Samstag, 22. August 2020

Rezension: "Die letzte Astronautin" von David Wellington


Titel: Die letzte Astronautin 

Autor: David Wellington 

Verlag und Info: Piper Verlag

Wertung: 5/5 Sterne 

TB, 480 Seiten

Preis: 18,00 €

Genre: Science Fiction 

VÖ: 2020

Reihe: nein

© Piper Verlag 

 Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Die letzte Astronautin - David Wellington

Inhalt  

Sally Jansen ist Astronautin, hadert jedoch nach einem für einen Kollegen tödlichen Unfall auf Ihrer letzten Mission, für den Sie sich die Schuld gibt, mit sich und ihrem Schicksal.

Die Nasa hat die bemannte Raumfahrt zwischenzeitlich aufgegeben - doch als eines Tages ein privates Raumfahrtunternehmen KSpace ein seltsames Objekt am Himmel findet, das auf die Erde zusteuert, wird Sally Jansen als eine Astronautin mit viel Erfahrung ins Team geholt, um vor Ort das Objekt näher zu untersuchen und Kontakt aufzunehmen - denn man glaubt, es könnte ein Raumschiff sein.

Ob das tatsächlich der Fall ist, muss Sally mit zwei Kollegen ohne Praxiserfahrung im All herausfinden - allerdings hat auch KSpace Astronauten ins All geschickt, so dass zusätzlich zu der ohnehin schon nicht ungefährlichen Mission ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Missionsteams zu entstehen droht. 

Vielleicht kann Sally mit dieser Aufgabe ihr Versagen von damals irgendwie gutmachen - wenn sie zur Erde zurückkehrt.

 

Beurteilung 

Eins kann ich vorneweg sagen: Dieses Buch hallt nach dem Lesen noch nach.

Bei Science Fiction bin ich als Leser sehr zwiegespalten: Manche Geschichten mag ich sehr gerne - andere, die sogenannten Space Operas mit riesigen Raumschiffschlachten und Planetenhopping, kann ich überhaupt nicht leiden. Und ich kann Euch, wenn es Euch geht, beruhigen - eine Space Opera ist es nicht.

Im Gegenteil, es geht um die für mich sehr faszinierende Zukunft der bemannten Raumfahrt. Wie wird es wirklich laufen? In diesem Buch hat die Nasa die bemannte Raumfahrt nach diversen Katastrophen so gut wie aufgegeben und das Feld privaten Unternehmen überlesen, auch wenn sie nach wie vor im Weltraum forscht. 

Protagonistin ist hier die ehemalige Astronautin Sally Jansen, die als Missionskommandantin einen Kollegen verloren hat und sich jetzt die Schuld für das Unglück im All gibt. 

In "die letzte Astronautin" steht die Erde vor einem einmaligen Ereignis - einem möglichen Erstkontakt mit einer außerirdischen Rasse, denn das seltsame Objekt, das auf die Erde zusteuert, verhält sich nicht wie tumbes Gestein, sondern scheint intelligent gesteuert zu sein.

Ich kann nicht beurteilen, wie realistisch die Darstellungen sind, die Verhältnisse im Raumschiff, die Begebenheiten, die sich im und um die Schiffe der Nasa und des privaten Unternehmens KSpace abspielen. Für mich war es sehr gut geschrieben, ich fand alles recht glaubwürdig und authentisch, nicht übertrieben oder bildgewaltig dargestellt, sondern einfach so, wie es wohl wahrscheinlich ist, mit allen Unbequemlichkeiten, die man da oben auf sich nehmen muss - natürlich kann das glaube ich niemand nachempfinden, der nicht selbst oben war, egal, wie gut es beschrieben ist.

Man muss allerdings darauf gefasst sein, dass es vor allem bei der Erforschung des bedrohlichen Objekts sehr fremdartig wird - der Autor hat sich hier große Mühe gegeben, etwas zu beschreiben, was für das menschliche Gehirn eigentlich nicht begreifbar ist. Ich fand es sehr eindrucksvoll, konnte die Bilder vor Augen sehen und hatte doch die Ahnung, das meine Vorstellungskraft nicht reicht. Das hat David Wellington richtig gut gemacht, auch wenn für meinen Geschmack ein Hauch zuviel altbekannter Science Fiction Film - Assoziationen bei hochkamen, von denen ich mich beim Lesen nur schwer wieder lösen konnte. 

Den Ausgang der Geschichte fand ich nicht sonderlich realistisch, ehrlich gesagt. Das war mir am Ende dann doch mal wieder zu gewollt nach dem typischen Schema entsprechender Hollywood-Filme, zumindest teilweise. 

Doch ich hab ja hier auch keinen Tatsachenbericht gelesen, sondern eben eine fantastische Science Fiction Geschichte, die der Autor richtig gut geschrieben hat und die man trotz der schon vorhandenen Komplexität sehr flüssig lesen kann. 

Die Protagonisten, auch die anderen Astronauten neben Sally Jansen, kommen echt und mit Charakter, mit Ecken und Kanten, rüber. Keine Überhelden, sondern Menschen mit Schwächen und Stärken, die man ihnen einfach abkauft. Die Geschwindigkeit des Handlungsverlaufs ist so, dass es nicht langweilig wird, aber auch kein "Lindenstraßen-Effekt" auftritt, bei dem alles innerhalb kürzester Zeit auf kleinstem Raum passiert - man bekommt eine Ahnung von dem Gegensatz zwischen den riesigen Räumen, der großen Stille, der Einsamkeit, aber auch der Faszination des Neuen und Unbekannten und dem Gefühlswechselbad, das die Astronauten durchleben müssen. 

Fazit: Für mich ist "Die letzte Astronautin" ein sehr guter SF-Roman, den man sich merken sollte - gut durchdacht, gut durchcharakterisierte Protagonistin, einem spannenden (wenn auch stellenweise etwas unrealistischen) Plot und tollen bildhaften Beschreibungen, die das Gehirn fordern. 

Eine Story, die im Gedächtnis bleibt. Für mich trotz kleinerer Kritikpunkte 5/5 Sterne. 

 

Klappentext


Sally Jansen war einst die wichtigste Astronautin der NASA, bis ihre Mission zum Mars in einer Katastrophe endete. Inzwischen hat sie sich zur Ruhe gesetzt. Doch als ein riesiges außerirdisches Objekt ins Sonnensystem eindringt und bedrohlich die Erde umkreist, bleibt der NASA nur eine Möglichkeit: Sie muss Sally Jansen überzeugen, in den Weltraum zurückzukehren. Widerwillig lässt sie sich darauf ein in der Hoffnung, etwas von ihrem damaligen Versagen wiedergutmachen zu können. Doch bald stellt sich heraus, dass es um weit mehr geht, als es scheint. Als sie erkennt, welches Geheimnis sich hinter dem Objekt verbirgt, wird ihr bewusst, dass das Schicksal der Menschen in ihren Händen liegt ...

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