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Dienstag, 2. Juni 2020

Rezension: "Die neunte Konfiguration" von William Peter Blatty

Titel: Die neunte Konfiguration
Autor: William Peter Blatty
Verlag und Info: Festa Verlag
Wertung: 3/5 Sterne
HC, 190 Seiten
Preis: 19,99 €
Reihe: nein
Genre: Thriller
VÖ: 2020
© Festa Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Die neunte Konfiguration - William Peter Blatty


Inhalt

In einem alten Herrenhaus verborgen im Wald befindet sich ein etwas anderes Sanatorium - speziell für ehemalige Soldaten mit sehr seltsamen Zwangsstörungen, für die kein Arzt eine wirksame Therapiemethode zu finden scheint.
Als letzte Hoffnung wird ein besonderer Psychiater geordert, der es mit alternativen Methoden versuchen will - Hudson Kane, selbst ehemaliger angehöriger der Marines.
Zunächst erntet er Kopfschütteln - doch er scheint etwas zu bewirken. Allerdings ist sein eigenes Verhalten auch mehr als seltsam. Als ein neuer Insasse im Herrenhaus eintrifft, kommt es zu einer unerwarteten Konfrontation.

Beurteilung

Normalerweise habe ich bei diesem Verlag immer nur sehr gute Werke gelesen, egal wofür ich mich entschieden habe. Auch dieses Buch wird sicherlich seine Fans finden - mich konnte aber dieses Werk leider diesmal nicht überzeugen.

Die Story an sich ist sehr interessant. Der spacige Titel und der Klappentext klangen für mich sehr interessant - eigentlich werde ich von Storys, die mit psychischen Krankheiten zusammenhängen, angezogen.

Aber das hier war wohl eine Spur zu abgedreht für mich. Das lag zum größten Teil daran, dass ich riesige Schwierigkeiten hatte, die handelnden Personen auseinanderzuhalten.
Wir haben ja eigentlich am Schauplatz zwei Gruppen: Die "Insassen" und deren "Bewacher" bzw. Ärzte.
Hauptproblem für mich war, diese voneinander zu unterscheiden. Der Unterschied war oft schwierig festzustellen, da sich die Wachen teilweise genauso wahnsinnig verhalten haben wie die tatsächlichen Kranken. Dazu kommt, dass man direkt mit sehr vielen Personen parallel konfrontiert wird und erstmal die Namen zuordnen muss.
Dann sind die Handlungen, die hier von den Insassen vollzogen werden, so abgedreht, dass ich überhaupt nicht mehr wusste, was jetzt eigentlich gerade abgeht. Ich habe kein Problem mit skurrilen Inhalten - aber hier konnte ich der Handlung einfach nicht mehr folgen. Ich war immer froh, wenn ich mal wieder ein paar normal geschriebene Zeilen als "geistigen Anker" gefunden habe, die mich wieder irgendwie in den Ablauf der Handlung gebracht haben.
Ich hatte schon so eine Vorahnung, als ich das Vorwort des Autors gelesen habe, dachte aber "okay, er hat es selbst gemerkt und das Buch nochmal überarbeitet" - ich will mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie die Story VOR der Überarbeitung ausgesehen hat^^

Das zog sich leider auch bis zum Ende durch, als es dann zum Finale und der Schlüsselerkenntnis kam, dass ich zwischen den Personen durcheinander gekommen bin und in einigen Situationen nicht mehr wusste, wer jetzt eigentlich wer ist. Vielleicht müsste ich die Geschichte einfach nochmal lesen, aber das habe ich dann auch nicht nochmal über mich gebracht.

Vielleicht wären hier 50 Seiten mehr doch angebracht gewesen, um dem Leser ein paar Informationen oder Bezüge mehr zu liefern, an denen man sich beim Lesen festhalten kann. Vielleicht fehlt mir aber auch die benötigte Portion innerer Wahnsinn, um dem folgen zu können.

Der Plot an sich ist genial - ich liebe eigentlich solche abgedrehten Sachen. Die Stimmung ist richtig übel durchgedreht, düster und wahnsinnig - wie schon gesagt, mit ein paar Seiten mehr hätte das bei mir vielleicht Begeisterungsstürme auslösen können. Allein, was sich hier der Autor an verschiedenen Zwangsstörungen ausgedacht oder recherchiert hat - es ist tatsächlich unglaublich, was das menschliche Gehirn produzieren und wovon ein Geist sich selbst überzeugen kann, wenn es darauf angelegt wird.

Wichtig finde ich - auch wenn das eventuell nicht unbedingt die Intention des Autors war - einfach mal darüber nachzudenken, was es für Menschen bedeutet, die eine psychische Störung haben - auch heute. Wie sie von der Umwelt wahrgenommen werden und vor allem: Das oft eine geistige Störung oft mit Dummheit gleichgesetzt wird - und das ist ganz und gar nicht korrekt. Im Gegenteil, vor allem bei den hier aufgeführten Beispielen zeugen doch die Darstellungen der Insassen von einem nicht geringen Grad an Bildung und Intelligenz, wie ich finde.

Fazit: Stoff zum Nachdenken bietet diese Geschichte genug, und auch der Plot ist eigentlich genial anders, so etwas hatte ich noch nie - leider ist dieses Buch bei mir nicht gut angekommen, da ich nicht in der Lage war, der Handlung durchgehend zu folgen und das Buch flüssig zu lesen, ohne ständig nach einem Absatz darüber nachdenken zu müssen, wie ich die gerade agierende Person zuordnen muss.
Daher von mir für dieses Werk eher schwache 3/5 Sterne - aber es ist, wie immer, Geschmackssache!


offizieller Klappentext

Manchmal finden die Verdammten keinen Retter, aber der Retter findet die Verdammnis.

Tief in den Wäldern der USA verbirgt sich ein altes Herrenhaus, das von der Regierung als militärische Irrenanstalt genutzt wird. Dort sind 27 Insassen untergebracht. Alle Soldaten leiden an einer Geisteskrankheit, die ganz plötzlich ausgebrochen ist.
Haben die Männer wirklich den Verstand verloren, oder tun sie nur so?
Auf der Suche nach Antworten hat das Pentagon den brillanten Marine-Psychiater Colonel Hudson Kane beauftragt, die gestörten Insassen zu untersuchen.
Doch bald stellt Kane fest, dass die größte Herausforderung möglicherweise seine eigenen begrabenen Dämonen der Vergangenheit sind …

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