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Samstag, 14. Mai 2022

Rezension: "Das unglaubliche Leben des Wallace Price" von T.J. Klune



Titel: Das unglaubliche Leben des Wallace Price
Autor: T.J. Klune
Verlag und Info: Heyne Verlag
Bewertung: 5/5 Sterne
HC, 480 Seiten
Preis: 16,00 €
Reihe: nein
Genre: Roman
VÖ: 2022
© Heyne Verlag

Das unglaubliche Leben des Wallace Price - T.J. Klune

Worum geht's?

Der Ekel-Anwalt Wallace Price stirbt in seinem Büro an einem Herzinfarkt. Geschockt muss er danach feststellen, dass er seiner eigenen Beerdigung beiwohnt - doch keiner sieht ihn. Und keinen scheint es zu kümmern, dass er tot ist. 

Als ihn auf einmal jemand wahrnimmt, ist er erleichtert - bis ihm erklärt wird, dass er jetzt auf die andere Seite gehen muss und in eine Zwischenstation kommt, bis er emotional so weit ist, die irdische Welt zu verlassen.

Und ab da macht Wallace eine erstaunliche Reise - nicht nur emotional, sondern er erlebt Dinge und Situationen und Menschen, die er sich nicht hätte erträumen können.

 

Beurteilung 

Ein absolut lohnenswertes Buch! T.J. Klune beweeit mit "das unglaubliche Leben des Wallace Price" erneut, wie grandios er in seinen Geschichten mit den Emotionen spielen und seine Leser in gleichzeitig rührende, traurige, aber auch humorvolle und menschliche Ereignisse hineinziehen kann.

Bücher über das Leben nach dem Tod, oder über den Übergang in die nächste Welt, gibt es viele. Aber keine ist vergleichbar mit Wallace Price. Ein wenig erinnert es am Anfang an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, aber das verläuft sich recht schnell. Denn es ist weder Weihnachten noch gibt es drei Geister (okay es gibt mehrere Geister) - aber Wallace Price war auch ein absolutes Ekel. 

In T.J. Klunes Vision gibt es zwischen Leben und dem endgültigen Übergang ins Jenseits eine Zwischenstation, und genau da spielt dieses Buch. Wallace Price wird sich in dieser Zwischenstation darüber klar, dass er wirklich tot ist, und beginnt in der ihm verbleibenden Zeit, einerseits sein Leben zu rekapitulieren. 

Seine Begleiter dabei sind so gelungen wie verschieden charakterisiert: Der ruhige Fährmann Hugo, seine temperamentvolle Geisterseherin und Sensenfrau Mei, sein toter, aber durchaus noch gegenwärtiger und vom Schalk besessener Papa Nelson und der treue Geisterhund Apollo. Diese bieten zusammen ein äußerst merkwürdiges Gespann, bei dem öfter die Fetzen fliegen, bei dem es aber auch schöne Momente gibt.

Und während Wallace mit seinem Ableben hadert, erlebt diese Gruppe auch noch allerlei Merkwürdigkeiten und skurrile und atemberaubende Situationen, denn es kommen auch normale Menschen an Wallace aktuellen Aufenthaltsort, die freilich nicht vom jenseitigen Leben ahnen.

Es ist einfach wunderbar, Wallace zu erleben, zu spüren wie er sich seine Gedanken macht und sich verändert, es gibt so viele schöne und lustige Momente, und auch wenn die Geschichte von der Handlung her zwischendurch immer wieder eher belanglos dahinplätschert, sind auch diese Zwischenspiele zutiefst emotional und nehmen den Leser immer wieder voll mit. 

Das Buch ist irgendwie eine Mischung aus einer Fantasygeschichte, einer Liebesgeschichte, einer Geistergeschichte und auch einer Geschichte darüber, wie man mit seinen Mitmenschen umgehen und sich immer wieder selbst reflektieren sollte - aber das ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sondern irgendwie...gütig, ein anderes Wort dafür fällt mir nicht ein.

Der Autor schafft es mit seiner leichten und lockeren Erzählart und seinen in Worten sehr plastisch gemalten Bildern und Situationen, unter die Haut zu gehen, ohne das man es merkt. Ein Buch, das zu Tränen führen kann - aus Mitleid, Rührung oder einfach nur vor Staunen oder vor Lachen.

Ich fand es, wie man wohl merkt, ganz wunderbar - 5/5 Sterne von mir. 


Klappentext

Der erfolgsverwöhnte Anwalt Wallace Price kennt nur drei Dinge: Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Es kommt ihm daher äußerst ungelegen, als er eines Tages tot umfällt und in der Zwischenwelt landet. Dort erwartet ihn der Wächter Hugo, der Wallace auf seine Reise ins Jenseits vorbereiten soll. Doch Wallace ist noch nicht bereit, und so wird ihm Zeit gewährt, um seine Angelegenheiten zu ordnen. Zeit, in der Wallace den wahren Sinn des Lebens entdeckt. Und die Liebe findet ...

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