Dienstag, 26. Mai 2020

Rezension: "Patient Null - Wer wird überleben?" von Daniel Kalla



Titel: Patient Null - Wer wird überleben?
Autor: Daniel Kalla
Verlag und Info: Ullstein Buchverlage
Bewertung: 4/5 Sterne
TB, 400 Seiten
Preis: 10,99 €
Genre: Thriller
Reihe: nein
VÖ: 2020
© Ullstein Buchverlage

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Patient Null-Wer wird überleben? - Daniel Kalla


Inhalt

Die Pest ist zurück! Mysteriöse Ausbrüche in Italien, und jedesmal, wenn die Ärzte und Virologen denken, Patient Null endlich gefunden zu haben, taucht wieder ein neues Puzzlestück auf, das nicht hineinpasst. Tödlich und schnell verlaufen die Infektionen und die Ärzte stehen hilflos davor.

Unbedingt müssen Alana und ihre Kollegen die Eindämmung bewerkstelligen, bevor eine kritische Masse an Patienten erkrankt ist.
Welcher Zusammenhang besteht mit der Baustelle, deren Mitarbeiterin zuerst erkrankte? Und was haben die Mönche, die in der Abtei gelebt haben, die einst am Platz der Baustelle stand, damit zu tun?
WHO und Nato, Ärzte und Virologen tun alles, um die Puzzleteile zusammenzufügen, doch es scheint zunächst dass der Wettlauf mit der Zeit nicht gewonnen werden kann.

Beurteilung

Ich muss schon sagen, es ist nochmal was ganz anderes, solche Szenarien in einer Zeit zu lesen, in der man selbst mitten in einer solchen Krise steckt.
Klar, hier geht es nicht um ein Virus, sondern um einen Neuausbruch der Pest. Es ist auch bei Weitem kein dystopisches Szenario, sondern es spielt im hier und heute und ist auch nicht so auf Apokalypse ausgerichtet, sondern wird durchaus realistisch, wie ich finde, beschrieben.

Ziemlich interessant ist die Perspektive, denn wir erleben hier den Ablauf wirklich vom ersten Ausbruch an, vom ersten bekannt werdenden Fall. Es ist faszinierend, aber auch irgendwie schaurig, den Beginn eines solchen Szenarios, wie wir es noch vor weniger als einem halben Jahr im Fernsehen verfolgt haben, durch die Augen von Ärzten und Virologen zu betrachten und zu erfahren, wie diese darüber denken und ab wann sie die Situation schon als kritisch einstufen. Sehr erschreckend, kann ich nur sagen, da musste ich schon ein bisschen schlucken.

Im Verlauf der Handlung wird dem Leser ja einiges klar, und ich muss sagen dass ich letztendlich ein bisschen enttäuscht war von der Auflösung, da ich das Szenario doch etwas unrealistisch fand, das da zugrundegelegt wurde und auf dem die letztendliche Ausbreitung und der Ausbruch basiert.
Aber was weiß ich schon- seltsame Zufälle und arme Irre gibt es wahrlich genug.

Ich muss zugeben - ich bin von Italien als Schauplatz nicht so unbedingt begeistert. Liegt aber rein an mir persönlich, mir liegt dieses Land einfach nicht, und ich mag auch die Sprache nicht so.  Aber ich denke das dürfte kein Grund für einen Leser sein, nicht nach einem Buch zu greifen. Es ist auch eigentlich nicht wirklich wichtig - für die hier ausgewählte Handlung schon, da auch ein geschichtlicher Bezug zur Pest des Mittelalters besteht, aber das hätte man sicherlich auch anders ansiedeln können.

Mit den Protagonisten bin ich nicht so wirklich warm geworden. Sie waren mir zwar nicht unsympathisch, aber sie haben mich auch nicht wirklich angesprochen. Wahrscheinlich ist deren Lebensgeschichte und das daraus resultierende Denken und Handeln einfach zu weit weg von allem, was ich nachvollziehen kann, so dass hier für mich kein emotionaler Bezug entstanden ist.

Das alles ist aber verzeihlich, den Daniel Kalla hat diese Geschichte wirklich gut und spannend aufgebaut, man kann das Buch eigentlich gar nicht mehr richtig weglegen. Die Sicht switcht am Anfang hin und her zwischen der Gegenwart, in der die Ärztin Alana, Ex-WHO-Mitarbeiterin und nun bei der NATO, mit ihren Kollegen die ersten Fälle erlebt und fiebrig versucht, Patient Null und den Ausbruchsherd zu finden - und einem mittelalterlichen Tagebuch, das ein Mann während der Pest-Zeit geschrieben hat. Das Tagebuch ist wirklich sehr gut geschrieben, es versetzt einen mitten hinein in die normalen Menschen und wie sie die Pest damals erlebt haben müssen - was Kranke, Ärzte, Helfer aushalten mussten, und das fast ohne wirksame medizinische Hilfmittel - einfach unvorstellbar.

Sehr geschickt hat der Autor das hingedreht - man vermutet natürlich von Anfang an irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Tagebuch und dem modernen Handlungsverlauf, aber auf die Verbindung, die da geschaffen wurde, muss man erst mal kommen. Es gibt noch einen dritten Handlungsstrang mit einem mysteriösen Dritten, der sich erst ganz allmählich aufklärt. Der Autor schreibt die Geschichte so, dass dem Leser eher als den Protagonisten einiges klar werden kann.
Um so mehr fiebert man mit den Ärzten mit und hofft, dass sie die Spur bald findet.

Den Schluss fand ich persönlich jetzt nicht so dolle, aber das ist Geschmackssache.

Fazit: Eine sehr gut geschriebene, vielschichtige und spannend geschriebene Geschichte, die vor allem in der aktuellen Situation ein mulmiges Gefühl beim Lesen auslöst. Die Brücke zwischen heute und der Pest in früheren Jahrhunderten wurde sehr gut geschlagen.
Auch wenn mich die Protas und die Schauplätze nicht so mitgenommen haben und ein paar Punkte der Handlung doch etwas unrealistisch rüberkamen, hat mich die Geschichte gepackt. Ich gebe 4/5 Sternen.


Klappentext

Wir dachten, wir hätten sie besiegt: die Seuche, die vor 700 Jahren 25 Millionen Menschen dahinraffte. Doch jetzt ist die Pest zurück - noch tödlicher, noch verheerender - und bedroht die ganze Menschheit

Dr. Alana Vaughn, Expertin für Infektionskrankheiten bei der NATO, wird nach Genua gerufen, um eine schwerkranke Frau zu untersuchen. Entsetzt stellt Alana fest, dass die Patientin Symptome einer neuen und besonders aggressiven Form der Lungenpest aufweist, deren Erreger Antibiotika resistent ist. Alana kommt ein fürchterlicher Verdacht: Könnte hier Bioterrorismus im Spiel sein? Zusammen mit Byron Menke von der WHO macht sie sich auf die verzweifelte Suche nach Patient Null, dem ersten Infizierten, um die Epidemie einzudämmen. Während die tödliche Seuche Rom und Neapel erreicht, stoßen Alana und Byron auf ein 800 Jahre altes Kloster und ein Tagebuch aus dem Mittelalter, das vielleicht die Erklärung für den gegenwärtigen Pest-Ausbruch enthält. Können sie die Wahrheit enthüllen, bevor tausende Menschen sterben?

Ein hochspannender Medizin-Thriller mit brandaktuellem Thema: der Ausbruch einer Epidemie in Europa

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