Sonntag, 23. April 2017

Rezension: "Das letzte Level" von Chris Bradford




Titel: Das letzte Level

Autor: Chris Bradford

Verlag und Infos: DTV Verlag

TB, 89 Seiten

Preis: 5,95 €

Reihe: nein



 Das letzte Level - Chris Bradford



Inhalt



Irgendwann in der nahen Zukunft. Die Welt ist nicht mehr die, die sie mal war. Kinder und Jugendliche leben auf der Straße und ernähren sich von dem, was andere wegwerfen, und Banden bekämpfen sich gegenseitig.



In dieser Welt haben Jugendliche nur eine Chance: Sie werden Sieger in den Virtual-Kombat-Battles, die der Spielegigant VK veranstaltet, und werden in sein Waisenhaus aufgenommen.



Scott ist einer dieser Jugendlichen, der eine solche Chance ergreifen möchte. Doch hätte er gewusst, was hinter der Fassade von Virtual Kombat wirklich vor sich geht, hätte er es sich vielleicht zweimal überlegt….



Beurteilung



Von dieser Short Story war ich wirklich überrascht. Auf nur 89 Seiten schafft es der Autor, eine vollständige und komplexe Zukunft zu malen, mehrere Protagonisten treffend zu charakterisieren und zum Leben zu erwecken und eine Geschichte über einen Geschehnisszeitraum von mehreren Wochen und Monaten zu spinnen, ohne das man als Leser das Gefühl hat, die Geschichte sei oberflächlich oder wiese Löcher aus, die Entwicklungen oder Zusammenhänge schwierig nachvollziehbar machen.



In sehr kurzer Zeit wird hier eine immense Spannung aufgebaut, die sich bis ans Ende der Story hält. Eigentlich war ich nie ein Fan von solch kurzen Geschichten, eben weil sie, wenn sie gut sind, viel zu schnell vorbeigehen, und so ist es auch hier.



Sicherlich hätte man auch hier einen längeren Roman draus machen können, aber die Quintessenz einer spannenden Story wurde hier super „extrahiert“ und auf wenigen Seiten zusammengepackt.



Kann ich nur empfehlen – gerade für Zwischendurch für Fans von Büchern wie Mind Game, the Cirle &Co. ist das sicherlich ein super Lückenfüller!



Für den Inhalt auf diese Kürze erhält die Short Story von mir 5 von 5 Sternchen.

Montag, 17. April 2017

Rezension [Paper Princess von Erin Watt]










Titel: Paper Princess
Autor: Erin Watt
Verlag: Piper Verlag
Preis: € 12,99
Seiten: 384










Inhalt:


Von heute auf morgen ändert sich Ellas Leben.

Gerade noch musste sie sich in schäbigen Tanzlokalen für Geld ausziehen um überleben zu können, als plötzlich Callum Royal auftaucht und ihr ein Leben in Saus und Braus ermöglicht.


Allerdings machen ihr Callums Söhne das Leben in ihrem neuem Zuhause erstmal nicht gerade leicht.



Beurteilung:


Tja was soll ich sagen, das Buch hat mich echt gespalten. 
Ich wollte es ja erst gar nicht lesen, weil es ja so gar nicht mein Genre ist. Nach den ersten 100 Seiten dachte ich auch: WIESO zur Hölle tust du dir das an?!
ABER!! Ja das große ABER kommt...das Buch hat mich dann doch noch in seinen Bann gezogen. Von irgendwie mega schäbig zu oh gott ich kann das Buch nicht mehr weglegen.


Also habe ich das Buch in gut 24 Stunden durchgehabt.


Und mal so unter uns...ich werde wenn die Rezi abgetippt ist sofort mit dem zweiten Band anfangen.



Jetzt mal zum Buch, das Cover, hach es glitzert und funkelt so schön und es fässt sich auch echt schön an. Das wäre schon ein Grund dieses Buch zu kaufen.
Die Story an sich, okay ich fand den Anfang echt mies, kleines armes Mädchen kommt zu Prolls die denken ihnen gehört die Welt.

Diese Prolls werden aber iwie dann doch zu Brüdern die man sich nur wünschen kann, zumindest ein paar von ihnen ;) ich will nicht zu viel verraten was das angeht.


