Mittwoch, 9. Oktober 2019

Rezension: "Vikings of the Galaxy" - Anthologie

Titel: Vikings of the Galaxy
Autoren: Mehrere
Verlag und Info: Leseratten Verlag
Wertung: 4/5 Sterne
TB, 440 Seiten
Preis: 15,00 €
Genre: Fantasy
Reihe: nein
VÖ: 2019
© Leseratten Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Vikings of the Galaxy - Anthologie


Inhalt

Hier den Inhalt von 20 Kurzgeschichten wiederzugeben, würde wohl den Rahmen sprengen. Daher sei kurz gesagt: In "Vikings of the Galaxy" geht es um Wikinger im Weltall.

Ja, da schaut ihr aber, gell? Das kommt jetzt unerwartet! Und die diversen Autoren haben hier die Gehirne wackeln lassen und einige absonderlichen Storys erdacht, die mich vermuten lassen, dass bei einigen derselben ein Aufenthalt in einem abgelegenen Sanatorium mit Gittern drumrum vielleicht keine falsche Entscheidung wäre, denn wer seine Protagonisten komische Sachen machen lässt, wer weiß schon, auf welche Ideen so jemand im echten Leben kommt.

Nun, lasst es darauf ankommen! Den offiziellen Klappentext findet ihr wie immer ganz unten! 




Beurteilung 

Als mir das Buch angetragen wurde, dachte ich: Boah...Wikinger und Science Fiction....eigentlich beides thematisch nicht so meine Kernkompetenz, aber da ich ja in "Schnittergarn" schon die skurrile Genialität einiger Autoren kennenlernen durfte, war ich neugierig und habe mich getraut. 

Bevor ich anfange zu schwadronieren und zu kritteln, sei eines gesagt: Gut geschrieben sind wirklich alle Geschichten, samt und sonders. Jeder der Autoren hat seinen eigenen Erzählstil, aber es gab wirklich keine einzige Geschichte, bei der ich Störgefühle hatte oder die nicht flüssig vorwärtsging. 
Und das ist bei so vielen Autoren keine Selbstverständlichkeit. 

Ich habe auch einige grundlegende Learnings aus der Lektüre, die ich Euch nicht vorenthalten will:

1. Frauen sind beim Volk der Wikinger eindeutig untervertreten.
2. Bei den Wikingern gab es offensichtlich maximal 10 männliche Vornamen 
3. Wikinger trinken zu viel Alkohol 
4. Zum Glück haben die Wikinger nie das Zeitalter der Raumfahrt wirklich erreicht (oder???)
5. Walhalla ist auch nur eine Insel 

So, und damit die Rezension nicht ganz so kurz wird, hab ich doch noch ein bisschen was zu sagen. Leider kann ich nicht jede Kurzgeschichte einzeln beurteilen. Obwohl ich mit Absicht jeden Tag nur 1-3 Geschichten mit zeitlichen Abständen gelesen habe, sind sie - unter anderem auch dadurch, dass die Protas ständig die gleichen Namen hatten - in meinem Kopf ein wenig ineinander verschmolzen.

Nach den ersten paar Geschichten dachte ich mir, ich hätte mir doch etwas mehr Diversität in den Geschichten gewünscht, letzten Endes waren sie sich oft ein bisschen ähnlich. Dann wiederum muss man aber fairerweise sagen, dass das Thema der Anthologie diesmal auch nicht soo viel Spielraum gelassen hat. 

So in der zweiten Hälfte des Buchs hatte ich mich dann irgendwie eingelesen und das Wikinger-Feeling hatte mich erfasst, so dass ich die Geschichten mehr mitleben konnte. 

Was erwartet den Leser? Es geht natürlich in den meisten Geschichten darum, die bekannteren Eigenschaften der Wikinger aufzunehmen, auf die Schippe zu nehmen und in eine Zukunft der Raumfahrt zu verfrachten: Wikinger sind gern auf Raubzug gegangen und haben Schätze geraubt und Schlachten geschlagen und Ländereien erobert. Sie haben Met getrunken und wollten gern im Kampf sterben, nach Walhalla kommen und von den Walküren in die ewigen Hallen geführt werden. Sie verehrten die Götter so wie Thor und Odin und glaubten an die nordischen Mythologien. Sie kämpften mit Äxten und Schilden und hatten Namen wie Leif, Ragnar, Sven und Ole. 

