Montag, 12. April 2021

Rezension: "Die leuchtenden Toten" von Caitlin Starling



Titel: Die leuchtenden Toten
Autor: Caitlin Starling
Verlag und Info: Festa Verlag
Bewertung: 5/5 Sterne
TB, 580 SEiten
Preis: 14,99 €
Reihe: nein
Genre: Horror & Thriller
VÖ : 2021
© Festa Verlag

Werbung - Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Die leuchtenden Toten - Caitlin Starling 

Inhalt 

Gyre will nur diesen einen - sehr gefährlichen - Höhentrip hinter sich bringen. Dann kann sie sich endlich von ihrem gottverlassenen Planeten davon machen und nach ihrer verschwundenen Mutter suchen.

Erst als es schon kein Zurück mehr gibt, findet sie nach und nach heraus, dass mit ihrem Auftrag so einiges anders ist als es die Regel ist - doch nun gibt es nur noch den Weg durch, wenn sie nicht ihre komplette Zukunft zerstören will. 

Gyre und Em müssen sich zusammenraufen und sich gegen jede Wahrscheinlichkeit lebend durch das bedrohliche Höhlensystem arbeiten - was da am Ende auf sie wartet, malen sich aber beide nicht im Entferntesten aus.

Beurteilung 

Die Geschichte beginnt ziemlich aprupt, so dass ich mich erstmal orientieren musste: Wo ist die Protagonistin? Was passiert da? Worum geht es? Man kommt dann aber sehr schnell rein.

Das faszinierende an der ganzen Handlung: Man verfolgt 560 Seiten lang, wie lediglich eine Protagonistin sich durch ein nur teilweise erschlossenes Höhlensystem auf einem fremden Planeten kämpft, lediglich mit einer Stimme im Ohr, ansonsten ganz alleine. 

Der Verlauf wird fast schon minutiös beschrieben, und trotzdem ist diese Erzählung alles andere als langweilig. Man verfolgt schon nahezu atemlos jeden Schritt und jeden Handgriff Gyres,  bangt mit ihr mit, ob die Nahrung und die Ausrüstung ausreichen. In sie kann man sich hervorragend reinversetzen, jede Gefühlsregung und jeden Gedanken kauft man Gyre einfach ab, es ist der Wahnsinn, wie gut die Autorin das dargestellt hat.

Doch "die leuchtenden Toten" ist kein reiner Adventureroman, wie der Titel schon vermuten lässt. Nein, die Autorin deckt nach und nach auf, was eigentlich die Intention von Gyres Auftraggebern ist. Und die ist mehr als strange.

Dazu gibt es noch eine mysteriöse Gefahr, die allgegenwärtig wie ein Damoklesschwert über Gyre schwebt, die wird zwar erwähnt, aber nicht näher erklärt, so dass man als Leser nur sehr wenig Ahnung hat, was damit eigentlich gemeint ist. Nach und nach wird es klarer, worin diese Gefahr in etwa besteht, der Verursacher derselben bleibt jedoch weiterhin rätselhaft.

Und als wäre das alles nicht schon Grund genug, spielt die Autorin auch noch - und das macht sie grandios - mit den psychischen Folgen, die unweigerlich entstehen, wenn eine Person wochenlang alleine unter Tage eingesperrt ist - mit dem grausamen Wissen, dass Gyre nach und nach erlangt, und den Entbehrungen, die sie da unten aushalten muss. Man weiß als Leser absolut nicht mehr, und das steigert sich zum Ende hin immer weiter, was noch wahr ist und was nur den Vorstellungen der Kletterin entspricht.

Das ist sprachlich und erzählerisch einfach grandios umgesetzt. Und das Schöne daran ist, dass sich die Autorin nicht, wie bei vielen auf fernen Planeten spielenden Geschichten, endlos mit Beschreibungen der Umgebung aufhält - man kann sie sich zwar gut vorstellen, aber die Handlung zieht immer schnell weiter, und sie zieht den Leser unweigerlich mit. 

Positiv fällig übrigens auch auf, dass es hier NICHT vor Fremdartigkeit wimmelt - abgesehen von der Rahmenhandlung könnte das ganze fast genauso auf der Erde stattfinden. Die Geschichte lebt also nicht von irgendwelchen extraterrestrischen fantasievollen Beschreibungen, sondern allein von der atemlosen Atmosphäre, die durch die Emotionen der Protagonistin und die eigentlich banalen, aber trotzdem megaaufregend beschriebenen Abläufe geschaffen wird. Da bekommt man sogar beim reinen Lesen Beklemmungsgefühle.

Ein echter Pageturner - 5/5 Sterne von mir! 

 

Klappentext

Eine Höhlenforscherin muss auf einem fremden Planeten um ihr Überleben kämpfen.

Gyre Price dachte, sie würde auf dieser Expedition Mineralien untersuchen und ihre größten Probleme wären Höhlenzusammenbrüche. Sie dachte auch, der fette Gehaltsscheck bedeutet, dass ihr ein qualifiziertes Team beiseite steht.
Stattdessen bekommt sie Em. Em sieht nichts Falsches darin, Gyres Körper mit Drogen zu optimieren, um ›einen reibungslosen Betrieb‹ zu gewährleisten. Em weiß alles über Gyres gefälschte Anmeldeunterlagen. Doch Em hat ebenfalls Geheimnisse …
Allein und desorientiert irrt Gyre durch die Dunkelheit und muss sich den Geistern in ihrem eigenen Kopf stellen. Und sie ist sich sicher, dass sie verfolgt wird …

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