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Mittwoch, 19. Oktober 2022

Rezension: "Der Auktionator" von Joan Samson



Titel: Der Auktionator
Autorin: Joan Samson
Verlag und Info: Festa Verlag
Bewertung: 5/5 Sterne
HC, 384 Seiten
Preis: 36,99 €
Genre: Horror
Reihe: nein
VÖ: 2022
© Festa Verlag

Der Auktionator - Joan Samson

Worum geht's?

In das verschlafene Harlowe kommt Leben, als der Auktionator Perly Dunmore Einzug hält und alle Haushalte nach alten, ungenutzten Gegenständen abklappert, die er auf seinen Auktionen verkaufen kann. 

Diese werden ein Wahnsinnserfolg und ziehen immer mehr Besucher an. Und Perly und seine neuen Lakaien ziehen weiter und wieder und wieder von Haushalt zu Haushalt, um noch mehr Material für die Auktionen einzuheimsen. Wer nichts gibt, hat auf einmal mysteriöses Pech....


Beurteilung

Eine wahnsinnig fesselnde Geschichte mit einer dauerhaft subtilen Horroratmosphäre, die sich rein durch die beim Lesen entstehenden Emotionen ergibt. 

"Der Auktionator" hat den Titel als Horrorklassiker wahrlich verdient, da die Geschichte viele typische Merkmale aufweist: Eine kleine, idyllische Stadt, in der jeder jeden kennt. Eine Story, die eigentlich belanglos ist, jedoch durch kleine Situationen, Blicke, Worte, Verhaltensweisen eine Spannung und Gänsehaut aufbaut, die nicht mehr weggeht.

Es gibt keine gruseligen Monster, Ströme von Blut oder außerirdische Menschenfresser. Und trotzdem entsteht der Horror durch das größte Monster, dass die Welt je hervorgebracht hat: Den Menschen.

Der Auktionator war für mich eines der wenigen Bücher, in denen ich zwar nicht wirklich warm mit den "Protagonisten" geworden bin - John, seine Frau Mim und ihre Tochter Hildie - aber das muss hier auch gar nicht sein. Sie stehen nur beispielhaft für die ganze Dorfgemeinschaft, die von einem Tag auf den anderen unter der Fuchtel des Auktionators zu stehen scheint. Klassisch auch, wie anfangs alle die Sache eher positiv sehen und mehr oder weniger begeistert mitmachen, über inneres Schulterzucken, bis hin zu Ablehnung und Angst. 

Die Entwicklung verläuft schleichend, doch nachvollziehbar. Man stellt sich unwillkürlich die Frage, wie man selbst reagieren würde, glaubt, einem selbst würde das so nie passieren, man würde anders handeln - und bekommt dann doch wieder Stoff zum Nachdenken: Angst, Isolation, Sorge um andere Menschen - diese Gefühle können irrationale Entscheidungen hervorrufen. 

Die Autorin spielt mit den Emotionen ihrer Figuren wie ihrer Leser, von Woche zu Woche in dieser Handlung, die wie eine Spirale eigentlich die immer wieder gleichen Abläufe wiederholt, dennoch nicht langweilig wird und in jeder Woche mit einer neuen Abwandlung eine kleine Schippe drauflegt. 

Ich bin auf jeden Fall durch dieses Buch durchgeflogen, es liest sich weg, ist sehr eingängig und flüssig erzählt und entwickelt sich mit jedem Satz auf ein unvorhersehbares Ende zu, dass man einfach nicht vorausahnen und das bis zum Schluss noch in jede Richtung ausschlagen kann.  

Von mir gibt es 5/5 Sterne.

 Beschreibung


John Moore lebt mit seiner Frau in der Kleinstadt Harlowe, in der die Zeit stillsteht. Sie arbeiten hart, damit ihre kleine Farm sie ernährt.
Aber von dem Moment an, in dem der charismatische Perly Dunsmore in der Stadt ankommt und um Spenden für seine Auktionen bittet, beginnt sich die Gemeinde langsam und schleichend zu verändern.
Denn der Auktionator belässt es nicht bei Kleinigkeiten. Er fordert mehr … und mehr … und unaufhaltsam verlieren die Moores und ihre Nachbarn ihre Freiheit, ihren Besitz – und womöglich sogar ihr Leben.

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