Mittwoch, 24. August 2016

Rezension: "Wächter der letzten Pforte" - Henning Mützlitz u. Christian Kopp

Titel: Wächter der letzten Pforte
Autor: Henning Mützlitz & Christian Kopp
Verlag und Infos: Papierverzierer Verlag 
HC, 488 Seiten
Preis: 17,95 €
Reihe: Ja, erster Band

  

 Wächter der letzten Pforte - Henning Mützlitz u. Christian Kopp



 Inhalt: 

Liocas erwacht auf einem Schlachtfeld. Tausende Soldaten beider Armeen sind tot – dahingemetzelt, ohne das er sich genau erinnern kann was geschehen ist.
Doch dann findet er noch eine weitere Überlebende. Leider ist diese vom gegnerischen Heer der barbarischen Tequari und hasst ihn, den zivilisierten Valdoraner, abgrundtief.
Doch das Schicksal schweißt sie zusammen. Liocas ist fest davon überzeugt, dass sie beide von Urias erwählt wurden, um der Welt ihr neues Schicksal zu bringen und alle in einem Glauben zu vereinen.

Unversehens geraten sie in ein verschlungenes Geflecht aus politischen und magischen Intrigen zwischen den Reichen.
Und so machen sich die beiden, vorerst wider Willen, gemeinsam auf den Weg, und finden immer unglaublichere Hintergründe des Gemetzels heraus. 

Die Ursache für alles scheint ein magischer Stein zu sein, der unglaubliche zerstörerische Kräfte hat. Doch wer kann ihn beherrschen, wie kam er in ihre Welt, und warum hat jemand ein Interesse an Zerstörungskraft, die Freund und Feind gleichermaßen vernichtet?


Beurteilung

Bei „Wächter der letzten Pforte“ handelt es sich um ein extrem detailreiches und bildgewaltiges Epos. 

Die Autoren bauen hier eine vollständige High Fantasy Welt auf, die viel Potential auf Fortsetzung und Ausbau hat. Allerdings hat es mich massiv gestört, vor allem auf den ersten Seiten, dass man von fremden Namen für Dinge, Personen, Orte, Reiche und so weiter derartig erschlagen wird, dass man überhaupt nichts mehr kapiert.
Statt dem Leser die Personen und Ereignisse nach und nach vorzustellen und Erklärungen hinzuzufügen, bekommt man auf den ersten 20 Seiten vor lauter fremden Worten überhaupt nicht mit worum es eigentlich geht. 

Das wird im Laufe des Buches besser, tritt aber doch immer wieder auf.  Viele Orte, Personen und Dinge werden extrem detailreich beschrieben. Auf der einen Seite ist dies sehr gut gelungen, denn man kann sich alles wirklich problemlos bis ins Detail visualisieren. Andererseits stört dies aber auch den Lesefluss, da man immer wieder aus dem Handlungsverlauf rausgerissen wird und sich dann wieder zurückfinden muss. Auch das stört vor allem am Anfang, wo man sowieso nur die Hälfte versteht, wird im Laufe des Buches besser.

Ich würde zusammenfassend sagen, durch die ersten 150 Seiten muss man sich ziemlich durchkämpfen, dann kann man flüssig lesen, auch wenn man sich trotzdem sehr konzentrieren muss, um nicht rauszukommen.

Die Schauplätze wechseln zwischen der Reise der Protagonisten Liocas und Moriana, dem Königshof und dem Magier Saresh. Die Handlungsstränge bewegen sich langsam aufeinander zu und verflechten sich allmählich. Der Storyverlauf ist den Autoren in Darstellung und Geschwindigkeit sehr gut gelungen.
Auch die Charaktere selbst, natürlich die beiden Protagonisten, aber auch die der nicht ganz so wichtigen Personen, sind erstklassig beschrieben, so dass man sie sich sowohl äußerlich als auch vom Charakter her sehr gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen kann.

Durch die Blume kann man durchaus Parallelen zu mehr oder wenigen aktuellen tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen unserer Welt finden – Religionskriege und –fehden sind eben zeitlos und immer aktuell.
Im Laufe des Buches konnten mich alle Personen überzeugen und fesseln, die zweite Buchhälfte ist deutlich besser als die erste und ich bin jetzt auch sehr auf die Chroniken gespannt, die in der Form von mehreren Novellen und Kurzgeschichten rund um diese Welt auf uns warten.

Rückblickend ein anstrengendes,  aber sehr abwechslungsreiches, detailreiches und sehr gut durchdachtes Buch, das ist insgesamt High Fantasy auf einem hohen Niveau, wie sie sein muss.

Aufgrund der beschriebenen Schwächen muss ich leider bei der Bewertung ein paar Abstriche machen, gebe aber trotzdem für das Gesamtwerk 4 von 5 Rezisternchen aus.

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