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Freitag, 25. September 2020

Rezension: "Drachentochter" von Liz Flanagan

 


Titel: Drachentochter

Autorin: Liz Flanagan

Verlag und Info: von Hacht Verlag

Bewertung: 5/5 Sterne

HC, 408 Seiten

Preis: 18,00 €

Genre: Fantasy

Reihe: nein

VÖ: 2020

© w1-Media / von Hacht Verlag 

 Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag und #NetzwerkAgenturBookmark als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

 Drachentochter - Liz Flanagan

Inhalt 

Milla findet nach Ihrer Beobachtung eines Mords eine seltsame Tasche, in der sich Eier befinden. Und es sind tatsächlich Dracheneier. Milla spürt, dass es von enormer Wichtigkeit ist, dass sie sich darum kümmert. Aber auch andere, hochrangige Leute wissen von den Eiern, und so beginnt für Milla eine gefährliche Zeit.

Denn wenn es auf Arcosi tatsächlich wieder lebende Drachen geben sollte, wird das alles verändern - und es kommt dann sehr darauf an, ob die Drachen von gutmeinenden Menschen oder von solchen beherrscht werden, die nur ihre eigene Macht im Sinn haben.

Ob ausgerechnet Milla als unbedeutende Dienerin eine Chance hat, auf den Verlauf von Arcosis Zukunft Einfluss zu nehmen, scheint mehr als ungewiss.

Beurteilung 

Vom ersten Moment an hat mich dieses Buch nur positiv überrascht. Angefangen vom Erzählstil, der meiner Meinung nach nicht nur für die Zielaltersgruppe 10 aufwärts, sondern für mich eher als All-Age-Fantasy durchgehen würde.

Das ganze Buch liest sich trotz des mittelalterlichen Settings, in dem die Handlung sich abspielt, frisch, locker und zeitlos. 

Wenn man das Buch aufschlägt, wird man zunächst von einer schön gezeichneten Karte vom Handlungsschauplatz Arcosi begrüßt, damit man sich zurechtfindet, und auch die Illustration zu den Kapiteln ist wunderschön. 

Was mich immer sehr für ein Buch einnimmt ist, wenn man sehr schnell in die Geschichte eintauchen kann, und das ist auch hier der Fall. Mit dem ja auch im Klappentext erwähnten Mord beginnt die Handlung und wir lernen auch direkt die Protagonistin kennen, die jugendliche Milla, die als Angestellte für die Kinder eines vornehmen Norländers arbeitet. Milla war mir von Anfang an sympathisch und hat sich in mein Herz geschlichen. Sie ist freundlich, mutig, neugierig, hilfsbereit, aber alles vollkommen authentisch, so dass man gar nicht anders kann als sie zu mögen.

Auch die anderen Protagonisten sind allesamt so gut dargestellt, dass man einen Bezug zu Ihnen bekommt sie ihre Ecken und Kanten haben. 

Die grundlegende Handlung der Erzählung ist eigentlich relativ schlicht, aber sehr gelungen umgesetzt - die Norländer besetzten, nachdem sie zur Flucht aus der eigenen Heimat gezwungen waren, nach langer Suche über das Meer das verlassene Arcosi, in dem nur noch Wandbilder und Relikte an eine Zeit erinnern, in der wohl Drachen in der Stadt gelebt haben müssen. Doch durch die hier erzählten Ereignisse scheint es, dass die ursprünglichen Einwohner von Arcosi nach mehreren Jahrzehnten wieder auftauchen - aber warum? Und natürlich passt es den Norländern nicht....

Das ist der grobe geschichtliche Hintergrund, für mich standen hier aber die Menschen und ihre Geschichte im Vordergrund. Es gibt hier bei der Lektüre noch einiges mehr zu erfahren. Und natürlich gibt es die Drachen, die hier die geheime Hauptrolle haben. Meiner Meinung nach Liz Flanagan mit diesem Buch eine der besten Drachenfantasy-Geschichten geschrieben, die ich seit langem gelesen habe. Warum? Weil die Drachen einfach genial beschrieben sind - vom Aussehen, von ihrem Charakter, ihrem Aufwachsen, ihre Namen, die Prägung, ihrem Verhalten, ihrer Kommunikation - sooo toll, ich konnte es mir richtig vorstellen, sie sind liebenswert, aber auch stark und gefährlich, nicht zuletzt aber auch total niedlich, ich habe mich in diese Wesen in der Geschichte total verliebt und mein Herz schlug für das Wohlergehen der Drachen.

Zugleich ist das Geschehen irgendwie zeitlos - nicht in Bezug auf die Drachen, aber auf die menschlichte Geschichte. Dieses Klassendenken zwischen den Völkern, statt gegenseitiger Unterstützung nur Rivalität, Feindschaft und Vertreibung. Traurig, aber ich finde, sehr anschaulich verpackt und gerade für jüngere Leser eine gut versteckte Moral ohne erhobenen Zeigefinger.

Und, nicht ganz unwichtig, spannend ist die ganze Story auch noch von Anfang bis Ende - da gibt es immer wieder Herzklopfen-Momente, in denen es in alle möglichen Richtungen weitergehen könnte, bange Sekunden, ob alles gut ausgeht oder doch in die völlig falsche Richtung weiterläuft.

Zu guter Letzt: Der Ausklang der Erzählung hat mir das Herz aufgehen lassen, vor allem auch der Epilog, der ein wenig in die Zukunft springt. Ein schönes Ende fürs Herz! 

Fazit: Für mich hat Liz Flanagan mit dieser Geschichte alles richtig gemacht und voll ins Schwarze getroffen. Spannung, Emotionen, tolle Drachen, super Protagonisten und eine überschaubare, aber gut ausgearbeitete Hintergrundgeschichte - das gibt von mir 5/5 Sterne! 


Klappentext

Auf der Insel von Arcosi regierten vor langer Zeit die Drachen und ihre Drachenreiter die Lüfte. Jetzt sind diese aber nur noch Legende. Als die Protagonistin Milla Zeugin eines Mordes wird, wird sie plötzlich zur Hüterin der letzten vier Dracheneier und ist gezwungen, diese geheim zu halten, was dazu führt, dass sie dabei alle und alles in Gefahr bringt, was ihr eigentlich lieb ist.

Glühende Freundschaft, vergessene Familie und das Streben um Macht kollidieren, als Millas Versuch, die Dracheneier und später die Drachen zu beschützen, dazu führt, dass ihre eigene Vergangenheit aufgedeckt wird.

 

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