Donnerstag, 13. Februar 2020

Rezension: "Wo das Böse lauert" von Ania Ahlborn

Titel: Wo das Böse lauert
Autorin: Ania Ahlborn
Verlag und Info: Festa Verlag 
TB, 464 Seiten
Preis: 14,99 €
Genre: Horrorthriller
Reihe: nein
VÖ: 2019
© Festa Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Wo das Böse lauert - Ania Ahlborn


Inhalt

Hier könnte der Horror hinter jeder Tür lauern, aber wo ist er wirklich? Stevie und Jude sind Außenseiter und beste Freunde. Als Jude verschwindet, kann Stevie nicht verstehen, warum alle eher gelassen damit umgehen. 
Doch tatsächlich, Jude kommt scheinbar unversehrt zurück. Nur Stevie scheint zu merken, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Als Jude erneut verschwindet, verfolgt Stevie ihn - doch es dauert einige Zeit, bis er wirklich herausfindet, was ihm geschehen ist. 

Ein altes Familiendrama aus der Vergangenheit scheint ihren Weg in die Gegenwart gefunden zu haben. Doch wie schrecklich das Geheimnis wirklich ist, ahnt absolut niemand.


Beurteilung  

Nach langer Zeit endlich mal wieder ein richtig guter, klassischer Horrorschinken! 

Ania Ahlborn hat mit "Wo das Böse lauert" für mich ein All-time-favorite aufs Papier gebracht. Ihr Schreibstil ist unglaublich fesselnd. 

Das Buch verfolgt zwei Handlungsstränge, die sich miteinander abwechseln und dazu noch zeitlich verschoben sind, und sich erst ganz allmählich aufeinander zubewegen - am Anfang versteht man die Zusammenhänge noch nicht, erst ganz allmählich öffnet sich dem Leser die unfassbare Wahrheit.

Anders als in vielen Geschichten beginnt diese hier nicht mit einer amerikanischen Kleinstadtidylle, ganz im Gegenteil. Die zwei Kinderprotagonisten Jude und Stevie haben beide schon ganz schöne Familiendramen hinter sich, leben in eher kaputten Familien und sind beide auf ihre Weise etwas gestörte Außenseiter. 

Hier dachte ich zunächst erst, das wird eine Nacherzählung von Friedhof der Kuscheltiere, so wie sich die Handlung entwickelt hat, damit lag ich aber weit daneben.
 
Im zweiten Erzählstrang, der auch in dem Ort spielt, aber in einer anderen Familie und einer anderen Zeit, geht es um eine junge Frau, die durch den tragischen Tod ihres Mannes den Halt verliert und ziemlich blöde Sachen macht, die ernste Folgen haben. 

Der Horror entsteht in dieser Geschichte nicht so sehr durch tatsächliche Fakten, zumindest anfänglich - die Autorin erschafft ihn durch die Stimmung, durch die Gedanken und Vermutungen der Protagonisten, durch Szenen, an denen eigentlich nichts Schreckliches per se ist, sondern in die einfach durch die Gedanken von Menschen ein Horror hineingelegt wird. Wenn man mich fragt, einfach meisterhaft - ich hatte beim Lesen wirklich Herzrasen, hatte Angst, was als Nächstes passiert, ob das wirklich sein kann. 

Es entsteht beim Lesen immer so eine Ahnung etwas wirklich Furchtbarem - und ich konnte fast den Mund nicht mehr schließen, als endlich, endlich - meiner Auffassung nach - die wirkliche Tragödie ans Licht kam und mir endlich - etwas zu bildlich - beschrieben wurde, was da tatsächlich vorgeht. Ich musste fast beim Lesen weggucken, weil die Bilder in meinem Kopf doch sehr deutlich entstanden sind, ich hatte das Gefühl, ich schaue einen Film.
Ania Ahlborn löst jedoch nie ganz auf, warum diese schrecklichen Ereignisse tatsächlich geschehen und wie es dazu gekommen ist - immer nur ganz kleine Andeutungen, was wirklich geschehen sein könnte, der Rest darf sich im Kopf des Lesers abspielen.

"Wo das Böse lauert" ist nach einem hervorragenden Rezept zusammengestellt - ganz einzigartige, sehr authentische Protagonisten, die den Leser sofort mitnehmen und zu denen man ein Gefühl aufbaut, ohne es zu wollen. Ein klassisches Setting - eine gewachsene Dorf- bzw. Kleinstadtgesellschaft, mit verschrobenen und seltsamen Menschen, von denen jeder seine Geschichte hat und man sich nicht aus dem Weg gehen kann. Eine geheimnisvolle Umgebung, ein alter Wald mit seiner eigenen Geschichte, ein verlassenes Haus. 
Und ein Horror, der lange Zeit kein Gesicht hat. Dazu ein extrem fesselnder Schreibstil, der jedoch leicht zu verstehen ist und den Leser atemlos hält. Für mich einfach perfekt.

Es ist ein Einzelband, und doch öffnet sich ganz am Ende nochmal das Auge des Bösen - kennt ihr das, wenn bei einem Horrorfilm nach dem Abspann nochmal eine ganz kurze Sequenz kommt, in dem ein blutrotes Auge aufgeht oder so ähnlich? Ein solches Äquivalent hat die Autorin hier erschaffen - gemein, aber am Ende der Lektüre scheint das Böse noch nicht ganz ausgerottet zu sein. 

Kurzum, das Buch ist eine wahre Horrorgeschichte und komplett nach meinem Geschmack - ich habe absolut nicht das kleinste bisschen auszusetzen. Ein Meisterwerk, 5/5 Sterne. Gerne mehr davon!


offizieller Klappentext

Deer Valley ist eine seltsame kleine Stadt. Immer wieder verschwinden hier Hunde und Katzen. Aber nun fehlt von dem zwölfjährigen Jude Brighton jede Spur.
Die Bewohner von Deer Valley bereiten sich auf das Schlimmste vor. Denn vor Jahren verschwand hier schon einmal ein Junge. Nach Tagen fand man seine verstümmelte Leiche im Wald, doch nie seinen Mörder.
Die Erleichterung ist groß, als Jude doch wieder zurückkehrt. Nur Steve merkt, dass mit seinem besten Freund etwas nicht stimmt. Dieser Junge ist nicht Jude!

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