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Montag, 1. März 2021

Rezension: "Die Türme von Eden" von Alessandra Reß



Titel: Die Türme von Eden
Autorin: Alessandra Reß
Verlag und Info: Lindwurm Verlag
Bewertung: 3,5/5 Sterne
TB, 496 Seiten
Preis: 18,00 €
Genre: Space Fantasy
Reihe: nein
VÖ: 2020
© Lindwurm Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Die Türme von Eden - Alessandra Reß

Inhalt

Während Keri auf der Suche nach Ihrem Bruder ist, der zum Engelsanwärter wurde, ist Dante inkognito für seine Gruppierung als Novize zu den Liminalen gestoßen - er glaubt nicht an das Engelskonzept und an Eden und will aufdecken, was die geheimnisumwobenen Liminalen wirklich machen.

Doch seine Aufgabe erweist sich als schwieriger als Gedacht und Dantes Glaube gerät ins Wanken. Er weiß nicht mehr, was er glauben soll. Was er, Keri und die anderen als Novizen bei den Liminalen erleben, macht ihm aber auch klar, dass die Liminalen ganz anders sind, als sie sich in der Öffentlichkeit darstellen.

Es steckt auf jeden Fall etwas Größeres dahinter - aber das scheint nicht das zu sein, wass den Planetenbewohnern und Engelsgläubigen weis gemacht wird...

Beurteilung

Diese Rezension ist jetzt gar nicht so einfach, denn die Geschichte lässt mich mit sehr gemischten Gefühlen zurück.

Zuerst muss ich sagen, dass ich die ganze Atmosphäre des Romans durchgehend als kalt und düster empfunden habe. Die Stimmung war meist eher deprimiert und hoffnungslos. 

Irgendwie habe ich auch ein wenig was anderes erwartet. Eigentlich könnte man es als dystopische Science Fiction bezeichnen, da die Grundlage für das aktuelle Setting irgendwie die Flucht von dem Planeten Erde ist, nachdem er unbewohnbar wurde. Das wird allerdings nur ganz kurz mal angerissen und nicht weiter ausgeführt.

Eigentlich habe ich es mir sehr spannend vorgestellt - eine Welt, in der die Existenz von Engeln als gegeben angenommen wird und eine Gruppe von Wahrheitsfindern versucht, dies tatsächlich zu beweisen oder eher zu dementieren. Das sagenumwobene "Eden" als Paradies wird hier als Planet dargestellt, den aber kein Sterblicher bislang zu Gesicht bekommen hat. Ein sehr interessantes Konzept, das aber meiner Meinung nach besser hätte umgesetzt werden können.

Es begann eigentlich ganz spannend, allerdings hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten, in das Konstrukt der verschiedenen Gruppierungen, Planeten und deren Lebensweisen und Glaubensrichtungen reinzukommen. Das liegt wohl auch daran, dass ich wenig Zugang zu den Protagonisten Keri und Dante bekommen habe. Sie blieben mir einfach fremd.

Die Geschichte hat wirklich sehr viele interessante Aspekte, namentlich nennen will ich hier die unheimlichen "schweigenden Orte", den verseuchten Planeten Toth und das Konzept der Liminalen als Diener und Zuarbeiter der wahren Engel.

Besonders im zweiten Drittel wurde mir aber die Erzählung einfach zu philosophisch und abstrakt, es wird für mich zu viel Zeit darauf verwandt, über sich selbst, Wahrheit und Lüge, die Vergangenheit und allgemeine Zweifel zu sprechen, was in der Handlung zu nichts führt und man beim Lesen das Gefühl hat, das irgendwie nichts vorwärts geht. 100 Seiten weniger hätten dem vielleicht gut getan und dem Fortschritt der Handlung etwas mehr Zug verliehen.

Es gab für mich zu viele Unterbrechungen im Spannungsbogen und somit im Lesefluss, die Handlung ging nur sehr zögerlich voran und oft wurde es mir einfach zu abstrakt. Ich hatte Probleme, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, und das macht mir das vollkommene Eintauchen schwierig. Es ist einfach kein Buch, das man in langen Strecken lesen kann.

Bis zum Ende hin blieb für mich alles irgendwie mystisch-verschwommen - ich habe zwar schon verstanden, was die Autorin als Auflösung kreiert hat, gefallen hat es mir allerdings nicht so besonders. Ich erwarte nicht von jedem Buch ein Friede-Freude-Eierkuchen-Happy End, aber das war mir insgesamt doch alles zu deprimierend. 

Fazit: Extrem interessantes Grundkonzept, aus dem man erzählerisch nach meinem persönlichen Geschmack mehr hätte machen können. Die düstere und kalte Grundstimmung zieht sich bis zum Finale durch und streckenweise wurde es mir zu philosophisch. Zu den Protagonisten konnte ich nur langsam und nie vollständig einen Bezug aufbauen - mir war einfach alles zu fremd und so fehlte mir das komplette Eintauchen in die Story. Idee Hui, Umsetzung na ja - 3,5/5 Sterne von mir. Tendenz leider eher zu 3.


Klappentext

Du musst vor nichts mehr Angst haben. Angst braucht nur zu haben, wer allein in der Masse ist. Aber du bist nicht allein und es gibt keine Masse mehr. Nur mehr viele, irgendwann alle und vielleicht einen. Du bist jetzt ein Teil von Eden.“ Vierzehn Jahre nach der Flucht von seinem zerstörten Heimatplaneten nimmt der Spion Dante einen ungewöhnlichen Auftrag an: Er soll herausfinden, was hinter den Versprechungen der Liminalen steht. Immer wieder bringen deren Mitglieder Sterbende auf ihren Planeten Eden. Denn dort, so heißt es, soll den Menschen ein neues Leben als „Engel“ ermöglicht werden. Um seine Aufgabe zu erfüllen, schließt sich Dante den Liminalen als Novize an. Doch sein Auftrag stellt sich bald als schwieriger heraus als gedacht: Um die Rätsel von Eden zu lösen, muss Dante in eine Welt eintauchen, in der Traum und Realität verschwimmen – und sich einer Vergangenheit stellen, die ihn stärker mit den übrigen Novizen verbindet, als er sich eingestehen will.

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