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Freitag, 22. Mai 2020

Rezension: "Gelobtes Land - Leev" von Christine Heimannsberg




Titel: Gelobtes Land - Leev
Autorin: Christine Heimannsberg
Infos und Kaufoption: Amazon Autorenseite
Bewertung: 5/5 Sterne
TB, 364 Seiten
Preis: 13,95 €
Reihe: Ja, Finale (Band 3)
Genre: Dystopie
VÖ: 2020
© Christine  Heimannsberg

Werbung- Dieses Buch wurde mir von der Autorin als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Leev (Gelobtes Land 3) - Christine Heimannsberg


Inhalt

Lore und Jul erreichen ihr Ziel, jedoch merken sie schnell, dass lang noch nicht alle Probleme gelöst sind.
Auch hier sind es "nur" Menschen, mit all ihren Schwächen und Fehlern, und vor allem Lore kann dies nicht akzeptieren und versucht, mehr zu erreichen, auch andere Menschen zum Umdenken zu bewegen und das ganze System umzukrempeln.

Doch auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht in Ruhe - sie möchte wissen, was aus ihrer Familie geworden ist, möchte sie wieder sehen und an ihrer Seite haben.
Und was wird aus ihrer Zukunft mit Jul? Hat ihr Verhältnis die vielen Hürden überstanden?

Lore steht vor möglicherweise noch größeren Herausforderungen als zu Beginn ihrer Reise...


Beurteilung

Die "Gelobtes Land" - Reihe gehört zu den Selfpublisher-Werken, die mich von Anfang an positiv überrascht haben.
Und ich muss gestehen, wenn es nach der Optik geht, hätte ich vermutlich nie nach dem Buch gegriffen.

Christine Heimannsberg hat sich hier eine tolle dystopische Geschichte ausgedacht, mit vielen neu und selbst erdachten Elementen, einer spannenden und ernsten Handlung und vielen Überraschungen.
Auch wenn das dystopische Rad nicht neu erfunden wurde - es gibt halt nicht unendlich viele halbwegs realistische dystopische Szenarien - und auch die typische Trilogie - Aufteilung in 3 Akten schon hinlänglich bekannt ist, tut das der Qualität dieser Reihe absolut keinen Abbruch.
Ich finde man merkt auch deutlich, dass sich die Autorin während des Schreibens selbst auch weiter entwickelt hat, denn das ist für mich definitiv der beste Teil der Reihe.

Bei der Rezension zu einem Finale ist es ja ein bisschen schwierig, nicht zu spoilern, aber ich will mein Bestes versuchen.
Was mir sehr gut gefallen hat war, dass wir die Protagonisten Jul und Lore, aber auch viele ihrer Weggefährten, in diesem für mich emotionalsten Teil der Reihe noch besser kennenlernen - ihre Gedanken, ihre Gefühle und vor allem die Entwicklung, die sie mitgemacht haben, nochmal so vor Augen geführt bekommen.

Ich hatte zugegebenermaßen etwas Schwierigkeiten am Anfang, mich wieder an alle Details zu erinnern, aber da vor allem Lore oft gedanklich zurückblickt, hilft das, auch nach längerer Lesepause wieder recht schnell in die Geschichte hineinzufinden.

Im Finale gab es viele kleinere Situationen, mit denen mich die Autorin überrascht hat: Die Krankheit, die Wege, die oft unerwartet beschritten werden, und vor allem das Finale - diesen Ausgang hätte ich definitiv nicht erwartet, und es ist Christine Heimannsberg wirklich gelungen, mich als Leser bis fast zur letzten Seite auf Trab zu halten, weil man einfach nicht weiß wie es ausgeht.

Mit gefällt der Pfad, den die Handlung nimmt - bis zu einem gewissen Grad gehen wir den Weg, den Lore und Jul genommen haben, noch einmal ein Stück zurück und betrachten die Stationen aus einer neuen Situation und Sichtweise heraus.
Was ich auch gut fand war, dass wirklich versucht wurde, alles realistisch zu halten: Keine Überhelden ohne Schwächen, keine großen Schlachten, eine behäbige und engstirnige Politik, ein unsicheres Volk, dass mit wenigen Informationsfetzen versuchen muss, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Nach wie vor wird ja nicht detailliert auf "den Vorfall" eingegangen, wir wissen nur, dass sich das Leben nach einem extremen Klimawandel vollständig verändert und die Welt sich in zwei Teile aufgespalten hat. Doch es ist toll, aber irgendwie auch beklemmend und beängstigend, was Lore im Laufe der letzten Etappe Ihres Abenteuers herausfindet und wie damit zunächst umgegangen wird.
Man könnte wirklich glauben, viele von uns lernen nie dazu. Aber sehr gut rübergebracht hat die Erzählerin eben auch immer die kleinen Hoffnungsschimmer - einzelne Menschen, die umdenken, die verstehen, was richtig ist, und wenn man bei ein paar Einzelnen die richtigen erwischt, können diese viel bewirken.

Fazit: Christine Heimannsberg hat hier sehr erfolgreich und realitätsnah eine dystopische Vison geschaffen, die authentisch ist, die echte Charaktertypen als Protagonistin hat, und die eine einmalige Atmosphäre zwischen depressiv und hoffnungsvoll hervorruft.
Dazu helfen ein sehr flüssiger und angenehmer Erzählstil und ein wenig vorhersehbarer Plot, die Spannung hoch zu halten und den Leser immer neu zu überraschen.
Ein extrem gelungener Abschluss - von mir gibt es dafür 5/5 Sterne.



offizieller Klappentext

Europa nach dem Klimawandel.
Eine junge Frau, die alles opfert, um ihren Bruder zu retten.
Und ein Ziel das Verboten ist.

Nach ihrer langen Flucht haben Lore und ihr Bruder den Ort gefunden, von denen die alten Geschichten und Lieder erzählten. Doch schon nach kurzer Zeit müssen die Geschwister feststellen, dass die Neue Welt Geheimnisse in sich birgt, die nicht nur sie, sondern auch ihre Mitstreiter in Gefahr bringt. Worte werden als Waffen benutzt und Wahrheiten so lange verdreht, bis sie ihren Sinn verlieren.

Lore ist nicht länger bereit als Spielball zwischen den Mächten zu fungieren und schlägt ihren eigenen Weg ein. Doch der birgt ein Risiko in sich, das sowohl ihren als auch Juls Clan auslöschen könnte.
Kann ihre Liebe dieser Herausforderung standhalten?

LEEV - Der dritte Band zur Trilogie über Hoffnung, Glaube und Liebe in einem von Klimawandel und Machtspielen geprägten Europa der Zukunft.

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