Ella ist eine klasse Protagonistin, sie mochte ich von Anfang an. 
Dass Schicksal das sie erleben musste nimmt einem doch ganz schön mit, auch was sie Anfangs so in ihrer neuen Umgebung mitmachen muss lässt einem wirklich nicht kalt.


Die Royal Brüder...herje was für Arschlöcher...alle 5, so die erste Meinung.
 Okay Reed konnte ich nur kurz leiden dann wurde er wieder mein Hassobjekt Nummer 1!

Dafür habe ich Easton um so mehr ins Herz geschlossen auch wenn er mir am Anfang so gar nicht gepasst hat. 


Gideon ist der einzigste der etwas aus der Reihe tanzt da er nicht ganz so mies zu Ella war.

Und die Zwillinge, ich glaube die muss man dann einfach nur mögen.


Es gibt zwei Charaktere auf die ich gut und gerne hätte verzichten können, zum einen Brooke, oh bitte was für eine kleine miese geldgeile Schnepfe, sowas braucht man echt nicht.

Und zum anderen Daniel, wobei er ja seine passende Abreibung bekommen hat.



Paper Princess konnte mich echt noch umstimmen, dafür das ich Anfangs nur 2 Sterne geben wollte, bekommt dieses Buch von mir 5 von 5 Sternchen!!!

Sonntag, 16. April 2017

Rezension: "Auslöschung (Southern Reach Trilogie I) - Jeff VanderMeer

Titel: Auslöschung (Southern Reach Trilogie 1)
Autor: Jeff VanderMeer
Verlag und Info: Knaur Verlag
TB, 234 Seiten
Preis: 9,99 €
Genre: Science Fiction 
Reihe: Ja, Band 1 

Auslöschung (Southern Reach I) - Jeff VanderMeer


Inhalt

Eine kleine Gruppe Wissenschaftler verschiedener Bereiche begibt sich immer wieder auf Expeditionen in Area X - einer Region, von der niemand so genau weiß, wo sie ist und wie man hingelangt, da der Übergang den Expeditionsteilnehmern verborgen bleibt - und die Teilnehmer in der Regel nicht zurückkommen.

Bei der 12. Expedition gibt es eine Neuerung: Der Mann der Biologin, die dabei ist, war auf der 11. Mission dabei und kam zurück - doch er war nicht mehr er selbst. 

Wird sie in Area X endlich aufklären können, was mit ihrem Mann geschehen ist? Dort allerdings merkt sie schnell, das Realität und Wahnsinn schnell miteinander verschwimmen. 

Kann Sie dem, was sie dort erlebt, wirklich trauen? Geschieht das alles wirklich? Seltsame Pflanzen und Lebewesen - eigentlich faszinierend, wäre da nicht der Horror, dass die anderen Teilnehmer ihrer Expedition sich der Reihe nach verändern und verschwinden oder sterben. 

Wird sie manipuliert? Kann sie es als Einzige schaffen, heil wieder den Übergang zurück in ihre Welt zu bewältigen?

Beurteilung 

Dieses Buch hat mich total gefangen genommen. Ich wehre mich hier ein bisschen gegen das Genre Science Fiction, ich würde es als eine Mischung aus SF, Fantasy und Dystopie bezeichnen, das ist hier schwer zu sagen. 

Ich kann es nicht anders beschreiben als so: Diese Story hat mich atemlos mitlesen lassen. Es wird eine sehr merkwürdige Atmosphäre aufgebaut, da wir es quasi als rückblickendes Tagebuch der Biologin lesen. 

Bis auf sie lernen wir die Charaktere kaum kennen, und wir erfahren keine Namen, sondern bleiben immer bei der unpersönlichen Berufsbezeichnung der Expeditionsteilnehmer.

Dennoch oder vielleicht gerade deswegen wird man von ihrer Erzählung einfach mitgerissen. Der Autor lässt dem Leser hier keine Seite, um zu entspannen oder zu Atem zu kommen, man fühlt einfach den Zwang, Seite um Seite weiterzulesen, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht und was aus der Biologin und den anderen wird. 

Ein sehr eindrucksvolles Szenario einer unbekannten Gegend, von der man nicht weiß, wo sie sich befindet und ob sie überhaupt auf unserem Planeten ist - von einer außerirdischen Welt bis zu einem durch was auch immer chemisch verseuchtem Areal ist hier alles möglich.

