Samstag, 14. März 2020

Rezension: "Influence - Fehler im System" von Christian Linker

Titel: Influence - Fehler im System
Autor: Christian Linker
Verlag und Infos: dtv Verlag
Wertung: 4/5 Sterne 
TB, Seiten
Preis: 14,90 €
Reihe: nein
Genre: Jugendthriller
VÖ: 2020
© dtv Verlag 

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Influence - Fehler im System  - Christian Linker 


Inhalt 

Eigentlich will Amir nur einen von ihm bewunderten Blogger kennenlernen, der für eine radikale Neuerfindung des Internets plädiert. 
Doch gerade, als er es geschafft hat, einen Kontakt herzustellen, geschieht es: Das Internet fällt aus. Weltweit. Ob der geheimnisvolle Blogger Habakuk etwas damit zu tun hat?

Und was hat die Influencerin Kaliope damit zu tun, die auf einmal am Treffpunkt auftaucht, den Amir mit Habakuk ausgemacht hat? Als er dann auch noch nur knapp einem Mordanschlag entgeht, steht sein Leben Kopf.



Beurteilung 

Von jetzt auf gleich kein Internet mehr. Nirgendwo. Weltweit. Versucht das mal zu denken - hat sich schon einmal wirklich jemand damit beschäftigt, welche Prozesse, welche Geräte, welche Abläufe heutzutage online und smart sind und durch den Ausfall des Internets unterbrochen werden?

Jeder kennt es, dass das Internet mal für ein paar Stunden ausfällt. Aber weltweit, über Tage? Da ist das Chaos vorprogrammiert. Und in eine solche Situation mitten in Deutschland katapultiert uns der Autor mit seiner Geschichte. 
Und ganz ehrlich - gerade jetzt mitten in der Corona-Krise packt einen eine solche Geschichte noch mehr. Stellt Euch mal vor, es würde jetzt ohne Internet die ganze Kommunikation zusammenbrechen und wir wären wieder auf Funk und Fax angewiesen. Unheimlich. 
 
Wir begleiten als Leser Amir, einen jungen Mann mit Migrationshintergrund, wie er als Angestellter einer unbekannteren Politikerin auf einmal mitten ins Zentrum der Geschehnisse gerät. 

Eine zugegebenermaßen recht wilde Geschichte über einige Idealisten, die das Internet abschalten und neu erfinden wollen, eine Instagram-Influencerin, einen Blogger, einen hartgesottenen Prepper und geheimnisvolle Organisationen im Hintergrund, die irgendwo die großen Fäden ziehen. 

Der Plot ist eigentlich gar nicht so komplex, wie er beim Lesen manchmal scheint, nur spielen bei diesem Spiel sehr viele Personen mit, hauptsächlich dreht es sich aber um oben erwähnten Amir und die Influencerin Kaliope (ist das nicht ein genialer Name).  Christian Linker schafft es, trotz teilweise sehr detaillierter politisch-philosophischen Gedankengängen, den Leser bei der Stange zu halten, seine Art zu erzählen ist irgendwie treibend, atemlos, immer weiter, weiter, man kann das Buch irgendwie gar nicht weglegen, weil ständig wieder irgendetwas passiert. 

Ich mag Amir als Prota gerne, weil es mir imponiert, wie er in seinem Alter denkt und welche Ideale und Vorstellungen er hat. Ein junger Mann, der gegen alle Vorurteile steht, der einen klaren Blick für unsere Gesellschaft hat, der eine Idee hat, wie er dazu beitragen kann, die Welt besser zu machen, und auch noch versucht, das umzusetzen. Er zeigt Zivilcourage. Und trotzdem ist er noch ganz normal und schlägt sich mit ganz alltäglichen Problemen rum. 

Zum Setting gibt es nicht viel zu sagen - die Story spielt hier, heute, in Deutschland in der Region um Köln, und könnte sich schon heute zu zutragen. Wie schon gesagt, einige Zusammenhänge scheinen dann doch zu unrealistisch und die Wahrscheinlichkeit für solche Verstrickungen wie in diesem Plot sind doch relativ gerin (vor allem der Showdown gegen Ende ist dann doch eher Hollywood als Realität) aber das grundsätzlich mal jemand auf so eine Idee kommt, halte ich schon für sehr wahrscheinlich. Gefährliche Hacks gibt es ja heute schon zu Hauf.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte für einige Leser zu ernst geschrieben ist, da doch immer wieder ausführlich sehr sozialpolitisch-philosophische Gedankenspiele und Dialoge stattfinden, und da der eine oder andere abdriftet, denn oberflächlich kann man dieses Buch nicht bezeichnen, man muss schon gründlich lesen um von den Protas nicht abgehängt zu werden.

Fazit: Obwohl ich während des Lesens die Story schon etwas seltsam fand, hat es mir rückblickend insgesamt sehr gut gefallen, tolle Idee, spannend umgesetzt und so außergewöhnlich erzählt dass es irgendwie im Kopf bleibt. Zwischendurch sind die politischen Ausführungen vielleicht etwas zu ausgedehnt, aber es lässt sich trotzdem noch gut verfolgen, man muss allerdings schon etwas mitdenken beim Lesen. Auch wenn der Plot vor allem Richtung Ende etwas unrealistisch wird, ist die Idee das so etwas passieren könnte beklemmend genug. Von mir 4/5 Sterne.



offizieller Klappentext

Stell dir vor, die digitale Welt ist von heute an offline ...
Eigentlich sollte heute Amirs großer Tag sein. Mit der Übergabe von geheimem Material an den Netzaktivisten Habakuk war ihm der größte Skandal in der Geschichte des Internets sicher. Doch kurz vor dem Treffen bricht weltweit das Netz zusammen. Wer dahinter steckt, ist unbekannt.
Was wusste Whistleblower Manfred, der Amir das Material für den Leak mit der Bemerkung gab, dass ein Ereignis größten Ausmaßes bevorstehe?
Inmitten des ausbrechenden Chaos sucht Amir nach dem mysteriösen Habakuk. Als er diesen findet, rast aus dem Nichts ein Auto auf die beiden zu und verfehlt sie nur knapp. Auf wen hatte es der Täter abgesehen? Auf Amir oder Habakuk? Und gibt es eine Verbindung zum digitalen Blackout?

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