Da die Wikinger gern und viel zur See gefahren sind in ihren Drachenbooten, lassen sich da natürlich wunderbar Assoziationen zur modernen Raumfahrt schaffen. Dabei schwanken die Geschichten zwischen vorzeitlichen Wikingern, die es aus Versehen (durch Zeitsprünge, Tod oder Ähnliches) in die raumbefahrene Zukunft versetzt hat, oder der Vision, dass die Wikinger sich in der Vergangenheit tatsächlich als Volk durchgesetzt haben und in ferner Zukunft auch unter die Raumfahrer gehen werden.

Dabei erobern sie fremde Planeten, oder die Kultur vermischt sich mit anderen, oder die Autoren haben zuviel Star Wars, Star Trek und Kampfstern Galaktika geschaut.... das könnt ihr Euch aussuchen. 

Eines haben die Geschichten alle gemeinsam: Sie sind unterhaltsam, fantasiereich, aber auch relativ albern. Wer also skurrilen Humor nicht mag, der ist vielleicht mit der Lektüre nicht so gut bedient, man muss schon ein bisschen krank im Kopf sein, damit einem so ein Buch gefällt. 

Da ich das glücklicherweise bin (normal ist so ziemlich das letzte Wort, mit dem ich in meinem 41jährigen Leben bislang beschrieben worden bin), hat es mir relativ gut gefallen, auch wenn ich jetzt auf Anhieb tatsächlich keine Geschichten besonders hervorheben könnte. Die Anthologie Schnittergarn hatte mir besser gefallen, aber skurrile Geschichten über den Tod liegen mir eben auch persönlich mehr als das Hauptthema dieser Anthologie, letzten Endes ist es eben immer eine Sache des persönlichen Geschmacks.

Ich gebe "Vikings of the Galaxy" 4 von  5Sternen.


Der offizielle Klappentext: 

Wikinger im Weltall?
Kurz hielten wir die Herausgeber für irre.
Zumindest für zehn Sekunden, denn dann war klar:
Das ist genau das Richtige.
Sie zögern?
Überzeugen Met pinkelnde Ziegen, Walküren auf Weltraumharleys und Schweizer-Multifunktionsschwerter noch nicht? Dann womöglich
New Woodstock-Wikinger mit einer Vorliebe für das Kraut der Erleuchtung, Cyborg-Wikinger auf der Suche nach dem Funken des Lebens oder
In Spek Tor beim Versuch, den Tätigkeitsbereich unserer Weltraum-Wikinger zu kategorisieren.
Immer noch nicht überzeugt?
Dann wird es jetzt Zeit Ihnen zu zeigen,
wo Thors Hammer hängt … oder steht … oder, ach, Sie wissen schon.
Und immer daran denken: Niemals einen roten Knopf drücken! 

Die Autoren: 

Alexandra Baginsky - "Sie waren fünf"
Lea Baumgart - "Klare Kategorisierung"
Robert von Cube - "Deadly Death"
Johannes Gebhardt - "Der Funke des Lebens"
Geli Grimm - "Die Mondlandung"
Thomas Heidemann - "Die Feuersturm-Chroniken 4: Das Blutaxt-Debakel"
Louise Hofmann - "Eine zufällig zielführende Zwischenlandung"
Laurence Horn - "Die Ära der Vikingr"
Günther Kienle - "ASGARD!"
David Knospe - "Zwei Seiten und ein Kater"
Tanja Kummer und Marc Hamacher - "Friedensmission"
Veronika Lackerbauer - "Schmetterlingseffekt"
Stefan Lammers - "Feuerkopf"
Robin Li - "Ragnaröck 2.0"
Dirk Mühlinghaus - "Love and Peace"
Martina Schiller-Rall - "Bienenbart und die Metbiene"
Kornelia Schmid - "Ziege voraus"
Nele Sickel - "Walküre 12"
Susanne Willeke - "Wie Leif Erikson zum Beinamen Der Glückliche kam"
Verena Wisner - "Ein Schatz auf Phakati"

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