Donnerstag, 1. Februar 2018

Rezension: "Komet - der Einschlag" von Larry Niven & Jerry Pournelle

Titel: Komet - der Einschlag
Autor: Larry Niven, Jerry Pournelle
Verlag und Info: Mantikore Verlag
TB, 770 Seiten
Preis: 14,95 €
Genre: Dystopie 
Reihe: Nein

Komet - der Einschlag  -  Larry Niven, Jerry Pournelle


Inhalt 

Tim Hamner ist ein im Geld schwimmender junger Mann, der sich in seiner Freizeit am liebsten als Hobbyastronom betätigt. Eines Tages wird sein Traum wahr: Er entdeckt einen Kometen, der nach ihm und einem Kollegen benannt wird: Der Komet Hamner-Brown ist auf dem Weg zur Erde.

Die Presse bekommt davon Wind und wenige Woche vor dem Eintreffen des Kometen in der Nähe der Erde wird klar, dass es ein ziemliches Spektakel geben wird, das überall zu sehen sein wird. Es wird sogar eine bemannte Raumkapsel ins All geschossen, die den Kometen während seines Vorbeiflugs studieren soll. Doch je näher der Tag rückt, desto mehr Panik macht sich breit:

Die Berechnungen werden immer genauer, und schien es zuerst unmöglich, dass der Komet tatsächlich trifft, gibt es immer mehr Menschen, die sich auf eine globale Katastrophe vorbereiten.

Bis zur letzten Stunde ist unklar, ob und wie der Vorbeiflug die Erde beeinflussen wird - und von einer Minute auf die nächste ist auf einmal das Unglaubliche geschehen: Die Erde wird getroffen.

Binnen Minuten ist nichts, wie es einmal war, und die Menschen versuchen, das Ausmaß und die Folgen der Katastrophe zu erfassen - und zu überleben.

Beurteilung 

Zunächst muss man sagen: Das Genre Dystopie trifft es nicht ganz, da der Roman in der jüngeren Vergangenheit vor wenigen Jahrzehnten spielt. Eine alternative Entwicklung der Vergangenheit. Vielleicht Retro-SF? Nun ja, seid kreativ :-)

Auf jeden Fall war dieses Buch für mich als Prepper (sagt Euch das was?) ein Muss. Bei einem Wälzer von fast 800 Seiten (lasst Euch durch die Seitenangaben auf anderen Plattformen nicht beirren, die sind falsch) kann man ja vorher schon vermuten, dass es ein relativ komplexes Werk ist - und das ist es. Doch die Autoren haben die Kunst beherrscht, bei aller Komplexität und vielen, vielen handelnden Personen und Handlungssträngen, das von der ersten bis zur letzten Seite zu einem atemberaubenden Erlebnis zu machen.

Am Anfang ist es ein wenig anstrengend - alle paar Seiten wechselt die Handlung wieder zu einer neuen Person, völlig losgelöst von der vorherigen, und es dauert einiges an Zeit, bis die Handlungsstränge nach und nach zusammenfließen. Es ist aber alles gut nachvollziehbar aufgebaut und man verliert eigentlich nie den Faden - höchstens braucht man manchmal ein paar Sekunden, bis man bei einem Namen wieder weiß, um welche Person es sich handelt, aber das gibt sich schnell :-)

Ich habe selten ein Buch über eine globale Katastrophe gelesen, das sich so realistisch und detailliert mit dem unmittelbaren Ereignis und auch den daraus resultierenden Folgen befasst. 
Natürlich hat es, hollywood-like, Amerika getroffen, das auch der Schauplatz des Romans ist - trotzdem wird der Rest des Erdballs nicht außer Acht gelassen. Geschickte Schachzüge für die umfassende Betrachtung der Auswirkungen des Einschlags ist zum Beispiel der Handlungsstrang aus Sicht der Astronauten und die Zwischenspiele, die den Weg des Kometen und die Entwicklung der Naturkatastrophen zwischen den Kapiteln wie kurze Nachrichtenticker durchbrechen.

Es werden Bilder im Geist wachgerufen, die sich ein funktionierender Verstand überhaupt nicht vorstellen kann und mag - Städte und Nationen innerhalb von Minuten nicht mehr existent, die Zivilisation und die "zivilisierten" Menschen degenerieren und werden innerhalb von kürzester Zeit ins tiefste Mittelalter katapultiert. 

Eingebunden sind Menschen aller Bevölkerungsschichten - Vom Postboten über die Verwaltungsangestellte, Astronom, Senator und notorische Verbrecher, alle Klassen der Gesellschaft kommen zu Wort - und wenn man mal darüber nachdenkt, ist es traurig, aber leider unfassbar wahrscheinlich, das selbst im Angesichts des drohenden Untergangs der Zivilisation sich manche Menschen immer noch nicht von Geld, Macht und Egoismus trennen können. 

Bleibt mir abschließend zu sagen, auch wenn ich noch Stunden über dieses Thema weiterreferieren könnte, aber das bringt uns zu weit vom Thema ab: Toll geschrieben, durchweg extrem spannend, vielschichtig, realisitisch, beklemmend, umfassend - mich selbst hat das Buch dazu befeuert, noch während der Lektüre meine Survivalausrüstung zu Hause um einige Gegenstände aufzustocken.

Dieses Buch ist in meinen Augen Pflichtlektüre. Ich gebe dem Buch 5 von 5 Rezisternchen.

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