Ich möchte nicht zuviel verraten. Das Ende ist relativ offen. Am Ende des Buches befindet sich eine kurze Zusammenfassung der Folgebände "Autorität" und "Akzeptanz", die unglaublich spannend blicken und uns einen anderen Blickwinkel auf den Hintergrund der Expeditionen der Firma Southern Reach liefern werden, der im ersten Band vorerst noch verborgen bleibt. 

Ich bekomme immer noch Gänsehaut, während ich diese Rezi schreibe. Ich kann nicht anders und muss diesem kleinen extrem beeindruckenden Werk 5 Sterne geben.

Rezension:"Ewig Dein - Deathline" von Janet Clark

Titel: Ewig Dein - Deathline
Autor: Janet Clark
Verlag und Infos: cbj Verlag
HC, 393 Seiten
Preis: 16,99 €
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Reihe:Ja, Band 1


Ewig Dein - Deathline  -  Janet Clark


Inhalt

Josie ist 15 und führt mit Vater und Bruder eine Mustang-Ranch in der Nähe der kanadischen Grenze am Ortsrand von Angels Keep.

Seit ihre Mutter durch einen Autounfall, verursacht durch einen "Greenie", einen Angehörigen des in der Nähe lebenden Yowama-Indianerstamms, gestorben ist, steht ihr Vater auf Kriegsfuss mit denselben.

Dennoch stellt ihr Bruder Ray als Hilfsarbeiter auf der Farm ein - in den sich Josie durch einen Zufall bei einem Zusammentreffen total verguckt hat.
Doch seit Ray auf der Farm arbeitet, häufen sich dort und in Angels Keep die seltsamen Vorfälle: Schlimme Unfälle passieren, reihenweise fällt die Elektrik in verschiedenen Geschäften aus.

Es erhärtet sich der Verdacht, dass Ray etwas mit der ganzen Sache zu tun hat. Und die anstrengenden Gäste auf der Ranch, die Josie und ihrer Familie das Leben schwer machen, verkomplizieren die Situation noch weiter.

Was Josie dann jedoch über Ray und die Situation ihrer Familie herausfindet, droht die Grenzen ihres Verstandes zu sprengen. Auf einmal ist sie gezwungen, Dinge, die sie vorher ins Land der Märchen und des Aberglaubens verbannt hat, zu akzeptieren - denn nur so kann sie Ray helfen, seine und ihre Bestimmung zu erfüllen. 

Beurteilung

Ich hatte ja zuerst befürchtet ich hätte mich vergriffen und einen kitschigen Jugend-Liebesroman erwischt. Aber (zum Glück) weit gefehlt. 

Das Buch ist einfach supergut geschrieben, ich war von Anfang an total von der Protagonistin Josie eingenommen. Ich hab die Geschichte beim Lesen vor mir gesehen wie einen Kinofilm. Und obwohl ich nichts für Schnulzen übrig habe, muss ich sagen, dass auch die Entwicklung zwischen Josie und Ray wirklich sehr schön und nicht übetrieben dargestellt wird.

Ich kann gar nicht so genau sagen wo ich diesen Roman einsortieren würde - richtige Fantasy ist es nicht, aber es ist schon eine gute Portion - ich nenne es mal Mythologie und/oder Aberglauben - dabei. Jeder von uns hat ja sicherlich schon Geschichten darüber gehört, dass Indianer eine besondere Bindung zur Natur und zum Übernatürlichen haben, und das ist mit eines der Hauptthemen in diesem Buch, brisant gemischt mit ganz realen Problemen, guten und schlechten Menschen und einer schönen Liebesgeschichte. 

Allerdings ist "Ewig Dein" auch ein bisschen traurig, aber das gehört zu einer wunderschönen Liebesgeschichte eben dazu. Hier hat die Autorin wirklich ein geniales Werk abgeliefert.

Und Übrigens - ich war nie ein großer Pferdefän wie viele junge Mädchen, ich hoffe dadurch lassen sich "Leidensgenossinen" nicht abhalten - es geht zwar auch um Pferde, da das die Haupteinnahmequelle von Josies Ranch ist, aber sie werden nicht überdimensional thematisiert.

