Mittwoch, 27. März 2019

Rezension: "Blackwood - Briefe an mich" von Britta Sabbag

Titel: Blackwood - Briefe an mich
Autorin: Britta Sabbag
Verlag und Info: Fischer Verlage
HC, 442 Seiten
Preis: 18,99 €
VÖ: März 2019
Reihe: nein
Genre: Jugendroman

Blackwood - Briefe an mich   -  Britta Sabbag


Inhalt 

Nach dem Tod Ihrer Mutter muss Gesine nach Irland in das winzige Kaff Blackwood zu Ihrer Tante ziehen. Sie muss sich erst damit abfinden, dass im Gegensatz zur Großstadt Wien in Blackwood jeder jeden kennt - und jeder so seine Geheimnisse mit sich herumträgt.
Das größte Hobby in Blackwood scheint das Reden über Andere zu sein.

Gesine tut ihr Bestes, um sich einzufinden. Wäre da nicht der junge Arian in Ihrer Klasse, den sie irgendwie mag, aber mit dessen Verhalten sie überhaupt nicht klarkommt. 

Innerhalb kürzester Zeit tritt sie in alle erdenklichen Fettnäpfchen und will bloß noch zurück nach Wien. In Ihrer Verzweiflung beginnt sie Briefe an sich selbst zu schreiben - und kann es nicht glauben, als auf einmal eine Antwort in Ihrer Schreibtischschublade liegt.

Ist das die Lösung für alles? Kann ihr älteres Ich ihr einfach sagen was sie zu tun hat? Doch leider scheint es doch nicht so einfach zu sein....



Beurteilung 

Eine sehr schöne Geschichte, und vor allem auch eine wichtige Message für das wahre Leben bereithält - oder sogar mehrere. 

Ich war wirklich gespannt was mich bei diesem Buch erwartet. Zunächst hat mich ja gleich mal das Setting für sich eingenommen - ein verwunschenes Kaff im wunderschönen Irland, das wirklich jedem Klischee entspricht, das man über dieses Land haben kann (allerdings entsprechen diese Klischees nach meinem Wissensstand auch tatsächlich oft der Wahrheit, daher macht es um so mehr Spaß, darüber zu lesen).

Jeder, der schon einmal in diesem schönen Land war, wird verstehen, was ich meine. Wer dort sein Herz nicht verliert, mit dem stimmt was nicht :-)

Und dieses Setting wird wirklich durch das ganze Buch hinweg ausgereizt und tut sehr viel für die gesamte Atmosphäre. Der Schauplatz macht 50% des Erfolgs der Handlung aus, würde ich mal sagen.

Britta Sabbag hat mit Gesine eine wundervolle Protagonistin erschaffen, mit der sich viele werden identifizieren können (auch mein eigenes jüngeres Ich in weiten Teilen, übrigens). Ein Mädchen, das schon einiges Gespött hat erleiden müssen, das alles andere als eine Schulkönigin oder ein Denkgenie ist und sich einige Dinge anders wünschen würde. Sie in Kombination mit den einzigartigen Charakteren aus Blackwood, die auch wieder viele Archetypen verkörpern, die es wohl in jeder kleineren Stadt irgendwie gibt, verleihen der Geschichte immer wieder Lebendigkeit und den notwendigen Schuss Humor. 

Die Handlung verläuft ruhig, aber konsequent, es wird nicht langweilig, auch wenn stellenweise nicht so sehr viel passiert. Die Mischung machts - Schulalltag, Gesine auf den Spuren verworrener Geheimnisse einer alteingesessenen, abgeschotteten reichen Familie, die kleinen Feind- und Freundschaften innerhalb der Dorgemeinschaft sind mit Liebe und Herz geschrieben, das merkt man in jeder Zeile.

Zum Ende hin fand ich allerdings einige Dinge sehr unlogisch - ich kann und will hier nicht ins Detail gehen, da ich sonst zwangsläufig das Ende spoilern würde, aber eigentlich dürfte es das Ende nach der vorhergehenden Handlung nicht geben. 
Auch bleiben einige Andeutungen vollkommen ungeklärt. Diese Dinge haben mich im letzten Drittel des Buches etwas gestört und bei mir den Eindruck hinterlassen dass die Autorin aus diesen Handlungssträngen entweder nicht mehr herausgefunden hat oder schlichtweg vergessen hat sie weiterzuverfolgen. 

Insgesamt kommt aber eine Message ganz deutlich durch: Bleib Du, leb dein Leben selbst, triff Deine Entscheidungen und verlass Dich nicht auf andere - das macht uns aus, lässt uns wachsen und reifen. 

Ich komme mal zum Fazit: Tolle, zu Herzen gehende und unterhaltsame Geschichte, die man stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest, eine wertvolle Botschaft gerade für jüngere Leser, ein Hauch Mystery, ein perfekter Schauplatz. Einziger Wermutstropfen sind die Logikbrüche am Ende. Trotzdem vergebe ich 5 von 5 Sternen an Blackwood, da es mich wirklich berührt hat.





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