Freitag, 15. Mai 2020

Rezension: "Vanitas - Grau wie Asche" von Ursula Poznanski

Titel: Vanitas - Grau wie Asche
Autorin: Ursula Poznanski
Verlag und Info: Verlagsgruppe Droemer Knaur
Wertung: 5/5 Sterne
TB, 400 Seiten
Preis: 16,99 €
Genre: Thriller
Reihe: Ja, Band 2
VÖ: 2020
© Verlagsgruppe Droemer Knaur

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Vanitas: Grau wie Asche - Ursula Poznanski


Inhalt

Diesmal bleibt Carolin in Wien und der Fall, in den sie verstrickt wird, ereignet sich direkt neben ihrer Blumenhandlung - nämlich auf dem Friedhof.
Da sie wie immer Angst hat, dass ihre ehemaligen Arbeitgeber, die Karpins, etwas damit zu tun haben und ihr auf der Spur sind, beginnt sie selbst, die mysteriösen Vorkommnisse auf "ihrem" Friedhof zu recherchieren.

Alles, was sie herausfindet, lässt sich im Zweifel mit den Karpins in Verbindung bringen. Aber die Zweifel fressen sie auf, denn es sprechen auch Punkte dagegen. Dazu kommt, dass sie ihren Kontakt Robert bei der Polizei nicht mehr erreicht und ein neuer, sehr scharfsinniger Polizist auftaucht, der ihr das Leben schwer macht, weil er merkt, dass mit ihr etwas nicht stimmt.

Und so ist Carolin mal wieder auf sich allein gestellt und muss sich vor Ihrer Vergangeheit beschützen.



Beurteilung

Nachdem mich der erste Teil der Vanitas Reihe um die Protagonistin alias Carolin Bauer sehr positiv überrascht war, war ich gespannt, wie es weitergeht.

Der zweite Band ist für mein Empfinden nochmal deutlich schauriger und düsterer gehalten als der erste Teil. Die Rahmenhandlung um Carolins Geschichte wird fortgesetzt, der konkrete Fall, in den die Prota ihre Nase wieder steckt, ist diesmal aber ein anderer.

Warum hat mich dieser Teil mehr angezogen als der erste? Zum einen war der Fall, in den Carolin hier verwickelt wird, deutlich morbider: Grabschändungen mit Hinweisen auf okkulte Hintergründe, mysteriöse Typen tauchen auf, ein altes Kinderheim mit einem dunklen Geheimnis.... das alles klingt irre genug, um mir zu gefallen.

Dazu kommen noch die in diesem Teil sehr deutlich zutage tretenden menschlichen Abgründe und wie dünn die Fassade ist, die wir von unserem Gegenüber im Alltag sehen.
Wenn ich lese, was Carolin hier so treibt, und wie sie auf ihre Umgebung wirkt, finde ich es richtig krass wenn ich darüber nachdenke, wie schnell man in wirkliche Abgründe abrutscht, einfach weil man sich nicht anders zu helfen weiß, obwohl man wahrscheinlich der letzte Mensch wäre, dem seine Freunde und Kollegen so etwas zutrauen würde.

Da frage ich mich dann immer - was würde ich tun, wenn ich verzweifelt genug wäre? Welche Handlungen und Wege erscheinen einem vielleicht in bestimmten Situationen als logisch, die man sonst nur im Fernsehen sieht?

Ursula Poznanski versteht es einfach, diese Abgründe aufzutun und immer wieder neu und anders zu verpacken. Es mag auf den ersten Blick komisch scheinen, dass ausgerechnet in Carolins Umgebung immer so komische Sachen passieren - und warum hält sie sich nicht einfach raus? Ganz einfach - und hier setzt die Rahmenhandlung ein - weil sie alles auf sich bezieht, sich verfolgt fühlt und meint sich schützen zu müssen.  Ich finde das Ursula Poznanski hier eigentlich auf alles, was eventuell hinterfragt werden könnte, eine Antwort findet.

Es gefällt mir auch immer wieder total gut, wie sie ihren Stories den letzten Schliff verleiht - durch kleine Szenen und "Nebenrollen" wird das Bild abgerundet und es kommt je nach Bedarf noch ein bisschen Situationskomik, Tragik oder was gerade passt, mit ins Bild.

Super fand ich im übrigen auch, dass wir nun etwas mehr über Carolins Vergangenheit erfahren - was ist damals bei den Karpins wirklich passiert und wer ist "er", den Carolin in ihren Gedanken immer mal wieder anspricht, zu dem wir aber fast gar keine Zusammenhänge kennen? Dazu gibt es endlich ein paar Erklärungen, die mir auch Carolin als Protagonistin nochmal ein ganzes Stück näher gebracht haben.
Oh Gott, das ist wirklich so krass beschrieben, wenn ich das hätte mitmachen müssen, was sie mitgemacht hat, ich wäre glaube ich in den See gesprungen...
Nicht nur in der Rahmenhandlung, auch im aktuellen Fall gibt es Flashbacks in die Vergangenheit, die die Atmosphäre so richtig echt und authentisch rüberbringen und einem beim Lesen erstmal klar machen, was die Kinder damals haben durchstehen müssen. Und das Schlimme ist, so etwas gab es mit Sicherheit wirklich, wenn auch vielleicht nicht in ganz so heftiger Form. Ich will es mir auf jeden Fall gar nicht vorstellen.

Fest steht zum Ende hin auf jeden Fall, das die Vanitas - Reihe weitergeht - und ich bin wirklich gespannt, ob Carolin es noch irgendwann schaffen wird, ein Leben frei von ihrer Vergangenheit zu führen. Das war ja gegen Ende echt ziemlich böse...

Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung, die einen neuen sehr spannenden und unheimlichen Fall in der bekannten Rahmenhandlung präsentiert. Die Geschichte der Protagonistin wird weiter vertieft und erhält mehr Tiefe, wird dreidimensionaler.
Die Atmosphäre ist in diesem Band oft recht düster und schaurig, aber ganz sicher durchgehend sehr spannend und nicht vorhersehbar. Für mich auf jeden Fall 5 Sterne und ich bleibe der Reihe treu.



offizieller Klappentext

Seit wann muss man auf dem Friedhof um sein Leben fürchten?
Der neue Erwachsenen-Thriller von Ursula Poznanski um die Wiener Blumenhändlerin ist da: die Fortsetzung zu VANITAS - Schwarz wie Erde!

Carolin ist zurück in Wien, zurück in der Blumenhandlung am Zentralfriedhof. Sie weiß, dass ihre Verfolger sie nicht mehr für tot halten, doch wie es aussieht, haben sie ihre Spur in München verloren. Kaum beginnt sie sich wieder ein wenig sicherer zu fühlen, wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Immer wieder werden nachts Gräber geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und die Grabsteine mit satanistischen Symbolen beschmiert. Nicht lange, und auf einem der Gräber liegt eine frische Leiche – ist jemand den Grabschändern in die Quere gekommen?
Die öffentliche Aufmerksamkeit und das Polizeiaufkommen rund um den Friedhof sind Carolin alles andere als recht – doch fast noch mehr irritiert sie ein junger Mann, der seit kurzem täglich den Blumenladen besucht. Nach außen hin gilt sein Interesse ihrer Kollegin, doch in Carolin wächst der Verdacht, dass er in Wahrheit hinter ihr her ist. Sie entschließt sich zu einem folgenreichen Schritt ...


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