Eigentlich kann ich mich nur wiederholen, die Geschichte ist einfach so toll geschrieben, das man sie visuell inhaltiert und zack, schon ist man am Ende. 

Unbedingt lesen!! 5 von 5 Rezisternchen.


Samstag, 15. April 2017

Rezension: "Deleted_Traue Niemandem" von Margit Ruile

Titel: Deleted - Traue Niemandem 
Autor: Margit Ruile 
Verlag und Infos: Bloomoon Verlag
TB, 249 Seiten
Preis: 12,99 €
Genre: Dystopie/Jugendbuch 
Reihe: Nein

Deleted_Traue Niemandem  -  Margit Ruile 


Inhalt: 

Etwa 20 Jahre in der Zukunft. Die Technik hat sich weiterentwickelt. Das Internet ist out, mittlerweile gibt es die SEA. Alle Menschen sind damit verbunden, alles wird überwacht. 

Jedes Kind bekommt von Anfang an ein E-Brace, das seinen virtuellen Slave enthält, der ihn in allem zu Diensten ist - quasi eine extreme Weiterentwicklung der heutigen Unterstützungsdienste der uns heute bekannten Internetriesen.

Die Verbrechen sind extrem zurückgegangen, denn alles wird mit Kameras überwacht und aufgezeichnet. Doch das ganze hat auch Schattenseiten. 

Kurz bevor Ben auf die Eliteakademie kommt, hat er eine merkwürdige Erfahrung mit einem Jungen, der offensichtlich das komplexe Netz austrickst und Schlupflöcher in der SEA benutzt, um mit Ben Kontakt aufzunehmen.

An der Akademie trifft Ben auf weitere Menschen, die SEA kritisch hinterfragen. Doch trotz aller Vorsicht kommt man ihnen auf die Schliche - und Ben und seine Freunde merken, dass sie sich mit einem recht mächtigen Feind angelegt haben.

Doch welche Rolle spielen die Slaves bei dieser Geschichte? Ben scheint es fast so, als wäre sein Slave Sakar anders als die übrigen virtuellen "Freunde" - als habe er einen eigenen Willen....


Beurteilung 

Als ich den Titel des Buchs gesehen habe, war es schon passiert. Leser meines Blogs wissen ja, dass ich auf solche Geschichten total stehe, wenn es um Visionen unserer technischen Zukunft geht und auf Stories, in denen wir in Zukunft komplett vom Netz "verschluckt" werden.

Auch in Deleted wird eine sehr spannende Zukunft gesponnen, die gar nicht so unwahrscheinlich erscheint - wenn man aufmerksam Werbung schaut, bewegen wir uns momentan sogar ziemlich haargenau in Richtung der hier ausgemalten Zukunft, zumindest in Bezug auf die Internetnutzung. 

Das Buch ist supergeschrieben und locker an einem Nachmittag weginhaliert, weil man es einfach nicht zur Seite legen kann, so spannend ist es geschrieben, da man am Anfang gleich mit der Situation des Protagonisten Ben am Ende der Geschichte konfrontiert wird, ohne zu erfahren was eigentlich passiert ist. 

Typische Jugendbuchklischees werden natürlich bedient - die Protagonisten sind Jugendliche, und der Hauptschauplatz ist eine Schule. Hatte man natürlich alles schon, aber macht ja nichts und gehört zu dieser Art Lektüre eben dazu. 

Abgesehen von Ben geht es auch noch um seine Mitschüler Lennart und Zoe, und auch die anderen Nebendarsteller, vor allem der Lehrer Korowski, sind sehr interessant dargestellt. 

Zur Auflockerung entlockt die Beschreibung der Slaves dem Leser sicherlich ab und zu ein Schmunzeln - diese sind sehr auf ihre Besitzer abgestimmt, vom Würfel über Orks, Mafiosis und berühmte Sängerinnen ist alles zu haben. Sie haben ihre eigenen Persönlichkeiten und wecken in mir als Leser trotz allem das Begehren, auch so eine Spielerei zu haben.

Kurzum, Deleted ist eine tolle Geschichte, hochspannend, gut ausgearbeitete Charaktere, sehr aktueller Bezug, hat alles was ein gutes Jugendbuch haben muss, und ist ruckzuck weggelesen - bekommt daher von mir auch 5 von 5 Sternchen.

