Sonntag, 8. September 2019

Rezension: "Agatha Merkwürdens Racheblumen" von Nicola Skinner

Titel: Agatha Merkwürdens Racheblumen
Autorin: Nicola Skinner
Verlag und Info: Dragonfly Verlag
Wertung: 5/5 Sterne 
HC, 300 Seiten
Preis: 13,00 €
Genre: Jugendbuch
Reihe: nein
VÖ: August 2019
© Dragonfly Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst nicht meine Meinung zum Buch.

Agatha Merkwürdens Racheblumen - Nicola Skinner


Inhalt

Melissa findet im Hinterhof ihres heruntergekommenen Häuschens, in dem sie mit ihren Eltern lebt, ein kleines Samenpäckchen.
Da in ihrer grauen Stadt so etwas wie Pflanzen oder gar Gärten etwas sehr Seltenes sind, müssen sie sich erstmal Hilfe suchen von jemand, der ihnen sagt, wie man solche Samen aussät. 

Zunächst scheint das Experiment schief zu gehen, denn es tut sich nichts. Doch dann schlagen die Samen auf einmal an - nur ganz und gar nicht so, wie Melissa und ihre Freundin sich das gedacht hatten.

Die ganze Stadt gerät in Zwist und Aufruhr - und zunächst ahnen die Beiden nicht, dass eine schon lang verstorbene Frau alles von langer Hand geplant hat....



Beurteilung 

Das Buch ist auf jeden Fall eine sehr wichtige und lustige Lektüre für junge Leser. Ich finde es rüttelt ganz schön auf und zeigt jungen wie auch alten Lesern, was eigentlich wichtig ist, und sorgt für einen ganz neuen Blick auf die eigene Umgebung. 

Vergleicht doch einfach mal Bilder von Eurer Stadt vor 50 oder 100 Jahren mit heute - fällt etwas auf? Alles ist zugebauter, Bäume, Wiesen und andere Grünflächen verschwinden zunehmend, alles wird moderner - und grauer, da alles zugebaut und zubetoniert wird.

Genau diesem Zustand sagt "Agatha Merkwürdens Racheblumen" den Kampf an. Ich finde es total gut, wie hier mit einer total verrückten Idee sehr unterhaltsam und spielerisch einem jungen Publikum die Liebe zu Pflanzen und der aufmerksame Blick für negative Veränderungen in ihrer unmittelbaren Umgebung näher gebracht wird. 

Heimliche Protagonisten sind ja Agatha Merkwürden bzw. ihre Erben, die sich als letzte Gärtnerei in der Stadt behaupten. Auch wenn es natürlich absolut nicht realistisch ist, was in der kleinen Stadt geschieht, ist es doch extrem unterhaltsam. Faszinierend finde ich die unterschiedliche Art und Weise, wie die Menschen auf die Ereignisse reagieren. 
Es geht ja nicht nur um die merkwürdig verschlungenen Wege, die die Samen der Merkwürdens nehmen, um zu erblühen - man beachte auch die Reaktion auf die Baupläne des Schuldirektors und des machthungrigen Baufirmenchefs. Ein einziges Mädchen traut sich, dagegen vorzugehen - und sie sollte ein Vorbild für uns und unsere Kinder sein.  

Sehr gut gefallen hat mir vor allem die Entwicklung der Handlung in Bezug auf die anderen Menschen - zunächst ist ja nur ein kleiner Kreis betroffen, aber die "Krise" greift um sich. Ein Geniestreich in der Erzählung ist für mich, wie die jeweiligen Pflanzen zur Person passen - z.B. die extrem stinkende Pflanze zum hochnäsigsten Kind der Klasse. Die Pflanzen zeigen negative und verstärken positive Charaktereigenschaften - und man kann beim Lesen sogar noch etwas lernen.

Vor allem den Ausgang der Geschichte finde ich total gelungen - magisch und hoffnungsvoll. Ich war fast zu Tränen gerührt, als Melissa in ihrem eigenen Haus endlich erkannt hat, was sie zu tun hat - die Autorin Nicola Skinner hat es mit ihrem Buch geschafft, einer Pflanze eine Persönlichkeit zu geben, so dass man mit dem Baum richtig mitfühlt und sich mitfreut, als ihm endlich geholfen wird.

Mein Fazit:  Eine richtig crazy Geschichte, die vielleicht stellenweise ganz offensichtlich unrealistisch und albern ist, aber eine total wichtige Botschaft transportiert und sehr unterhaltsam geschrieben ist, weshalb ich das Buch absolut weiterempfehlen kann (wobei Eltern ihren Kindern vielleicht nochmal deutlich machen sollten, wo Pflanzensamen hingehören und wo nicht^^).

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