Sonntag, 1. Oktober 2017

Rezension: "Prinzession Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

Titel: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
Autor: Walter Moers 
Verlag und Infos: Knaus Verlag
HC, 334 Seiten
Preis: 24,99 €
Genre: Fantasy
Reihe: Nein (nicht zwingend)

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr  -  Walter Moers


Inhalt

Dylia, die Prinzessin eines der zamonischen Königreiche, leidet unter ausgeprägter Insomnie. Die Hofgelehrten haben schon alles probiert, doch Dylia kann teilweise bis zu drei Wochen nicht schlafen.
Um sich in der schlaflosen Zeit nicht zu langweilen, denkt sie sich höchst ungewöhnliche Dinge aus - Wortschöpfungen, Erfindungen und andere Dinge.
Eines Nachts, als sie mal wieder versucht Schlaf zu finden, taucht in ihrem Zimmer Opal, ein Nachtmahr auf. 
Er verkündet ihr, dass er den Rest ihres Lebens bei ihr bleibt, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Vorher aber will er mit ihr eine Abenteuerreise in die Amygdala ihres Gehirns unternehmen.


Da Dylia nichts Besseres zu tun hat, sagt sie zu. Und so reisen die Beiden quer durch Dylias Gehirn und erleben dabei die ungewöhnlichsten Abenteuer.


Beurteilung 

Dies ist mein erster Roman von Walter Moers. Er wurde mir als Autor schon vielfach empfohlen und nach der Lektüre dieses Buches kann ich auch verstehen, weshalb.

Zuerst zum Buch an sich: Das Buch ist ziemlich schwer und großformatig - man kann es schwer längere Zeit in einer Hand halten und ist somit in seiner Leseposition etwas eingeschränkt. 
Ansonsten ist das Buch sehr schön illustriert, immer passend zum aktuellen Text und auch in diesem selbst sind immer wieder spezielle "Schlüsselwörter" oder ganze Sätze farbig abgesetzt. 

Bei Prinzessin Insomnia handelt es sich um einen von mehreren Romanen, die in der Welt von Zamonien spielen, das Buch kann jedoch problemlos unabhängig von anderen Romanen gelesen werden. Ob es Anspielungen auf die anderen Geschichten gibt, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne, aber ich hatte keine Probleme, mich zurechtzufinden.

Allerdings ist dieses Buch ganz sicher keine Lektüre für Kinder, auch wenn es von der Aufmachung und vom Titel her wohl den Eindruck macht. Ich kann mir nicht vorstellen, das Kinder oder jüngere Jugendliche dem Wortreichtum von Walter Moers, in dem er auch sehr viele Fremdworte verwendet, wirklich problemlos folgen können.
Selbst ich fand es teilweise sehr anstrengend, auch wenn das Buch insgesamt toll ist - ich habe es mir schlussendlich in Häppchen von 50-70 Seiten täglich zu Gemüte geführt, mehr habe ich bei dieser Lektüre nach einem Vollzeit - Arbeitstag nicht mehr geschafft :-)

Walter Moers beweist einen unglaublichen Wort- und Einfallsreichtum und vor allem sehr, sehr viel Fantasie. Ein solcher Schreibstil mit so großer sprachlicher Außergewöhnlichkeit ist mir wirklich noch nicht untergekommen. 

Man muss erstmal die Fähigkeit haben, so viele Wörter und auch noch deren Bedeutungen zu kreiieren. Und diese Beschreibungen der Wege durchs Gehirn! Darauf muss man kommen! Hier ziehe ich wirklich den Hut, ich werde wohl nie wieder an meinen Kopf ( oder den irgendeines anderen) denken können, ohne mir Zwielichtzwerge, Irrschatten, grüne Spinnen und Egozetten vorzustellen. 

Zu den Charakteren: Wir müssen hier beim Lesen mit Prinzessin Dylia und dem Nachtmahr Opal auskommen. Dialoge gibt es nur zwischen den Beiden, andere Personen spielen hier nicht mit. Das ist am Anfang etwas ungewöhnlich, aber man gewöhnt sich schnell daran. 
Ich muss gestehen, dass ich Opal immer lieber mochte und er jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, wahrscheinlich immer mein Lieblingsnachtmahr bleiben wird.

Auch Dylia ist eine tolle Person - wie sie das beste aus ihrer Krankheit macht und alles immer positiv sieht, ist sehr bewunderswert. Ich empfehle übrigens dringend das Nachwort des Autors zur Entstehung des Buchs zu lesen - es gibt nämlich tatsächlich eine - sehr seltene - Krankheit, die ihn auf Umwegen zu diesem Buch inspiriert hat! 

Auch wenn es für mich ein sehr ungewöhnliches Lesevergnügen war, steht es doch außer Konkurrenz zu den "gewöhnlichen" Erzählromanen und wird mir - was wenigen Büchern gelingt - sehr nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Ein Buch, über das man definitiv länger nachdenken wird. 

Trotzdem ein Lesespaß, der sicherlich auch den hartgesottensten Leser ab und an zum Schmunzeln bringen kann - 5 Rezisternchen für Prinzessin Insomnnia!

1 Kommentar:

  1. Hallo Buchfee,
    hach, wie schön, die erste Rezension zum neuen Moers. Das Buch hab ich bisher noch nicht gelesen, aber freue mich schon auf die Taschenbuchausgabe.
    Moers ist so wahnsinnig kreativ und sprachgewaltig, das du recht hast, wenn du das Buch außerhalb der anderen Romane siehst; da ist Moers wirklich eine Klasse für sich.
    Im April hab ich die 13 1/2 Leben des Kaptän Blaubär empfohlen und dabei versucht, etwas von diesem Stil rüberzubringen, die Besonderheit seiner Bücher. Es ist schwer, das rüberzubringen, aber dir ist es gut gelungen.
    Liebe Grüße
    Daniela

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