Rezension: "Zwillingsseelen" von Anne Amalia Herbst

Titel: Zwillingsseelen
Autor: Anne Amalia Herbst
Verlag und Info: Lysandra Books Verlag
TB, 383 Seiten
Preis: 14,90 €
Genre: Erotic Fantasy
Reihe: Ja, Band 2 der Trilogie 

Zwillingsseelen (Die Banfhile-Chroniken 2) - Anne Amalia Herbst 




Inhalt 

Anne chattet weiter mit Damiano, was das Zeug hält, vor allem mit Inhalten, die ihre erotischen Fantasien von einem Höhepunkt zum nächsten Treiben. Das Fantasy-Rollenspiel, in dem beide nebenher noch aktiv sind, gerät mehr und mehr in den Hintergrund. 

Bald steht Annes Reise nach Rom an, wo sie sich endlich von Angesicht zu Angesicht mit Damiano treffen will. Während ihre Gedanken nur noch darum kreisen, scheint sich Damiano, je näher die Reise rückt, immer mehr zurückzuziehen.
Annes Ehe mit Sebastian ist weiterhin in Schieflage und die Lage bei ihr zu Hause gerät weiterhin außer Kontrolle. 

Anne durchlebt diese Wochen und Monate im Rückblick auf Freyas und Morrigans Cottage in Irland erneut, als sie ihnen ihre Geschichte erzählt. Und während ihrer Erzählung und Ihres Aufenthalts geschehen seltsame Dinge auf dem Cottage, die Anne daran verzweifeln lassen nicht mehr genau zu wissen, was echt ist und was Fantasy, was Leben und was Rollenspiel war und ist…

Beurteilung

Der Beginn der Banfhile-Chroniken, Nachtstimmen, ließ mich ja mit gemischten Gefühlen zurück. Während ich Annes Geschichte spannend verfolgt habe, haben mich die in meinen Augen unzusammenhängend dazwischengeschobenen Rollenspielszenen immer wieder aus dem Lesefluss geholt.
In „Zwillingsseelen“ erfahren wir allmählich, wie das Fantasy-Rollenspiel und Annes Geschichte zusammenhängen. 

Die Erzählung von Anne schreitet fort und bewegt sich zeitlich immer weiter auf ihren jetztigen Aufenthalt im Cottage zu.  Dieser Wechsel zwischen Erzählung und Gegenwart macht es hochspannend, weil man immer unbedingt wissen will, wie die Geschichte zwischen Damiano und Anne nun weitergeht, und die Rollenspiel-Szenen, die in „Zwillingsseelen“ allerdings nicht mehr so ausführlich auftreten wie im ersten Band (Gott sei Dank), erhöhen die Spannung zusätzlich.

Auch wenn ich jetzt Ansätze von Verständnis für den Ausbau des Fantasy-Rollenspiels habe, nervt es mich trotzdem beim Lesen, denn ich blicke bei den vielen Charakteren und der niedergeschriebenen Handlung nicht so recht durch, das geht mir zu durcheinander.
Aber dafür mag ich Anne und ihre Geschichte total und die Geschehnisse auf dem Cottage sind äußerst mysteriös. Was ich an Anne so sehr mag, ist vor allem ihre Reaktion auf die Offenbarungen durch ihre Freundinnen. Endlich mal eine Protagonistin, die auf die Eröffnungen wie ein „normaler“ Mensch reagiert: Nämlich mit absolutem Unglauben, und nicht, wie viele Protagonisten, gewisse Dinge einfach viel zu fraglos hinnimmt und akzeptiert. Mehr will ich hier nicht verraten, um die Story nicht auszuplaudern! 

Die Autorin lässt uns übrigens mit einem total miesen Cliffhanger zurück – statt Fragen zu beantworten, bleiben am Ende noch mehr Fragen offen als am Anfang der Lektüre. Man fühlt sich wie heiß gemacht und dann kalt stehengelassen! 

Natürlich kommt auch in diesem Teil der Trilogie das Thema Erotik nicht zu kurz. Allerdings nur verbal. Man sollte also nicht zu prüde sein, denn es werden durchaus sehr wiederholt und ausführlich sexuelle Fantasien beschrieben und besprochen. 

