Dienstag, 31. Oktober 2017

Rezension: "Knochenjob!" von Sarah Adler

Titel: Knochenjob! 
Autor: Sarah Adler 
Verlag und Info: Drachenmond Verlag
TB, 267 Seiten
Preis: 12,90 €
Genre: Skurriles?
Reihe: Leider nein

Knochenjob! - Sarah Adler


Inhalt 

Tod hat keinen Bock mehr. Seit Jahrmillionen muss er den Dreck wegräumen, den Leben, Krankheit und die anderen Unsterblichen verbocken. 

Er will zumindest eine Pause. Doch wer soll ihn nur vertreten? Es sind doch alle unfähig! Schliesslich findet sich doch jemand, und er macht sich auf den Weg zu Zeit - seiner Chefin.

Er will jetzt endlich mal ein paar mehr Befugnisse, will auch mal 5 gerade sein lassen und selbst entscheiden, ob er jemanden mitnimmt oder nicht - nachdem seine Bemühungen, sich anderweitig zu beschäftigen, zum Beispiel mit erster Hilfe oder mit der Teilnahme an  Nahtoderfahrungen, gründlich in die Hose gegangen sind.


Und so macht sich Tod mal auf den Weg, die Sache hat nur einen Haken: Keiner weiß, wo Zeit residiert und wie man hinkommt. 

Beurteilung 

Warum habe ich dieses Buch (erst jetzt) gelesen? Ich habe einer Lesung der Autorin beiwohnen dürfen. Danach war es eine Frage von Bestellung und Lieferung: Knochenjob! musste gelesen werden. Es klang einfach zu lustig. 

Und was soll ich sagen: Ich hab mich nach den ersten Seiten erstmal weggeschmissen.

Ich muss Euch was zitieren: 

"Natürlich ahnte ich bereits, das einiges an Scherereien auf mich zukommen würde, als ich Lebens allerersten, selbst gebastelten Einzeller in die Tonne kloppen musste. Doch dass die Nachfahren dieses mickrigen Geschöpfes mich Jahrmillionen später aus Rache als merkwürdiges Gruftgespenst darstellen würden, nein, damit hatte ich nicht gerechnet! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich vielleicht von Anfang an versucht, sämtliche Einzeller gleich wieder aufzusammeln, bevor sich daraus der erste Schimpanse entwickeln konnte".

Spätestens bei diesem Absatz war es um mich geschehen. 

Es ist einfach wunderbar, wie Sarah Adler es geschafft hat, die verschiedenen - ja, wie nennt man sie eigentlich - Zustände? zu personifizieren, und zwar so hässliche Sachen wie Tod und Leben auch noch so, dass sie eigentlich als ganz sympathische Leutchen rüberkommen, für deren Ärgereien man auch noch tiefstes Verständnis empfindet! Ich hätte Tod am liebsten ein bisschen unter dem Kinn gekrault :-)

Und parallel zu dem trockenen Humor auch noch die Menschen und ihre Eigenheiten ordentlich auf die Schippe genommen. Ja, man muss sich an die eigene Nase fassen und über sich selbst und die Gesellschaft lachen können, wenn man das liest. 

Da wird einem doch mal wieder die "Wichtigkeit" des alltäglichen Lebens auf den richtigen Stellenwert gerückt. 

Ich will gar nicht mehr schreiben, um nicht zuviel zu verraten - aber es wird nicht langweilig. Wir lernen natürlich vor allem Tod, aber auch Krankheit, Leben, Karma, Glück, Zeit und viele andere kennen und lieben oder hassen. 

Die Gedanken und Dialoge sind voll von Sarkasmus, Ironie, trockenem Humor und ab und zu auch etwas Melancholie - aber bevor es zu schmalzig wird, kommt wieder der nächste Kracher. 

Wirklich, wirklich witzig von Anfang bis Ende - wir begleiten Tod durch seine Erinnerung von der wüsten Erde ohne Leben bis in unsere Moderne.

Liebe Sarah Adler, wenn ich mir noch eins wünschen darf: Ich möchte gerne noch mehr von Tod erfahren, wie wäre es mit ein paar Anekdoten aus Tods Leben (hm, klingt komisch....) und seinen Zusammentreffen mit einigen komischen Mitmenschen unserer Zeit? Das wäre sicher zum Schreiben.... also um es nicht zu vergessen, Knochenjob bekommt natürlich 5 von 5 Sternen :-)

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