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Montag, 24. Januar 2022

Rezension: "The only good indians" von Stephen Graham Jones



Titel: The only good Indians
Autor: Stephen Graham Jones
Verlag und Info: Buchheim Verlag
Bewertung: 4/5 Sterne
HC, 360 Seiten
Preis: 39,99 € (limitiert, signiert, illustriert)
Genre: Horror
Reihe: nein
VÖ: 2021
© Buchheim Verlag

The only good Indians - Stephen Graham Jones

Inhalt

Die vier jungen indianischen Freunde Ricky, Lewis Gabe und Cass gehen gerne Jagen. Eines Tages geraten sie in einen Jagdrausch und töten in einem für sie verbotenen Gebiet mehrere Tiere. Dies hat für sie alle vier schwere Folgen - aber andere und später, als sie sich damals in ihrem jugendlichen Übermut jemals gedacht hätten.

Beurteilung

Die Geschichte musste ich nun erstmal einige Tage sacken lassen. Mit dem Schreibstil von Stephen Graham Jones bin ich eigentlich gut zurechtgekommen. Allerdings war es für mich teilweise gar nicht so einfach, den Dialogen und den Gedankengängen, die er seinen Protagonisten andichtet, immer zu verfolgen und zu verstehen.

Die indianische Kultur und der Geisterkult ist ein sehr faszinierendes Thema, über das man sicher stundenlang sprechen, diskutieren und nachdenken kann. Ein Leben im Einklang mit der Natur und ihren Geistern, wobei ich beim ersten Punkt total dabei bin, der zweite mir aber immer etwas fremd bleiben wird (habe ich schon bei der Lektüre von "Geistkrieger" vor Kurzem gemerkt).

Der Autor verschafft einem zunächst mal einen sehr schonungslosen Einblick in das, was die "weißen Männer" aus diese Kultur gemacht haben: Noch heute werden Menschen indianischer Herkunft verfolgt, für eine niedrigere Klasse gehalten, für ihre Kultur verlacht, weggesperrt, drangsaliert, bekommen nur schlechte Jobs, wenn überhaupt. Noch bitterer ist allerdings, was aus den Menschen und ihren Nachkommen selbst geworden ist: Eine Mischung aus alter Kultur und aus jahrzentelanger Verfolgung resultierender Bitterkeit und Hoffnungslosigkeit, ein Zerrbild eines vollkommenen und friedlichen, naturverbundenen Lebensstils, ein Restposten eines einstmals stolzen Volkes. 

Die ganze Szenerie ist deprimierend, zerstört, bitter und hoffnungslos. Vor diesem Hintergrund erzählt Stephen Graham Jones eine erstaunliche Horrorgeschichte, bei der eigentlich das Setting an sich schon Horror genug ist. Aber die Jungenclique wird viele Jahre nach dem einschneidenden Jagdereignis auf einmal von seltsamen Wahnvorstellungen, Erscheinungen und Ereignissen verfolgt, die sie zunächst überhaupt nicht mit damals in Verbindung bringen.

Auch beim Leser stellt sich immer wieder die Frage, ob sich die jungen Männer alles nur einbilden - oder ob sich wirklich etwas übernatürliches abspielt. Diese Emotionen verpackt Stephen Graham Jones sehr perfekt in wirren, teilweise von Alkohol und Drogen vernebelten Gedankengängen und Dialogen, eine Mischung aus altem Denken und der traurigen, gegenwärtigen Realität. 

Dann immer wieder schockierend brutale Horrormomente, blutige Szenen, brutale Verletzungen und Tode, bis man dann erst ganz am Ende dahinterkommt, was wirklich Sache ist und war.

Das Ende ist so berührend wie todtraurig, presst noch einmal alles an Emotionen in ein paar kurze Zeiten und zeichnet ein extrem beeinruckendes Bild, dass sich noch lange nach dem Buch ins Hirn gebrannt wiederfindet.

Von mir gibt es für dieses ungewöhnliche Werk 4/5 Sterne - ein eindrücklicher und eindrucksvoller Roman, bei dem es mir aber teilweise schwer viel, die teilweise zusammenhangslos wirkenden inneren und echten Dialoge und Szenenwechsel immer mit einem roten Faden und den Zusammenhängen nachzuverfolgen.

 

 Klappentext:

Fans von Jordan Peele und Tommy Orange werden diese Geschichte lieben.

THE ONLY GOOD INDIANS verbindet nahtlos klassischen Horror und bissige Gesellschaftskritik. Es erzählt von vier indianischen Männern und ihren Familien in einem verzweifelten Kampf um ihr Leben.

Verfolgt von einem Wesen, das allein auf Vergeltung aus ist, sind die Freunde aus Kindertagen hilflos, als Kultur und Traditionen, die sie nach einem verstörenden und tödlichen Ereignis in ihrer Jugend zurückgelassen haben, sie auf brutale und rachsüchtige Weise einholen.

Cover & Illustration: Vincent Chong

Vom USA TODAY- und THE NEW YORK TIMES-Bestsellerautor Stephen Graham Jones kommt ein »Meisterwerk« (Locus Magazine) über Rache, kulturelle Identität und den Preis des Bruchs mit Traditionen. Als »einer der angesagtesten Horrorromane des Jahres 2020« (Entertainment Weekly) bezeichnet, ist THE ONLY GOOD INDIANS eine bemerkenswerte Horrorgeschichte, die seinen Lesern »Albträume bescheren wird - gute Albträume natürlich« (BuzzFeed).

Stephen King: »THE ONLY GOOD INDIANS, von Stephen Graham Jones: Fesselnd, wortgewandt, gruselig, immersiv. Bonus: Das spannendste Eins-gegen-Eins-Basketballmatch aller Zeiten. Lässt diesen Jungen und den Teufel, die um eine goldene Geige kämpfen, ziemlich lahm aussehen.«

Paul Tremblay, Bestsellerautor von A HEAD FULL OF GHOSTS: »THE ONLY GOOD INDIANS ist ein Meisterwerk. Intim, brutal, erschreckend und dennoch warm und herzzerreißend. Stephen Graham Jones hat einen Horrorroman über Ungerechtigkeit und, schlussendlich, über Hoffnung geschrieben. Keine falsche, sentimentale Hoffnung, sondern die wahre Hoffnung, diejenige, die einige von uns überleben und den Rest von uns weitermachen lässt.«

 

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