Sonntag, 7. März 2021

Rezension: "Aurora erwacht" von Amie Kaufman und Jay Kristoff



Titel: Aurora erwacht
Autoren: Amie Kaufman und Jay Kristoff
Verlag und Info: Fischerverlage / Sauerländer
Bewertung: 5/5 Sterne
TB, 496 Seiten
Preis: 15,00 €
Genre: Jugendbuch / Space Opera/ Dystopie
Reihe: Ja, Band 1
VÖ: 2021
© Fischerverlage 

Werbung: Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Aurora erwacht - Amie Kaufman und Jay Kristoff

Inhalt

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bekommt der aufstrebende Jahrgangsbeste der Absolventen der Aurora Akademie ein Team aus sehr eigenwilligen Charakteren zugeteilt.

Mit Ihnen soll die erste Mission eine Hilfgüterlieferung für eine Kolonie Flüchtiger sein - doch was er und sein Team dann erleben, sprengt alles, was sie sich jemals hätten vorstellen oder wünschen können.

Die ungleichen Männer und Frauen müssen mal eben die Galaxis retten - obwohl sie nichts davon wissen und erst recht nicht, vor wem oder weshalb.

Genau die richtige Mission für das beste Squad von allen! 

Beurteilung 

Tja, mit diesem Buch ist die Messlatte für die Lesehighlights des Jahres stark angestiegen.

Schon mit den Illuminae- und Gemini-Akten konnte mich das Autorenduo begeistern, aber Aurora erwacht fand ich nochmal einen Ticken besser, weil es nicht ganz so chaotisch angelegt war wie die Akten.

Man bedient sich hier komplett des Präsens und der Ich-Form beim Erzählen, jedoch gibt es mehrere Protagonisten, das "Squad" von Tyler Johnson. Und jedes Kapitel wird abwechselnd aus der Sicht eines anderen Teammitglieds geschrieben, so dass man manchmal etwas rauskommen kann, wer da gerade in der Ich-Form erzählt. Zum Glück steht jedesmal über dem Kapitel auf wessen Sicht man wechselt und auch aus dem Kontext des Erzählten wird es relativ schnell klar.

Aurora erwacht ist eine Geschichte, die schon aufregend beginnt, die aber von Kapitel zu Kapitel noch mehr Spannung aufbaut und den Leser quasi mit der Peitsche durch die Geschehnisse treibt - eins der Bücher, die man wirklich nicht mehr aus der Hand legt und sich notfalls auch Streichhölzer zwischen die Augen klemmt.

Der Roman ist eine Mischung aus Dystopie und Space Opera, man fühlt sich irgendwo zwischen Star Trek und Event Horizon. Trotzdem hebt sich Aurora erwacht sehr wohltuend von den Massen anderer im Weltraum spielenden Geschichten ab.

Zum einen, weil es sprachlich ganz klar auf jugendliche Leser ausgerichtet ist (was mich aber auch mit über 40 nicht gestört hat). Dankenswerterweise verzichten die Autoren auch auf seitenlange, detailreiche bildhafte oder wissenschaftliche Beschreibungen von Szenerien oder Zuständen, alles wird einfach, kurz und prägnant erklärt und ist trotzdem hervorragend visualisierbar und nachvollziehbar. Die eigentliche Handlung wird straight durchgezogen und hält sich nicht unnötig auf. Trotzdem ist "Aurora erwacht" kein Stück oberflächlich und man kann sich alles super vorstellen.

Einmalig ist auch der Umgangston, den die Autoren Ihren Protagonisten auf die Zunge und in die Gedanken legen. Wirklich witzige, aber nicht alberne Dialoge, jedoch auch durchaus ernste, emotionale und actiongeladene Situationen wechseln sich rasend ab. Gerade diese Dialoge und das absolut menschliche, wie diese jungen Menschen, die anfangs so gar nichts miteinander anfangen können, gibt der Story einen ganz besonderen Reiz und Atmosphäre, auch wenn ich mich gerade am Anfang wirklich extrem stark an Kirk, Spock und Pille erinnert gefühlt habe - sowohl vom Umgang, als auch von den Dialogen und den Situationen her. Passiert einem aber wohl nur wenn man früher ein fanatischer Trekkie war :-) 

Ich konnte aber alle Protas gut leiden, sie sind alle so unterschiedliche Charaktere, aber trotzdem haben sie alle das Herz auf dem rechten Fleck. Jeder hat so seine Ecken, Kanten und Schwächen, aber auch seine Qualitäten - irgendwie sind sie alle für sich Nerds und das macht sie nahbar und sympathisch. Sogar die komische Zila, die leider auch die kleinste Rolle im Squad hat.

Tempo ist immer vorhanden, die Ereignisse überschlagen sich andauernd. Und ich muss sagen dass mich ja das wenige, das hier aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht erzählt wurde, auch so brennend interessiert hat, dass ich sogar gegoogelt habe (allerdings ohne was stichhaltiges zu finden) ob man im Weltraum in gewissen Situationen wirklich nur noch in der Lage ist, schwarz-weiss zu sehen. Würde mich tatsächlich mal interessieren.

Was am Ende rauskommt, habe ich aber tatsächlich überhaupt nicht absehen können - fantastisch, faszinierend und beängstigend, was da wirklich hinter den seltsamen Erlebnissen von Aurora und dem Squad steckt. 

Hoffen wir mal, dass die Fortsetzung (Aurora Burning) schnell auf deutsch übersetzt wird und wir nicht wie bei Obsidio (der dritte Band der Illuminae-Reihe) jahrelang oder sogar für immer hängen gelassen werden. Würde mich nämlich brennend interessieren, wie es weitergeht.

Für mich auf jeden Fall rundum ein absolutes Meisterwerk und Lesehighlight, bislang gehört es auf jeden Fall zu meinen Jahreshighlights und da wird es wohl auch bleiben.  Gibt natürlich mindestens die vollen 5/5 Sterne von mir! 

 

Klappentext

Der New-York-Times-Bestseller: spannend, actionreich und witzig

Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:

Scarlett, die Diplomatin – Sarkasmus hilft immer (not.)
Zila, die Wissenschaftlerin – dezent soziopathisch veranlagt
Finian, der Techniker – besser: der Klugscheißer
Kaliis, der Kämpfer – es gibt definitiv Menschen, die ihre Aggressionen besser unter Kontrolle haben
Cat, die Pilotin – die sich absolut nicht für Tyler interessiert (behauptet sie zumindest)

Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern. Ouuups. Don’t panic!


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