Das sei noch angemerkt, damit es nicht heißt, ich hätte nichts gesagt! 

Ja, was ist nun mein Fazit? Ein Wechselbad der Gefühle…. Eigentlich sehr spannend, aber da mich die Einschübe des Rollenspiels doch eher gestört haben, auch wenn sie zum großen Ganzen gehören, gibt es einen Punkt Abzug und somit 4 von 5 Rezisternchen für „Zwillingsseelen“.
 

Rezension: "Animox - Das Auge der Schlange" von Aimée Carter

Titel: Animox - das Auge der Schlange
Autor: Aimée Carter
Verlag und Infos: Oetinger Verlag
HC, 350 Seiten
Genre: Fantasy Jugendbuch
Preis: 14,99 €
Reihe: Ja, Band 2 von unbekannt 

Animox - Das Auge der Schlange  -  Aimée Carter




Inhalt 

Simon hat nun seinen Zwillingsbruder Nolan kennengelernt und beide wissen um ihr Erbe und die Feindschaften zwischen dem Reich der Säuger und dem Reich der Vögel.
Somit steht Simon vor zwei Aufgaben, die leider nicht immer harmonieren: Er muss seine Mutter retten, und er muss verhindern, dass der Greifstab des Bestienkönigs zusammengebaut werden kann, damit die Reiche weiter im Gleichgewicht existieren können.

Steht sein Onkel Malcolm auf seiner Seite oder nicht? Und was ist mit seiner Kameradin Winter – eigentlich ist sie seine Freundin, jedoch will sie unbedingt von Orion wieder in die Familie aufgenommen werden. Würde Winter dafür sogar ihre besten Freunde verraten?
Simon bleibt nichts anderes übrig als das L.A.G.E.R. heimlich zu verlassen und zu versuchen, die Probleme selbst zu lösen, da alle anderen in dubiose Machenschaften verstrickt zu sein scheinen. Nur seine Freunde Jam und Ariana stehen ihm dabei noch treu zur Seite.

Beurteilung 

Der zweite Band der Animox-Reihe fügt sich zeitlich und inhaltlich fast nahtlos an den ersten Teil an.
Dieser Band ist, genauso wie der erste, ein sehr leicht und angenehm zu lesendes Jugendbuch, das auch von Erwachsenen gut gelesen werden kann. Wer wünscht sich nicht im Herzen, sich in ein beliebiges Tier verwandeln zu können? Haben wir nicht alle schon davon geträumt? 

Ich glaube, das macht auch die Faszination dieser Reihe aus.  Das Buch lässt sich im übrigen auch schon aufgrund der Druckgröße sehr angenehm lesen, auch wenn man den ganzen Tag im Büro vorm Rechner saß, das nur mal nebenbei.
Die Handlung schreitet immer zügig voran, es wird nie langweilig – und zum Glück auch nicht berechenbar. Man kann einfach nicht vorausahnen, was als nächstes passiert, und das hält die Spannung aufrecht. 

Besonders spannend finde ich die Vielfalt der beschriebenen Arten und auch ein bisschen Lustig, was sich die Autorin bezüglich der bevorzugten Wohngebiete hat einfallen lassen – vor allem die Idee mit dem Hotel der Reptilien hat mir mehr als einmal ein Schmunzeln entlockt, auch wenn es insgesamt  keinesfalls eine Geschichte zum Schmunzeln ist.
Schön finde ich auch, dass keine Tierart als „immer gut“ oder „immer böse“ abgestempelt wird – wir lernen in den Animox – Geschichten eigentlich immer mehrere Sichtweisen kennen und lernen, das man niemals nach dem ersten Eindruck urteilen sollte (ob das beim Schreiben nun geplant war oder nicht, kann ich nicht sagen).

Also für Freunde von Reihen wie Warrior Cats, Survivor Dogs, Seekers etc. sollte Animox auf jeden Fall Pflichtlektüre sein.  Die ersten beiden Bände haben mir wirklich sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht, denn die elementaren Fragen und Probleme bleiben ungelöst und das Abenteuer von Simon und seinen Freunden scheint noch lange nicht vorbei.

Animox erhält von mir definitiv 5 von 5 Rezisternchen.