgen in dieser Zwillingswelt aber liegt ein Code. Vincent muss ihn finden, denn davon hängt die Zukunft der Menschheit ab.

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