Donnerstag, 31. Mai 2018

Rezension: "Ödland - Das Versteck im Moor/Die Fabrik am Fluss" von Christoph Zachariae


Titel: Ödland - Das Versteck im Moor/Die Fabrik am Fluss
Autor: Christoph Zachariae
Verlag und Info: Lucid Dreams
TB, 310 Seiten / 458 Seiten
Preis: 12,99 € / 15,99 €
Genre: Dystopie
Reihe: Ja, Band 2+3 von 4

Ödland - Christoph Zachariae


Inhalt 

Mega hat das Versteck unter der Universität verlassen, um die wertvollen Wasseraufbereiter zu finden, die die kleine Kommune dringend braucht. Bald schon bricht der Kontakt ab und Mega muss sich ganz alleine durchschlagen. Sie begegnet Feinden - einer rauhen Gruppe, der Menschenleben egal sind, aber auch einen geheimnisvollen Verbündeten und eine andere Kolonie, die ihr Hilfe anbietet.

Doch letzten Endes hat im Ödland das eigene Überleben für jeden Vorrang - auch für Mega, die auf Ihrer Reise,
die ungeplant sehr viel länger wird als ursprünglich gedacht, auch ihrer Vergangenheit begegnet, an die sie sich nicht mehr erinnern kann.

In keiner Siedlung von den wenigen, die sich behaupten konnten, schafft sie es, dauerhaft zu bleiben, da sie entweder angegriffen wird oder andere Geheimnisse entdeckt, die ihr Bleiben unmöglich machen. Und sie hat ja auch versprochen, zu ihrer Gruppe unter der Universität zurückzukehren.

Und so ist Mega immer auf der Flucht, immer an der Grenze zwischen dem Hungertod und dem letzten Funken Hoffnung, und der Frage nach dem Warum.

Beurteilung 

Ödland - das ist eine der besten dystopischen Reihen, die ich je gelesen habe. Ich weiß gar nicht wo ich mit meiner Lobeshymne anfangen soll. 

Man weiß immer noch nicht ganz genau, was eigentlich passiert ist - nur, dass die ganze Welt betroffen scheint. Die Zivilisation ist komplett zum erliegen gekommen. Und es gibt kein Virus und keine Zombies, sondern schlicht den Zusammenbruch der Zivilisation. 

Ödland ist so, wie ich mir den GAU wirklich vorstelle - statt sich zu bemühen, ein neues Leben aufzubauen, kämpfen die letzten Überlebenden immer noch bis aufs Messer um die letzte Dose und die letzten Überbleibsel unserer Welt, anstatt sich um den Neuaufbau zu kümmern.

Christoph Zachariae ist das Wunder gelungen, eine ganz besondere Spannung und Atmosphäre dauerhaft aufrechtzuerhalten. Man kann diese Bücher kaum aus der Hand legen, obwohl es langsam voran geht, was wohl daran liegt, dass viele Situation fast in Echtzeit beschrieben werden. Es ist wirklich beängstigend mitzuerleben, was aus Menschen wird, die nicht mehr durch eine funktionierende Gesellschaft "im Zaum" gehalten werden.

Mega ist eine extreme Protagonistin: Eigentlich ein guter Mensch mit ethischen Richtlinien, wird sie während ihrer Reise immer wieder gezwungen, diese zu überdenken und teilweise zu überschreiten - den wenn es heißt, Moral oder Überleben, dann wirft man schon schnell so manche fest verankerten Grundsätze über den Haufen. 

Kurz gesagt, wer sich mit dem Genre der Dystopie anfreunden möchte und abseits von Zombie-Apokalypsen und Hungerspielen und etwas über eine relativ realistische postapokalyptische Zukunft lesen will, dem sei Ödland empfohlen, eine Reihe, der viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Band 4 - leider der Letzte - liegt bei mir schon in den Startlöchern und ich bin jetzt schon traurig, dass es nach diesem Buch endet. 5 von 5 Rezisternchen.

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