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Mittwoch, 28. Oktober 2020

Rezension: "Die Stimme" von S.K. Tremayne



Titel: Die Stimme

Autor: S.K. Tremayne 

Verlag und Info: Droemer Knaur Verlag 

TB, 390 Seiten

Preis: 16,99 €

 Bewertung: 5/5 Sterne 

Reihe: nein

Genre: Thriller 

VÖ: 2020

© Verlagsgruppe Droemer Knaur

 Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Die Stimme - S.K. Tremayne 

Inhalt 

Jo lebt als freischaffende Journalistin in der todschicken Wohnung ihrer meistens abwesenden Freundin Tabitha, mit der sie einige Jugendgeheimnisse teilt. 

Ihre einzige Gesellschaft sind die Smart Home Assistants in Tabithas Wohnung - doch als diese auf einmal Sachen von sich geben, die sie nicht wissen dürften, glaubt Jo bald an Geister.

Als sie versucht der Sache auf den Grund zu gehen, weil sie glaubt, dass sich jemand einen Scherz mit ihr erlaubt, wird die Situation immer verworrener und schlimmer. Am Ende findet sich Jo allein wieder - und weiß nicht, ob sie nicht doch lieber auf die zunehmend grausamer werdenden Forderungen aus den smarten Helfern hören soll...  


Beurteilung 

Wow. Ich bin ja niemand der überempfindlich ist oder ständig Triggerwarnungen ausspricht. 

Aber dieser Thriller kann einen ganz schön runterziehen. Bitte nicht falsch verstehen - ich fand das Buch gut. Jedoch ist die Geschichte stellenweise sehr düster und deprimierend.

Die Protagonistin Jo ist eine freischaffende Journalistin, die durch einige Wendungen in ihrem Leben quasi kaum noch Freunde hat und selten aus dem Haus kommt. Durch die Ereignisse in dieser Geschichte zieht sie sich noch mehr zurück und wird komplett von ihrem sozialen Umfeld isolilert.

Persönlich habe ich diese psychische Verzweiflung, die Einsamkeit und dazu noch die deprimierende Wetterlage als sehr belastend empfunden. Man zieht unwillkürlich Vergleiche zur eigenen Situation und obwohl ich mich als emotional stabile Person bezeichnen würde, hat mich dieses Buch doch gedanklich dahin gebracht, Vergleiche mit meiner eigenen Situation zu ziehen und auch wirklich Angst davor zu bekommen, wozu das führen kann.

Unabhängig davon, dass man so etwas wie hier geschildert hoffentlich nicht erleben muss, finde ich gerade in aktuellen Zeiten zunehmender sozialer Isolation und Existenzängste kann dieses Buch für zusätzliche Stimmungstiefs sorgen. 

Eins kann ich wirklich zweifelsfrei sagen - die Geschichte hat mich voll mitgenommen. Gedanklich und emotional. Abgesehen davon, dass ich wirklich mit Jo mitgelitten habe, die sowohl von ihrem Lebensweg als auch als Person für mich sehr authentisch rüberkam, finde ich auch die Thematik mit der zunehmenden Einbindung aller möglicher Smart Home und sonstigen Smart Utensilien in unseren Alltag ein spannendes Thema.

Wahrscheinlich kommen die meisten von uns kaum noch ohne Smartphone aus, viele haben einen Smart Home Assistant zu Hause stehen, steuern Heizung oder Licht über Handy Apps und was es nicht alles gibt. Da kann man sich schon mal die Frage stellen - wie sicher ist das alles und was können Menschen damit anstellen - im positiven und negativen Sinn?

Ein worst case Szenario beschreibt "Die Stimme" - ganz ehrlich, für mich hätte es für die Spannung diese Hintergrundgeschichte aus der Vergangenheit, auf der die aktuellen Ereignisse basieren, gar nicht gebraucht, das Ganze ist auch so schon beängstigend genug.

Zusammenfassend: 

"Die Stimme" ist ein äußerst spannender Thriller über unsere smarten Begleiter, und wie man sie missbrauchen kann, um einen Menschen kaputt zu machen - aber vor allem für mich eine Story von  menschlichen Abgründen, über die Bedrohung sozialer Isolation und was man Menschen eigentlich psychisch antun kann, ohne groß darüber nachzudenken.

Wenn dem Autor eins gelungen ist, dann die Emotionen und die Atmosphäre seiner Story beim Leser ankommen zu lassen. Dafür, das mich dieses Buch so mitgenommen hat, gibt es auf jeden Fall 5/ 5 Sterne - aber eben auch eine ernstgemeinte Triggerwarnung für Menschen, die unter ihrer Einsamkeit leiden.

 

Klappentext 

»Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo …

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